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René Pernull, DWH AG: Intelligente Tech steigert den Immobilien-Wert

Gastautor: Manfred Stock
23.01.2019, 09:27  |  648   |   |   

Smart Home steigert den Wert einer Immobilie. Bildquelle: geralt - pixabay.com

Neue Produkte drängen auf den Markt

Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas macht Apple mit einer Ankündigung zum Thema Smart Home von sich Reden. Obwohl der US-amerikanische Tech-Konzern gar nicht mit einem eigenen Stand vor Ort war, hat er die Gelegenheit genutzt, um auf die Fortschritte bei der Entwicklung des Systems HomeKit hinzuweisen. Das ist ein ganzes Sortiment von intelligenten Haushaltsgeräten, die Apple in Kooperation mit anderen Unternehmen produziert. Eine smarte Videotürklingel beispielsweise soll noch in diesem Jahr in den Handel kommen. Sie überträgt das Bild direkt auf das IPhone des Besitzers und gibt dem die Möglichkeit, über einen Lautsprecher mit Personen im Eingangsbereich zu sprechen.

Auch Fernseher und Multimedia-Systeme sollen in naher Zukunft über IPhone und den Sprachassistenten Siri steuerbar sein. Die Automatisierung des Wohnens schreitet rasant voran, alle Tech-Konzerne tüfteln momentan an eigenen Lösungen. Die Technologie sorgt aber nicht nur für Bequemlichkeit, sondern lohnt sich unter dem Strich auch finanziell.

Heizkosten sparen durch smarte Systeme

„Etwa zwei Drittel des Energiebedarfs von privaten Haushalten fällt beim Heizen an“, sagt der Smart-Home-Experte René Pernull. Der Immobilienmakler aus Berlin leitet die Firma DWH AG, die Häuser und Wohnungen mit smarter Technologie ausstattet. „Allzu oft wird Energie massiv verschwendet“, erklärt der Makler. Zum Beispiel, wenn die Wohnung beheizt werde, obwohl niemand zu Hause sei. Oder wenn man alle Räume durchgehend auf Zimmertemperatur geheizt sind, obwohl nur wenige genutzt werden. Beim Öffnen der Fenster entweicht Wärme oftmals einfach. Das sind typische Beispiele für Verschwendung im Alltag. Smarte Technologien können helfen, diese Missstände zu beheben, denn sie bieten dem Nutzer Kontrolle über die Haushaltsgeräte. Dabei erhöhen sie auch den Komfort.

Herkömmliche Thermostaten haben in der Regel eine Zeitschaltuhr, die die Heizung an- und ausschaltet. Doch moderne Smart-Home-Technologien können zum Beispiel mit den Mobiltelefonen der Bewohner verbunden werden. Nähert sich eine dieser Personen dem Wohnraum, wird per Geofencing automatisch die Heizung aktiviert. Zur Entlüftung kann das System selbständig Fenster öffnen, wenn ein spezieller Sensor eine trockene Raumluft anzeigt. Doch vor der automatischen Stoßlüftung wird die Heizung heruntergeregelt. So verschwindet nicht unkontrolliert Wärme nach draußen. Für Komfort sorgt auch ein Lichtmanagement. Das verbindet die Leuchten mit Sensoren und stellt eine konstante Beleuchtung sicher. Die Leistung der Lampen wird an das Sonnenlicht angepasst.

Sicherheit und Unterstützung im Alltag

Dieselben Sensoren lassen sich auch für das Sicherheits-Management einsetzen. Denn sie können unbefugte Personen erkennen, zum Beispiel Einbrecher. Das System reagiert dann etwa, indem es das Licht anschaltet. Außerdem kann es einen automatisierten Notruf an die Nachbarn oder den Wachdienst absetzen, wenn der Eigentümer nicht erreichbar ist. Smarte Kameras halten das Geschehen fest. Die Aufnahmen können später die Polizei bei ihren Ermittlungen unterstützen und womöglich die Täter identifizieren.

Auch älteren Menschen bieten die smarten Technologien eine Unterstützung im Alltag. Denn Türen im Innenbereich öffnen sich automatisch, wenn sich eine Person nähert. gefährliche Geräte wie der Herd können sich beispielsweise selbst abschalten, wenn sie vergessen wurden. Und im Notfall können Sensoren feststellen, ob eine Person gestürzt ist. Dazu werden sie zum Beispiel im Boden verbaut. Das System gibt dann selbständig einen Notruf ab.

Wer jetzt in Smart Living investiert, profitiert mittel- und langfristig

„Wer als Privatperson das eigene Haus mit innovativer Technologie altersgerecht machen möchte, kann dafür staatliche Förderung erhalten“, empfiehlt Immobilienexperte Pernull. „Die KfW-Bank vergibt günstige Kredite für den Einbau smarter Technologien, die Wohnraum für ältere Menschen leichter zugänglich oder sicherer machen.“ Das ist eine langfristige Maßnahme, mit der die Kreditanstalt auf die Alterung der Gesamtbevölkerung reagiert. Denn die durchschnittliche Lebenserwartung steigt in Deutschland. Investitionen in altersgerechten Wohnraum sollen im ganzen Bundesgebiet gefördert werden. Deshalb sind Kredit und Förderung auch nicht an das Alter des Antragstellers gebunden. Entscheidend ist nur, dass die passenden Sanierungen durchgeführt werden.

Die Investition in smarte Technologien lohnt sich. Denn nicht zuletzt steigt dadurch der Wert des Objekts. Bei Mietwohnungen bedeutet das auch eine Steigerung der zu erwartenden Rendite für den Vermieter. Und langfristig erhalten viele der Technologien aktiv die Bausubstanz.

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