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Kupfermarkt: In Nordamerika wird wieder investiert, in China produziert!

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
25.01.2019, 11:54  |  1349   |   |   

Der Kupferpreis bleibt weiter unter Druck. Eine höhere Produktion von asiatischen Schmelzen lastet auf der Notiz. In Nordamerika wird dagegen wieder voll auf das rote Metall gesetzt, vier neue Minen gehen bis 2020 in Produktion.

Schmelzen mit Rekordproduktion an Kupferraffinade

Diese Woche war mal wieder keine gute für den Kupferpreis. Die Notiz litt unter einem leicht stärkeren Dollar und Nachrichten aus Asien und hielt sich gerade noch so über der Marke von 5.900 US-Dollar je Tonne. In China hatte die nationale Statistikbehörde NBS mitgeteilt, dass 2018 mit über 9 Mio. Tonnen eine rekordhohe Menge an Kupferraffinade produziert wurden. Dies war ein Anstieg von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die höhere Produktion ist eine Folge von neuen Schmelzkapazitäten. Und für 2019 hat der zweitgrößte Kupferschmelzer des Landes bereits angekündigt, noch mehr Kupferraffinade herstellen zu wollen. In Indien könnte es im Verlauf des Jahres ebenfalls einen höheren Kupferraffinade-Ausstoß geben, da die Tuticorin-Schmelze möglicherweise schon kurzfristig wieder ihren Betrieb aufnehmen darf. Dies hat zumindest das Oberste Gericht durchblicken lassen.

Verzögerungen in Chile

Auf der anderen Seite wird dieses Angebot an mehr Kupfer auch benötigt, denn global befinden sich die Märkte weiterhin im Angebotsdefizit. Darüber hinaus wurden bereits Angebotsausfälle angekündigt. So wird der Umbau der Schmelzen der Chuquicamata- und Salvador-Mine in Chile wahrscheinlich erst Ende März und damit später als geplant abgeschlossen sein. Laut dem Minenbetreiber wird dies über 200.000 Tonnen Produktion von Kupferraffinade kosten. DIe fehlen dann dem Markt. Die Schmelzen müssen aber auch mit Kupfer gefüttert werden. Und da sieht es mittel- bis langfristig schlecht aus. BMO Capital Markets prognostiziert bis 2025 ein globales Angebotsdefizit von 3 Mio. Tonnen pro Jahr (siehe Graphik unten). Auch Goldman Sachs hat sich jüngst besorgt gezeigt und rechnet mit einem stark ansteigenden Defizit auf dem Weltmarkt aufgrund von fehlenden neuen Minen.

 

Nordamerika: Ende des Kupfer-Sinkflugs?

Schon seit Jahren geht die Kupferproduktion in Nordamerika zurück. Kanada und die USA sind von sinkenden Kupfergraden im Gestein (mehr hier) sowie der Schließung von ausgebeuteten Minen besonders stark betroffen. 2018 fiel die US-Produktion um 3,5 Prozent, die Kanadas gar um etwa 11 Prozent und setzte damit den Negativtrend der vergangenen Jahre fort. Dies ist insbesondere mit Blick auf den US-Handelskrieg und dem Aufstieg von Erneuerbaren Energien und Elektroautos ein echtes Problem. Denn Elektroautos brauchen etwa zwei- bis viermal soviel Kupfer. Und nun gehen auch die etablierten Pkw-Hersteller mit Verve in diesen Markt. Tesla hat ja gezeigt, dass man hier gutes Geld verdienen kann. Irgendwann müsste sich diese stärkere Nachfrage auch im Kupferpreis bemerkbar machen, viele rechnen aber erst 2020 damit. Immerhin gibt es auf der anderen Seite des Teichs wieder Hoffnung, dass der negative Angebotstrend gebrochen werden kann.

Freeport schaut wieder auf die USA

Denn auch dort gibt es einige langfristig denkende Unternehmen und Investoren. Die USA beherbergen laut US Geological Survey schließlich die fünftgrößten Kupferreserven der Welt. Laut Freeport-McMorans CEO Richard Adkerson konnte man mit dem roten Metall 15 Jahre kein Geld in den Staaten verdienen, aber „jetzt ist das für uns ein lukratives Geschäft.“ Der Konzern hatte erst jüngst den Ausstieg aus der Grasberg-Mine in Indonesien endgültig besiegelt, der zweitgrößten Kupfermine der Welt. Man wolle nun wieder mehr in die Heimat investieren, hieß es vom Konzern aus Phoenix.

Vier neue Minen bis 2020

Fakt ist, dass andere Firmen schneller waren. So werden in den nächsten zwei Jahren gleich vier neue Kupferminen in den USA eröffnet. So sehen es jedenfalls die Pläne vor. Es sind die ersten seit mehr als einer Dekade. Laut Schätzungen der International Copper Study Group soll das die US-Produktion um 8 Prozent pro Jahr steigern und den Negativtrend der vergangenen Jahre beenden. Die neue Minen werden von Nevada Copper, Taseko Mines, Themac Resources und Excelsior Mining in Produktion gebracht.

Nevada Copper in der Pole Position

Den Anfang macht dabei Nevada Copper noch in diesem Jahr. Vorstandschef Matt Gili will im November den ersten Kupferbarren auf dem Pumpkin Hollow-Projekt in Nevada gießen. Dort wird derzeit eine Untertagemine gebaut. Wie Gili diese Woche vor Investoren am Rande der VRIC-Konferenz in Vancouver sagte, ist man sowohl zeitlich als auch vom Budget her voll im Plan. Die Liegenschaft liegt übrigens nahe der Ortschaft Yerington und damit lediglich 100 Kilometer von Teslas „Gigafactory“, der größten Lithium-Ionen-Batteriefabrik der Welt, entfernt. Die Untergrundmine beherbergt insgesamt 23,9 Mio. Tonnen an Material mit einem für die Branche überdurchschnittlich hohen Kupfergrad von 1,74 Prozent. Heute operierende Minen kommen auf durchschnittlich 0,53 Prozent Kupfer. Das Minenleben wird derzeit auf 13,5 Jahre geschätzt. In einigen Jahren soll dann zudem ein Tagebau folgen, der sich ebenfalls auf Pumpkin Hollow befindet (mehr hier). Nach bisherigen Daten liegen dort rund 5 Mio. Pfund Kupfer sowie Edelmetalle. Allerdings exploriert Nevada Copper weiter und will die Ressource noch vergrößern.

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