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FED-Kapitulation beweist: Das System lässt sich nicht mehr "normalisieren" - Seite 2

Gastautor: w:o Gastbeitrag
05.02.2019, 11:56  |  3277   |   |   

3. Die 1929er Variante

Die dritte Möglichkeit bestünde darin, dass die Zentralbanken etwas tun, was zurzeit niemand von ihnen erwartet: Dass sie den Märkten erneut Geld entziehen und zudem die Zinsen weiter erhöhen. Das stünde zwar im Widerspruch zu allen Signalen aus der US-Politik und der US-Bankenwelt, sollte aber auch nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Eine solch radikale Maßnahme hat 1929 immerhin zum bisher größten internationalen Börsencrash und zur Großen Depression geführt - und die hat den Großbanken damals die Möglichkeit gegeben, 10.000 kleinere Banken zu schlucken. 

Träfe die FED eine solche Entscheidung, wäre sie mit Sicherheit mit den größten Instituten der Wall Street abgesprochen, so dass diese sich rechtzeitig darauf vorbereiten könnten. 

Ein solches Vorgehen würde auf jeden Fall schlimmere Folgen als 1929 haben, da die Risiken und auch die internationale Vernetzung heute ungleich größer sind als damals. Vor allem aber würde sie gewaltige soziale Konsequenzen nach sich ziehen: Handelsströme und Geldströme würden zusammenbrechen, Renten würden nicht mehr ausgezahlt, es käme zu Versorgungsengpässen, Plünderungen und Volksaufständen.

Auf jeden Fall wäre – wie der Gelbwesten-Protest in Frankreich bereits zeigt - mit gewaltiger staatlicher Repression, mit Polizei- und Militäreinsätzen gegen Demonstranten und dem Erlass von Notstandsverordnungen und Kriegsrecht zu rechnen.  

Wie gesagt: Niemand kann momentan voraussagen, für welche der drei Varianten sich die Zentralbanken entscheiden werden. Fatal ist nur, dass alle drei eines beweisen: Das globale Finanzsystem ist durch die lockere Geldpolitik der vergangenen zehn Jahre in eine Lage gebracht worden, aus der es mit Hilfe klassischer Reformpolitik keinen Ausweg mehr gibt. 

Autor: Ernst Wolff, Beitrag vom 5.2.2019

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1 Kommentare

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Kommentare

Also : die Reformer sind am Ende , es bleibt dem globalen Finanzsystem und der WHO nur der therapeutische Rollout von Cannabis in jeder erdenklichen Form zum Inhalieren und Inkorporieren , was letztlich die ganze Welt glücklich machen wird ? Wie war das doch , als der "Spezialist für die Weltwirtschaftskrise "Bernanke Helikoptergeld abwerfen ließ , als Quintessenz seiner Forschung ? Kein Problem , das sammeln wir wieder ein ... Dieses Metier der "Währungshüter" und Wirtschaftswissenschaftler hat sich völlig blamiert ! Es war völlig verantwortungsloses Handeln , offenbar blickt keiner auch nur ein bißchen durch , um einen Ausweg zu finden .

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