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Startet der DAX eine Verfallstagsrally?

Gastautor: Sven Weisenhaus
12.02.2019, 08:27  |  821   |   |   

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

an den Börsen sind stets alle möglichen Ereignisse dafür gut, die Kurse in die eine oder andere Richtung zu treiben: Notenbankentscheidungen, Geopolitik, Unternehmensnachrichten usw. Manche davon sind sogar absehbar, weil sie als Termin im Kalender stehen. So wie z.B. die Verfallstage. Und der bevorstehende „kleine“ Verfallstag am Freitag ist ein Kandidat, der den DAX auf seine Rally schicken könnte.

Die aktuelle Verfallstagspositionierung

Das wird sofort beim Blick auf das Verfallstagsdiagramm klar:

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Ich erwarte, dass der DAX steigt...
Ich erwarte, dass der DAX fällt...

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Verfallstagsdiagramm DAX Februar 2019 

Die jeweils aktuelle Verfallstagsgrafik finden Sie übrigens auf unserer Webseite unter: https://www.stockstreet.de/verfallstag-diagramm/

Der DAX steht aktuell bei 11.000 Punkten (siehe Pfeile) und damit auf dem theoretisch günstigsten Abrechnungsniveau für die Stillhalter, wie das kleine untere Diagramm („Schüsselkurve“) zeigt. Damit haben die Stillhalter keinen Druck, in den Markt einzugreifen.

Daran ändert sich auch nicht allzu viel, wenn der DAX wieder fallen sollte. Dann laufen zwar einige Put-Positionen (rote Säulen) ins Geld, aber diese sind relativ klein und geben damit ebenfalls keinen Anlass für die Stillhalter einzugreifen. Darauf deutet auch die „Schüsselkurve“ hin, die nach links – also in Richtung fallender DAX-Kurse – nur relativ flach ansteigt.

Damit können wir als erstes Zwischenfazit festhalten: Sofern der DAX weiterhin dahindümpelt oder Schwäche zeigt, sind bis zum Verfallstag aufgrund der Optionspositionen keine Kurssprünge zu erwarten. In diesem Fall gibt es kein konkretes Kursziel, da faktisch jeder Kurs den Stillhaltern recht sein dürfte.

Wenn der DAX weiter steigt

Ganz anders ist das jedoch, wenn der DAX von diesem Niveau aus wieder steigt! Denn dann kommen recht schnell die beiden aktuell größten Positionen bei 11.200 und 11.250 Punkten ins Spiel. Und sobald diese ins Geld laufen, dürfte unter den Stillhaltern Hektik ausbrechen.

Je nach Dynamik, mit der dieser Kursbereich angelaufen wird, könnte das zu unterschiedlichen Reaktionen führen:

Wenn der DAX nur gemächlich zur 11.200-Marke schlurft, könnten die Stillhalter versuchen, den DAX darunter zu halten. In diesem Fall wäre die 11.200er Marke zugleich das Kursziel bis zum Verfallstag.

Wenn es der DAX jedoch in den nächsten Tagen überhaupt bis zur 11.200er Marke schafft, ist es wahrscheinlicher, dass dies mit einer gewissen Dynamik geschieht (siehe unten) und diese Marke dann auch mit einem impulsiven Kurssprung überwunden wird. Dann bleiben den Stillhaltern nur die üblichen Absicherungsmaßnahmen. Und wie regelmäßige Leser unserer Verfallstagsanalysen wissen, verstärken die Absicherungsmaßnahmen der Stillhalter, die Kursbewegung, durch die sie ausgelöst werden – in diesem Fall also den Kursanstieg.

Wirklich nur eine geringe Distanz?

Die spannende Frage ist nun natürlich, wie wahrscheinlich es ist, dass der DAX es über die 11.200er Marke schafft. Vom aktuellen Kursniveau sind es bis dahin 1,8 %. Das klingt nicht viel – das schafft der DAX mitunter an einem einzigen Handelstag.

Die Statistik mahnt dagegen zur Vorsicht: Tatsächlich gelingt es dem DAX nur in gut 11 % der Fälle, dieses Niveau innerhalb eines Tages zu überschreiten. Aber er hat ja bis Freitag immerhin drei Tage Zeit. Doch auch dann steigt die Wahrscheinlichkeit nur auf 30 %, diese scheinbar so geringe Schwelle zu überschreiten.

Der Grund dafür, dass es der DAX rein statistisch auch in drei Tagen so selten schafft, um magere 1,8 % zu steigen, ist natürlich, dass der DAX in einer Vielzahl der Fälle einfach drei Tage lang in die Abwärtsrichtung marschiert – und so gar keine Gelegenheit hat, diese „geringe“ Marke zu überspringen. Wenn man diese kurzfristigen Abwärtstrends herauslässt und prüft, wie oft es dem DAX gelingt, während eines 3-Tage-Anstiegs wenigstens einmal über den Schwellwert von 1,8 %. zu steigen – wenn auch kurzfristig – dann steigt die Wahrscheinlichkeit dafür schon auf fast 60 %. Und es reicht ja schon, wenn der DAX mit einer gewissen Gefahr der Nachhaltigkeit über die neuralgische Marke hüpft, um die Absicherungsmaßnahmen auszulösen und den Kurs weiter zu treiben!

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