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Marktkommentar: Dr. Georg von Wallwitz (Eyb & Wallwitz): Entscheiden wie die Klassiker - Seite 2
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Marktkommentar Dr. Georg von Wallwitz (Eyb & Wallwitz): Entscheiden wie die Klassiker - Seite 2

Nachrichtenquelle: Asset Standard
13.02.2019, 09:40  |  591   |   |   

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Diese Vorrede war nötig, um folgendes festzustellen: Die Konjunktur verlangsamt sich deutlich. Der Aufschwung in den USA ist ein schuldenfinanziertes Strohfeuer geblieben und hat nicht zu nachhaltig höheren Investitionen geführt. Die Auseinandersetzung zwischen den USA und China hat das Potenzial, die wirtschaftliche Entwicklung der nächsten Jahre erheblich zu stören. Das Wachstum in China ist auf den niedrigsten Stand seit 1990 gefallen, im Wesentlichen, weil die Konsumenten dort wenig optimistisch in die Zukunft schauen. Eine „harte Landung“ der Konjunktur im Reich der Mitte ist eine ernstzunehmende Möglichkeit geworden und das ist keine schöne Perspektive in einem Land, in dem die Gesamtverschuldung bei 300% der Wirtschaftsleistung liegt (was jeden Hellenen erröten lassen würde). Die deutsche Industrie, die in den letzten Jahren das Zugpferd des Wirtschaftswachstums in Europa war, ist ins Stottern geraten, weil die allesdominierende Autoindustrie in eine unordentliche Zukunft schaut und der Export nach China sich spürbar eintrübt. Und auch sonst macht Europa keinen guten Eindruck: Die Briten scheinen bis heute nicht zu verstehen, wie die EU funktioniert. Die Italiener sind immer noch unglücklich mit dem Euro verheiratet, haben eine schrumpfende Wirtschaftsleistung und mehr Schulden, als je ein Rettungsschirm auffangen könnte. Ach ja, und im Osten rasseln die Russen mit dem Säbel, was im Westen kaum jemanden interessiert.

Das alles ist übel und noch vor einem Jahr fühlte sich die Welt irgendwie besser an. Aber: Ob das an den Börsen zu fallenden Kursen führt, ist völlig offen, denn es hängt ebenso sehr von den Erwartungen wie von den Bewertungen ab. Die schlechten Nachrichten werden von den Finanzmärkten nun schon seit bald einem Jahr verdaut. Immerhin ist der DAX im vergangenen Jahr um 18% gefallen. Auch die amerikanischen Börsen, wo die Unternehmen sich über gewaltige Steuernachlässe freuen konnten, haben von der Spitze bis zum (vorläufigen) Boden knapp 20% nachgegeben. Es ist also viel passiert. Ist genug passiert? Schwer zu sagen. Kann es sein, dass wir neue Tiefpunkte sehen? Jederzeit! Aber die Erfahrung lehrt, dass jeder Kurssturz irgendwann zu Ende ist und dass dieser Zeitpunkt lange vor dem Ende der schlechten Nachrichten liegt. Irgendwann und irgendwie muss sich auch der Skeptiker entscheiden, wieder zuzukaufen – wenn er überhaupt ein anderes finanzielles Asset besitzen will als ein Sparbuch.

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