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Aufgepasst! Kauf am Telefon - Darauf sollten Sie achten!

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Gastautor: Markus Mingers
30.01.2019, 14:30  |  183   |   

Vertragsabschlüsse sind keine Seltenheit und doch oftmals heikel, da die Dokumente nicht in Schriftform vorliegen. Erlaubt sind derartige Käufe in jedem Fall, da das Festhalten auf Papier keine Pflicht ist. Es muss lediglich geklärt werden, welche Leistung und welche Gegenleistung verrichtet wird. Worauf Sie daher trotzdem achten sollte, erfahren Sie nun bei uns!

 

 

Widerrufsrecht besteht 14 Tage lang

 

 

Bei einem Kauf am Telefon gilt eine Widerrufsfrist von 14 Tagen, ab dem Zeitpunkt, an dem die Belehrung beim Kunden eintritt. Falls sie es gar nicht tut, beginnt die Frist auch nicht zu laufen. Wenn die Belehrung jedoch eintrifft und die 14-tägige Frist abläuft, bestehen nur noch schlechte Chance auf einen Widerruf.

 

 

Anrufe ohne Aufforderung sind verboten

 

 

Kalte Werbeanrufe ist Anrufe, die ohne Aufforderung geschehen. Dies ist in Deutschland seit 2009 verboten und dennoch kommt es immer wieder zu derartigen Angeboten. Gesetzlich kann dies allerdings ernsthafte Konsequenzen haben, so droht beispielsweise eine Geldstrafe von bis zu 50 000 Euro.

 

Gewerblich darf somit nur angerufen werden, wenn man dies im Vorhinein ausdrücklich erlaubt oder gewünscht wurde. Falls Sie dennoch ohne expliziten Wunsch angerufen werden und einen Vertrag abschließen, gibt es einige Möglichkeiten, sich zu wehren. Allerdings wird dadurch der geschlossene Vertrag nicht unbedingt ungültig, hier hilft meist der Widerruf.

 

 

Fünf Regeln, wie Sie sich am Telefon verhalten sollten:

 

 

  1. Ein deutlich „Nein“ aussprechen.So gehen Sie in keinem Fall einen Vertrag ein und haben keinen Ärger am Hals.

  2. Eine Zusammenfassung fordern.Da es grundsätzlich auch seriöse Firmen gibt, die ihre Produkte per Telefon anbieten, sind derartige Verträge nicht unbedingt schlecht. Wenn Sie also einen Vertrag abschließen möchte, sollten Sie am Ende des Gespräches immer eine Zusammenfassung fordern. So haben Sie nochmal im Überblick und können prüfen, ob das Besprochene auch korrekt umgesetzt wurde.

  3. Schriftliche Aushändigung der Dokumente. Noch hilfreicher wäre hier natürlich eine Anfrage auf schriftliche Aushändigung. Diese Anfrage dürfte für seriöse Firmen kein Problem darstellen.

  4. Widerruf in Anspruch nehmen. Ein Widerruf ist in den ersten 14 Tagen immer möglich. Wenn Sie sich also nicht sicher sind, sollten Sie dieses Recht in jedem Fall nutzen.

  5. Anwaltliche Beratung einholen. Wenn Sie arglistig getäuscht wurden, bleibt nur noch der Weg zum Anwalt. Durch einen Rechtsstreit haben Sie immerhin eine Chance auf Gerechtigkeit.

 

 

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Bei weiteren Fragen rund um dieses Thema, wenden Sie sich an die Kanzlei Mingers & Kreuzer! Wir beraten Sie gerne. Erreichen können Sie uns unter der Telefonnummer 02461/ 8081 oder dem Kontaktformular auf unserer Website. Weitere Rechtsnews finden Sie in unserem Blog oder YouTube-Channel.

 

 



Disclaimer

Gastautor

Markus Mingers
Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Arbeitsrecht und Wirtschaftsrecht

Markus Mingers ist Rechtsanwalt im Bereich Wirtschaft sowie Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht. Seit mehr als 13 Jahren ist er als Anwalt tätig und Inhaber von Mingers & Kreuzer Rechtsanwälte. Von mehreren Kanzleistandorten u.a. Köln, München oder Jülich aus erstreitet er mit seinem Team Gelder aus Themen und Urteilen, die dem Verbraucher bis dahin unbekannt sind. Er ist Experte im Bereich Rückabwicklung Lebensversicherung, Widerruf Autokredit und Verbraucherdarlehen sowie im VW Abgasskandal und LKW Kartell. Bekannt ist Markus Mingers vor allem durch seine Auftritte bei n-tv oder RTL sowie als Experte von FOCUS Online, hier ist sein Rat im Verbraucherrecht zu aktuellen Themen gefragt.

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