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Dieser Bericht bestätigte gerade das China-Problem von Apple

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
05.02.2019, 08:00  |  795   |   |   

Apple (WKN:865985) schockierte die Anleger im vergangenen Monat, als es seine Prognose zum ersten Quartal revidierte und bekannt gab, dass die Einnahmen wahrscheinlich um 5 % gegenüber dem Vorjahr zurückgehen würden, obwohl es nur zwei Monate zuvor bereits eine konservative Prognose herausgegeben hatte. Diese Ankündigung ließ die Aktien wanken und schien zu beweisen, dass die Schwächung des iPhone-Absatzes die neue Realität war, auf die man sich einstellen musste.

Als Apple seine vollständigen Geschäftszahlen des Quartals bekannt gab, nannte CEO Tim Cook eine Reihe von Gründen für den Rückgang. Die größten Auswirkungen, so Cook, waren die Folgen der sich abschwächenden Konjunktur in China.

Jetzt haben die Investoren eine unabhängige Bestätigung für Cooks Behauptungen. Ein neuer Bericht zeigt, dass Apple nicht das einzige Unternehmen war, das sinkende Smartphone-Verkäufe verzeichnen musste.

Weltweiter Smartphone-Umsatz rückläufig

Wie sich herausstellt, hat Apple beim Smartphone-Umsatz das schlimmste Jahr seiner Geschichte erlebt, so der Bericht Worldwide Quarterly Mobile Phone Tracker des Marktforschungsunternehmens IDC. Der weltweite Smartphone-Lieferumfang sank im vierten Quartal auf 375,4 Millionen Einheiten, was einem Rückgang von 5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und das fünfte Quartal in Folge mit rückläufigen Umsätzen darstellt. IDC sprach vom „schlechtesten Jahr aller Zeiten für Smartphone-Lieferungen“, mit rund 1,4 Milliarden ausgelieferten Einheiten, ein Rückgang von 4 % gegenüber dem Jahr 2018.

Als Apple seinen Ausblick überarbeitete, erklärte Cook, das Unternehmen habe versäumt, „das Ausmaß der wirtschaftlichen Verlangsamung“ vorherzusehen, das ein Ergebnis des zweitschlechtesten BIP-Wachstums in China in den letzten 25 Jahren war – eine Situation, die durch den anhaltenden Handelskrieg mit den USA noch verschärft wurde. Bei der Telefonkonferenz stellte Cook fest: „Der größte Teil des Rückstands gegenüber unserem ursprünglichen Ausblick und über 100 % unseres weltweiten Umsatzrückgangs im Jahresvergleich wurden durch die Performance in China verursacht“.

Der IDC-Bericht bestätigte Cooks Angaben bezüglich China, wo die Umsätze mit Smartphones im Jahr 2018 um über 10 % zurückgingen. Das Land macht etwa 30 % des weltweiten Smartphone-Umsatzes aus, aber der Bericht besagt, dass „hohe Lagerbestände weiterhin eine Herausforderung auf dem gesamten Markt darstellen, ebenso wie die Konsumausgaben für Geräte, die insgesamt rückläufig sind“.

Der Bericht schätzt, dass das iPhone-Volumen von 68,4 Millionen im 4. Quartal um 11,5 % unter dem Vorjahreswert lag und auch andere große Unternehmen einen Umsatzrückgang hinnehmen mussten. Nach Apple gab der Technologieriese Samsung (WKN:881823) – am bekanntesten ist das Unternehmen für seine beliebten Galaxy-Smartphones – eine eigene Warnung zum vierten Quartal heraus. Samsungs Q4-Lieferungen beliefen sich laut IDC auf 70,4 Millionen, was einem Rückgang von 5,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Apple verliert auch Marktanteile.

Cook zitierte eine Reihe weiterer Probleme, die in den Umsatzrückgang beim iPhone einfließen. Der im Vergleich zu anderen Währungen stärkere US-Dollar wirkte sich negativ aus und reduzierte den Umsatz um 2 %, während das iPhone auch für internationale Kunden teurer wurde. Immer weniger Anbieter sind bereit, Smartphones zu subventionieren, was die Kosten auf die Verbraucher verlagert. Schließlich zog das Batteriewechselprogramm von Apple weit mehr Kunden an, als das Unternehmen erwartet hatte, was den Umstieg auf neuere iPhone-Modelle verzögern könnte.

Genau diese Faktoren, von denen viele einen Einfluss auf preissensible Käufer haben, öffneten den Anbietern kostengünstiger Smartphones die Tür, um Apple und Samsung Marktanteile abzunehmen. Huawei, einer der härtesten Konkurrenten der beiden Unternehmen in China, war mit 60,5 Millionen Einheiten der größte Nutznießer, laut IDC 43,9 % mehr als im Vorjahr. Auch einige andere Anbieter von Billig-Telefonen konnten ihren Marktanteil steigern. OPPO steigerte den Versand im vierten Quartal auf 29,2 Millionen, ein Plus von 6,8 % gegenüber dem Vorjahr, während Xiaomi (WKN:A2JNY1) seine Lieferungen auf 28,6 Millionen erhöhte, ein Plus von 1,4 %. Alle anderen Anbieter zusammengenommen sanken um insgesamt 18,5 % auf 118,4 Millionen Einheiten.

Es wird wahrscheinlich nicht so bald besser

Angesichts der sich abschwächenden Wirtschaft in China ist es plausibel, dass sich chinesische Verbraucher für kostengünstigere Smartphone-Optionen entscheiden. Die von Cook zitierten Faktoren, die im letzten Quartal zu sinkenden iPhone-Verkaufszahlen führten, werden wahrscheinlich wirksam bleiben – insbesondere im Hinblick auf den anhaltenden Handelskrieg – weshalb Apple für das kommende zweite Quartal ein weiteres Verlust-Quartal im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert.

Die schwachen Verkaufszahlen des iPhone in China könnten für Apple die neue Normalität sein, da die chinesischen Verbraucher zunehmend billigere Optionen wählen und die weltweiten Smartphone-Verkäufe weiter sinken.

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