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Die Warnungen nehmen zu

Gastautor: Max Otte
30.01.2019, 08:15  |  8154   |   |   

Sehr geehrte Privatanleger,

die Stimmen, die vor einer neuen Banken- und Wirtschaftskrise warnen, nehmen zu. Nun hat sich sogar Bundeskanzlerin Merkel auf dem Treffen der internationalen Finanz- und Wirtschafts-"elite" in Davos dazu geäußert.

Normalerweise würde es mich etwas stutzig machen, wenn nun alle vor einer Krise warnen. Nach der Methode des „Contrarian Investing“ würde ich überlegen, wo hier der Haken ist und ob es sich in Wirklichkeit nicht vielleicht ganz anders verhält. In diesem Falle aber stimme ich zu. Und nicht nur deswegen, weil ich schon vor einem Jahr auf dem Fondskongress in Mannheim der Einzige war, der vor einer neuen Krise sehr deutlich gewarnt hat.

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Angela Merkel rief dazu auf, alles zu tun, damit sich die Bankenkrise von 2008 nicht wiederholt. Die Politik der Notenbanken zeige, "dass wir immer noch an dieser Krise knabbern". Merkel weiter: "Wenn man ehrlich ist, steckt uns diese Krise heute noch in den Knochen".

Sie geht so weit, zuzugeben, dass die Krise viel Vertrauen in Politik und Wirtschaft gekostet habe. Aller- dings habe das Vertrauen in die Stabilität des Finanzsektors "doch sehr gelitten". Merkel macht auch eine „Vielzahl von Störungen und Verunsicherungen im multilateralen System“ verantwortlich. Frau Merkel, es ist umgekehrt: die Politik hat sich vom Finanzsektor kapern lassen und hat versagt. Die Störungen sind nicht Ursache, sondern Symptom dieser Entwicklung.

Sie sprach auch davon, dass die bisherige internationale Ordnung unter Druck gerate, zum Beispiel durch aufstrebende Mächte wie China und Indien. Bei einer Reform dieser Ordnung müssten sich neue „Kräfte- verhältnisse“ widerspiegeln, zum Beispiel bei Weltbank und internationalem Währungsfonds. Als ich bei meinem vorerst letzten Mal bei Anne Will Anfang 2017 davon sprach, dass die alte Ordnung langsam verschwinde, wurde ich ungläubig angesehen.

Aber nicht nur Frau Merkel, deren katastrophale und aus meiner Sicht undemokratische und teilweise verfassungswidrige Politik ich zutiefst ablehne, sondern auch Menschen, die ich sehr respektiere, warnen. So meldeten sich am Dienstag, dem 22. Januar, zwei von mir sehr geschätzte Investoren zu Wort: Ray Dalio, der mit Bridgewater den größten Hedgefonds der Welt gegründet hat und 160 Mrd. USD verwaltet sowie Seth Klarman, der mit seiner Baupost Group 27 Mrd. USD managt.

Dalio hat im letzten September seine Principles for Navigating Big Debt Crises veröffentlicht, eine systematische Studie von 48 Schuldenkrisen und ihren typischen Verläufen. Das Buch liegt auf meinem

Nachttisch; ich lese noch. Wenn ich durch bin, mehr davon. Im Gegensatz zum eher makroorientierten Dalio ist Klarman ein typischer Stockpicker und Value-Investor. Beides sind also hervorragende Investoren, aber mit unterschiedlichen Ansätzen.

Dalio sieht ein signifikantes Risiko für eine Rezession in den USA im Jahr 2020, und ist am meisten über den nächsten Wirtschaftsabschwung besorgt. Dem kann ich mich nur anschließen, denn die Industrie- staaten habe ihr konjunkturpolitisches Pulver weitgehend verschossen. Die nächste Krise könnte daher mehr als nur eine Wirtschaftskrise sein.

Klarman sorgt sich in seinem Investorenbrief um die steigende globale Verschuldung, globale Spannun- gen, die Spaltung der Gesellschaft in den USA und anderen Ländern."Es kann nicht ‚business as usual‘ sein, wenn ständig Proteste stattfinden, die Regierung dichtmacht und diegesellschaftlichen Spannungen eskalieren. Es ist wahrscheinlich, dass die Ursachen der nächsten Krise in den hohen Schulden der Staaten liegen".

Nun: business as usual oder nicht, wir müssen klug investieren. Guthaben auf einem Euro- oder Dollar- konto oder bei Versicherungen können es nicht sein. Kontoguthaben können nur Sinn machen, wenn sie als Liquidität für den Kauf von Vermögensgegenständen in einer Krise gehalten werden. Sie müssen aber investiert bleiben. Denn (fast) niemand steigt im Tief einer Krise ein, nachdem er vorher alles auf die Seite geräumt hat, wie es sich manche so schön ausmalen. Es wird nicht klappen.

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