DAX-0,10 % EUR/USD+0,29 % Gold+0,22 % Öl (Brent)-0,26 %

Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Neuklassifizierung von Cannabis

Gastautor: IR-Nachrichten
01.02.2019, 14:51  |  10356   |   |   

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt den Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen eine Neuklassifizierung von Cannabis, die den Umgang mit Cannabis grundlegend verändern und insbesondere die medizinische Nutzung erleichtern würde.

Das geht aus einem Brief der WHO an UN-Generalsekretär António Guterres hervor, in dem Cannabis und seine Inhaltsstoffe THC und CBD neu bewertet werden. Eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe der WHO hatte zuvor die Risiken von Cannabis, THC und CBD untersucht und war zu dem Schluss gekommen, dass die Risiken die aktuelle Einstufung nicht rechtfertigen. Gleichzeitig wurde ein medizinischer Nutzen von Cannabis anerkannt. 

Die Veröffentlichung dieser Stellungnahme war ursprünglich bereits für Dezember vorgesehen, wurde aber ohne Angabe von Gründen verschoben. Dadurch wird eine schnelle Entscheidung der Suchtstoffkommission ECDD unwahrscheinlich, da sie bereits im März 2019 tagt und die Mitgliedstaaten Zeit brauchen, um die Empfehlung zu prüfen und zu kommentieren. Eine Entscheidung der UN über die Neueinstufung von Cannabis wird deshalb spätestens 2020 erwartet.

Gemäß den Empfehlungen der WHO sollen Cannabisblüten und Haschisch aus der Liste der gefährlichsten Drogen, der Anlage IV der Single Convention, gestrichen werden und nur noch in der Liste der weniger gefährlichen Drogen der Anlage I verbleiben. CBD-Präparate sollen, solange der THC-Gehalt 0,2% nicht übersteigt, gänzlich aus der Single Convention entfernt werden. 

Der bekannte Cannabiswirkstoff THC soll in den Anlagen der internationalen Drogenübereinkommen so verschoben werden, dass seine medizinische Anwendung erleichtert wird, nicht jedoch die Freizeitanwendung.

DHV-Geschäftsführer Georg Wurth kommentiert die entspanntere Haltung der WHO wie folgt: "Diese Stellungnahme der WHO ist ein Meilenstein in der Geschichte der weltweiten Cannabisdebatte. Angesichts der aktuell zahlreichen Beschlagnahmung von Nutzhanfblüten in Deutschland ist außerdem die Forderung der WHO wichtig, dass der Handel mit solchen Produkten keiner Einschränkung unterliegen sollte". 

Quelle: Deutscher Hanfverband, 1.2.2019

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Aus welchen Mitgliedern bestand die wissenschaftliche Arbeitsgruppe der WHO ? Gab es bei ihnen Vertreter der mächtigen Cannabis -Lobby ? Sind sie am Ende selbst alle " Consumer " ? Wer garantiert uns , daß es hier keine Befangenheit oder finanziellen Abhängigkeiten gab ? Wie immer zeigt sich bei der WHO - Organisation völlige Intransparenz . Aus sehr nebulösen Papers werden Vorlagen für Bürokratenausschüsse , die "gebrieft" werden von Lobbyisten , wie entschieden werden sollte . Hier wird oft gut und effektiv "Nachhilfe" erteilt . Unter dem Deckmäntelchen des medizinischen Nutzens wird dann eine weitere Droge breiten Kreisen verfügbar . Die sozioökonomischen Folgen werden dabei darüber wenig bedacht oder gleich ausgeklammert . Hauptsache , das Geschäft mit dieser Cannabis-Droge kann sich explosiv entwickeln . Was kümmern uns die Folgen ? Wenn man aus eigener Anschauung z.B. die Gefahr bei Jugendlichen kennt , kann man nur heftig protestieren . Die WHO zeigt wieder einmal mehr , nicht nur bei der Feinststaub- und NO2-Grenzwertdebatte , daß sie völlig evidenzferne , invalide Empfehlungen am Fließband zu produzieren scheint . Mit Wissenschaft oder Weltgesundheit hat das weniger zu tun , als mit einer selbstgenügsamen ( bei 4 Milliarden $ Jahresbudget ) und interessengesteuerten Selbstbefriedigungsmaschine .Daß sie eine überbürokratisierte Lobbydrehtür darstellt , die viel Mist macht , ist bekannt ? So z.B. vor einigen Jahren in Guinea , Sierra Leone und Liberia : durch ihr Versagen bei Ebola , 16000 Ebolatote , die Ökonomien um 10-20 Jahre zurückgeworfen , und allein das Gesundheitswesen fast vollkommen zerstört durch Tod des medizinischen Personals . Die WHO reagierte viele Monate nicht auf die Hilferufe aus diesen Ländern . Schon vergessen ? Diese WHO muß total reorganisiert werden , ggf. aufgelöst und durch eine seriöse Institution mit unbelasteten Experten ersetzt werden .

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel