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Börse Stuttgart-News Trend am Mittag

Gastautor: Börse Stuttgart
01.02.2019, 16:47  |  603   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Euwax Trends an der Börse Stuttgart

JEFTA tritt in Kraft - Stimmung in chinesischer Industrie getrübt

DAX nach US-Arbeitsmarktbericht kaum verändert

- von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV Nachrichten Redaktion -

Die EU und Japan bilden von diesem Freitag an die größte Freihandelszone der Welt. Mit dem Inkrafttreten des 2018 geschlossenen Wirtschaftspartnerschaftsabkommens werden Märkte mit 635 Millionen Menschen verbunden. Ziel ist es, Zölle und andere Handelshemmnisse nahezu vollständig abzubauen, um das Wachstum anzukurbeln.

Durch das Abkommen könnten europäische Unternehmen jedes Jahr eine Milliarde Euro an Zöllen einsparen, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Konsumenten biete es zudem eine größere Auswahl und günstigere Preise. Umwelt- und Verbraucherschützer sehen die neuen Handelsabkommen der EU hingegen kritisch.

Japan ist nach den USA und China die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und damit ein sehr interessanter Absatzmarkt für europäische Unternehmen. Gemeinsam sind die EU und Japan für knapp ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung verantwortlich.

Als ein Grund für den schnellen Abschluss gilt der wirtschaftspolitische Kurs von US-Präsident Donald Trump. Diesem wird von der EU und Japan eine protektionistische Politik vorgeworfen, der mit der Gründung einer riesigen Freihandelszone etwas entgegengesetzt werden soll. Trump hatte die Pläne für das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP eingestampft und die US-Beteiligung am Pazifik-Handelsabkommen TPP gekündigt. Das TPP-Abkommen umfasst mehr als 10 Prozent der Weltwirtschaft. Zu den elf Mitgliedsländern zählen Australien, Kanada, Singapur, Japan und Neuseeland.

Caixin-Einkaufsmanagerindex fällt

In China hat sich die Stimmung bei kleinen und mittelgroßen, meist privaten Industriebetrieben zum Jahresauftakt weiter stark eingetrübt. Der vom Wirtschaftsmagazin Caixin erhobene Stimmungsindex fiel nach Angaben vom Freitag im Januar überraschend auf 48,3 Punkte.

US-Arbeitsmarkt zeigt sich trotz 'Shutdown' robust

Der amerikanische Arbeitsmarkt ist trotz des einmonatigen Verwaltungsstillstands robust in das neue Jahr gestartet. So entstanden im Januar wesentlich mehr Arbeitsplätze, als Ökonomen erwartet hatten. Nach Zahlen des Arbeitsministeriums vom Freitag kamen außerhalb der Landwirtschaft 304.000 Stellen hinzu. Das ist der stärkste Zuwachs seit knapp einem Jahr. Die Erwartungen hatten im Mittel bei 165.000 neuen Jobs und damit viel niedriger gelegen.

Allerdings wurde zugleich die Entwicklung in den beiden Vormonaten um insgesamt 70.000 Stellen nach unten gesetzt. Betroffen von der Korrektur war vor allem der Dezember, in dem nach neuen Zahlen nicht 312.000 neue Stellen, sondern nur 222.000 Arbeitsplätze entstanden sind. Dennoch ist ein das ein solider Wert.

Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent. Sie liegt damit aber immer noch in Reichweite des im vergangenen Jahr aufgestellten Fünfzig-Jahres-Tiefs von 3,7 Prozent. Die Lage am Arbeitsmarkt kann damit weiterhin als sehr robust bewertet werden.

Enttäuschend fiel jedoch die Lohnentwicklung aus. Die Stundenlöhne stiegen im Monatsvergleich lediglich um 0,1 Prozent und im Jahresvergleich um 3,2 Prozent. Beide Zuwächse lagen unter den Markterwartungen. Die Lohnentwicklung wird vor allem auch von der US-Notenbank Fed beobachtet, weil sie Hinweise auf die künftige Inflation zulässt.

Der Eurokurs gab nach den Daten zum US-Dollar nur kurzzeitig nach. Er erholte sich rasch wieder. Gefallen sind die Kurse von US-Staatsanleihen. Die Renditen legten entsprechende zu.

Anleger halten sich zurück

Am Aktienmarkt agieren die meisten Teilnehmer zurückhaltend. So notiert der DAX aktuell bei 11.159 Punkten mit 0,1 Prozent im Minus.

Thomas Metzger, Head of Asset Management beim Bankhaus Bauer, kommentiert die Situation so:

"Momentan gelingt es weder den Bullen noch den Bären so richtig, die Oberhand zu gewinnen. Pro- und Contra-Argumente beider Seiten gleichen sich in etwa aus. Während das Bewertungsniveau des Marktes, die Annäherung der USA und China im aktuellen Handelsstreit sowie die jüngsten Aussagen der Notenbanken eher für Aktien sprechen, deuten doch viele Indikatoren und einige Unternehmenszahlen der laufenden Berichtssaison auf eine abschwächende Dynamik der Weltwirtschaft hin. Zusätzlich verunsichert das Thema "Brexit".

Eurozone: Industriestimmung auf tiefstem Stand seit 2014 In der Eurozone ist die Stimmung in den Industriebetrieben weiter auf Talfahrt. Im Januar sei der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe den sechsten Monat in Folge gefallen und habe bei 50,5 Punkten den tiefsten Stand seit November 2014 erreicht, teilte das britische Forschungsinstitut IHS Markit am Freitag in einer zweiten Schätzung mit. Damit bestätigte Markit wie erwartet eine erste Schätzung.

Im Dezember hatte der Indexwert noch bei 51,4 Punkten gelegen. Mit dem erneuten Stimmungsdämpfer hält sich die Industriestimmung in der Eurozone nur noch knapp oberhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten.

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