DAX-1,61 % EUR/USD-0,64 % Gold+0,28 % Öl (Brent)+0,57 %

Apple Inc. Wird Apple liefern?

Gastautor: Andreas Lipkow
25.01.2019, 21:21  |  1207   |   |   

Nach den Quartalszahlen ist vor den Quartalszahlen. Die Unternehmen befinden sich im ewigen Kreislauf die Erwartungen der Marktteilnehmer erfüllen zu können.

Wird Apple liefern?

Das im vergangenen Börsenjahr 2018 zeitweise am höchsten bewertete Börsenunternehmen der Welt aus Cupertino hatte am 01.11.2018 Quartalszahlen vorgelegt und - ja was eigentlich enttäuscht oder die damaligen Erwartungen erfüllt?
 
So plante das Unternehmen damals eine Umsatzspanne von 89 bis 93 Milliarden USD im Quartal. Die Analystenschätzungen hingegen lagen bei 92,7 Mrd. USD und damit am oberen Rand der publizierten Ziele. Wichtig war das letzte Quartal 2018 allein schon durch die Weihnachtssaison und den Indikationseffekt für die komplette Technologiebranche. Apple hat in der Vergangenheit schon immer mit den Planzahlen hinter dem Berg gehalten und somit könnten die Schätzungen dann doch noch übertroffen werden.
 
Der Konzern konnte bei der letzten Berichterstattung wieder einen erstaunlichen Gewinn von 14,1 Milliarden USD verbuchen. Das ist eine Gewinnsteigerung von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg bis Ende September um ein 20 Prozent auf 62,9 Milliarden USD. Das sind Zahlen der Superlative und suchen so im Vergleich ihresgleichen.

Über eine Tatsache waren die Marktteilnehmer jedoch nicht wirklich erfreut. Apple werde künftig keine Spartenabsatzzahlen veröffentlichen. Die Zahl binnen drei Hauptproduktfelder sei kein guter Gradmesser für den Erfolg von Apple.

So meinte das Management zu diesem Thema:

"Die Zahl binnen drei Monaten verkaufter iPhones, iPads und Mac-Computer sei kein guter Gradmesser für den Erfolg des Apple-Geschäfts, begründete Finanzchef Luca Maestri den Schritt. Konzernchef Tim Cook griff zu einem Alltagsbeispiel: An der Supermarkt-Kasse werde man auch nicht gefragt, wie viele Artikel im Einkaufswagen liegen."

Vor allem die iPhone-Verkaufszahlen waren immer sehr von Interesse. Es ist das wichtigste Produkt von Apple und die Absatzentwicklung galten als zuverlässiger Indikator für das globale Konsumverhalten der klassischen Retailkunden.
 
Mit der Änderung wird das Geschäft von Apple und die damit verbundenen Umsätze weniger transparent für die Investoren und Analysten. Das könnte damit zu tun haben, dass die iPhone-Verkäufe im vergangenen Quartal bereits zum Jahresvergleich kaum gewachsen sind. Apple verkaufte ca. 46,9 Millionen iPhones.
 
Insgesamt kamen die veröffentlichten Nachrichten im Markt nicht gut an. Die Aktie verloren seit der letzten Zahlenveröffentlichung ca. 32 % an Wert. Das Unternehmen musste im Dezember 2018 noch einmal schlechte Nachrichten nachlegen und die Absatzerwartungen erneut zurücknehmen. In Anbetracht der insgesamt doch noch stabilen und recht hohen Umsatz- und Gewinnzahlen sollte man sich fragen, ob die kommenden Quartalszahlen gut werden oder nicht?

Es ist eher eine Frage der Relation und dabei spielen weitere Aspekte eine wichtige Rolle.

Ein Grund für die hohe Performance der Apple-Aktie ist, neben der Zugehörigkeit zur "Technologie"-Branche und der faszinierenden Produkte, die Bekanntgabe von Segment- oder Spartenabsatzzahlen. Die bisher gezeigte Transparenz hat bei vielen institutionellen Investoren ein wichtiges Kaufargument geliefert.

Wenn nun aber beispielsweise "Services" nicht mehr getrennt ausgewiesen werden, dann nimmt sich Apple selbst und unnötigerweise ein Kaufargument weg.
 
Für Investoren ist es wichtig zu wissen, wie weit der Übergang vom klassischen Hardware-Anbieter zum Service-Provider fortgeschritten ist.
 
In der Vergangenheit kamen bereits schon jeder Fünfte Umsatz-Dollar aus den Sektoren Store & Services.
 

Ziel des Unternehmens ist es mit allen Zielkunden durch Services Zusatzerträge aus dem Service-Bereich generieren zu können.

Wenn nun diese Segmente zukünftig nicht mehr separat ausgewiesen und dargestellt werden, dann leidet die Transparenz der Umsatzzahlen erheblich. Eine faire fundamentale Bewertung der Aktien fällt dann wesentlich schwerer. Es ist wichtig zu sehen, ob Apple eher in die Kategorie Technologie-Innovator oder Technologie-Produzent anzusiedeln ist.

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer