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Hochzins-Anleihen Explosive Mittelstandsanleihen beimischen – Stellen Sie die richtigen Fragen!

05.02.2019, 21:11  |  2026   |   |   

Anleger sollten sich bei Mittelstandsanleihen nichts vormachen lassen. Es geht fast immer um alles oder nichts. Das Ausfallrisiko ist hoch. Doch es gibt für Anleger Möglichkeiten, das hohe Risiko der Mittelstandsanleihen, die auch Minibonds oder KMU-Anleihen genannt werden, einzuhegen. So kann man von relativ freundlichen Zinsen und Kursgewinnen profitieren. Ein Überblick der wallstreet:online Verbrauchertipps-Redaktion:

Bereits im Jahr 2014 erklärte der damalige Chef der Börse Stuttgart, Christoph Lammersdorf, den Markt für Mittelstandsanleihen in einem "FAZ"-Interview für "tot". Hintergrund war, dass zu viele Pleiten das Marktsegment für Mittelstandsanleihen der Börse Stuttgart erschüttert hatten. Seitdem bemühen sich Emittenten, Händler und Fondsmanager wacker den Ruf der Mittelstandsanleihen aufzuwerten – teilweise mit Erfolg.

Langsam scheint es voranzugehen, wenn man einer aktuellen Studie der Investor Relations-Berater von IR.on, die selbst einige Emissionen von Mittelstandsanleihen begleiten, Glauben schenken darf. Demnach sollen im letzten Jahr die Anleihen-Ausfälle von acht im Vorjahr auf drei - mybet Holding (zwei Minibonds) und die Royalbeach Spielwaren u. Sportartikel (ein Bond) - zurückgegangen sein. Die Investor Relations-Berater definieren Mittelstandsanleihen als börsennotierte, festverzinsliche Unternehmensanleihen mit einer 1.000-Euro-Stückelung und einem Maximalvolumen von 150 Millionen Euro.

Markbeobachter gehen davon aus, dass auch in den nächsten Jahren, mehrere Anleihen-Emittenten ihren Schulden- und Zinsdienst nicht mehr stemmen können. Es bleibt dabei, dass die Gefahr eines Totalverlusts hoch bleibt. Spötter meinen, dass die relativ hohen Zinskupons, die an einigen, umstrittenen Mittelstandsanleihen kleben – im letzten Jahr bei neuemittieren Papieren durchschnittlich 5,11 Prozent pro Jahr – eigentlich viel höher ausfallen müssten, wenn das hohe Risiko angemessen verzinst werden soll.

Wer das Risiko einer typischen Mittelstandsanleihe richtig einschätzen möchte, muss sich eigentlich tief in die Zahlenwerke der Geschäftsberichte und die Unternehmensgeschichten einarbeiten. Dazu haben die meisten Privatanleger keine Zeit und Muße. Wenn doch, helfen folgende Leitfragen weiter:

  • Warum versucht das emittierende Unternehmen Geld am Kapitalmarkt und nicht bei einem Finanzinstitut aufzunehmen? Ist es womöglich aus Sicht der Banken nicht mehr kreditwürdig?
  • Wie stehen Einnahmen, Ausgaben und die Verbindlichkeiten des Unternehmens zueinander? Können zum Beispiel die Anleiheschulden plus Zinsen aus dem operativen Cashflow bezahlt werden?
  • Wie stellt sich die Geschäftsentwicklung der letzten Jahre dar? Ist das Unternehmen schon mal an einer Pleite vorbeigeschrappt?
     

Berichte von Ratingagenturen helfen leider nur bedingt weiter, weil diese in der Vergangenheit bei Mittelstandsanleihen zu oft deutlich daneben lagen. Hier hilft übrigens die Frage weiter, wer die Rating-Berichte bezahlt hat.

Unterm Strich ist es also für den Otto-Normal-Anleger schwierig, das Ausfallrisiko einer einzelnen Mittelstandsanleihe im Dreieck Branchenumfeld, Geschäftszahlen und Fähigkeiten des Managements zu bemessen. Besser ist es, die Auswahl von Minibonds Profis zu überlassen, die einen Korb voll ausgewählter KMU-Anleihen unter einem Fondsdach anbieten oder ihrem Fondsbestand einige Minibonds beimischen. Für den, der auf die Anlage-Chancen von Mittelstandsanleihen zum Beispiel in Form einer kleineren, riskanteren Depot-Beimischung nicht verzichten möchte, kann die Diversifikation eines Mittelstandsanleihen-Fonds das hohe Risiko von einzelnen Schuldverschreibungen abmildern.

Als reiner Mittelstandsanleihen-Fonds hat sich nach Meinung von Timm Henecker, Redaktionsleiter des Anleihen-Fachportals "Anleihen Finder" bislang nur der "Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS M" etabliert. Daneben gibt es eine Reihe von Anleihen-Fonds (Rentenfonds), die mit Mittelstandsanleihen in ihrem Portfolio arbeiten. Ein Beispiel dafür ist der "HAIG MB Flex Plus B".

Exkurs Rentenfonds: Anleger sollten bei Rentenfonds generell auf die Zusammensetzung des Anleihen-Portfolios achten. Unternehmensanleihen und Staatsanleihen reagieren in verschiedene Richtungen, wenn sich das Marktumfeld ändert. Faustregel: Die Kurse von Unternehmensanleihen würden zum Beispiel zunehmen, wenn sich die Konjunktur verbessert. Die Kurse von Staatsanleihen werden eher durch schwächere Konjunkturphasen gestützt. Bei Anleihen in Fremdwährungen muss zusätzlich noch das Wechselkursrisiko eingeplant werden.

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Was unser Geschäftspartner heute seinen Investoren schrieb: In Deutschland wären gute Voraussetzungen für eine Gesellschaft ohne Armutsprobleme und für das Gedeihen eines gesunden Mittelstandes optimal gegeben. Dies wird jedoch durch eine in sämtlichen Strukturen und Prozessen des Finanz- und Wirtschaftslebens unbeschreibliche gesetzliche und verwaltungsmässige Bürokratie sowie durch extrem hohe Fiskalabgaben verhindert. Die Tätigkeit der Europäischen Zentralbank, die ohne demokratische Legitimation tätig ist, kann mit ihrer „Pflästerli Politik“ in Form von kurzfristig wirksamen Kapitalspritzen einen Zusammenbruch der Europäischen Union nur noch hinausschieben, aber nicht mehr verhindern. Das Vertrauen der Bevölkerung der Mitgliedsländer ist heute schon schwer erschüttert. Alle Länder wollen Geld aus diesem Wundertopf herausziehen, der nur mit Schulden und zahlungsunfähigen Mitgliedsländern mit grosser Mühe am Leben erhalten wird. Zu einem Umbruch gehören nicht nur finanzielle und wirtschaftliche Aspekte. Man muss damit rechnen, dass sich für die Einwohner weltweit in vielen Belangen Umbrüche einstellen. Nebst hohen Vermögensverlusten reiht sich der Verlust der individuellen Freiheit.

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