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Causa Wirecard-Aktie mit überraschender Wendung: (noch) kein finales Entspannungssignal!

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
15.02.2019, 09:02  |  8315   |   |   

Es geht weiter in der Causa Wirecard (WKN: 747206). Nachdem sich erst vor wenigen Tagen einige Analysten ein Stück weit von der Wirecard-Aktie distanzierten, indem sie beim innovativen Zahlungsdienstleister reihenweise die Kursziele gesenkt haben, teilweise bedeutend, können wir zur Mitte der aktuellen Woche erneut auf eine brisante Wendung blicken.

Denn derzeit tauchen vermehrt Berichte auf, wonach die Financial Times, oder allein Financial Times-Autor Dan McCrum, wer weiß,  in einem fragwürdigen Licht erscheinen.

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Daher lass uns auch an dieser Stelle diese neuerlichen Erkenntnisse aus einem Foolishen Blickwinkel betrachten, bevor wir überlegen, was das nun wiederum für alle leidgeplagten Investoren bedeuten könnte. Beziehungsweise, ob das nun möglicherweise etwas Entspannung in den hochspannenden Fall Wirecard bringen kann.

Hat jemand von der Financial Times vorab über die Leerverkäufe informiert?

Wie mehrere Börsenmedien derzeit berichten, tauchte zum Handelsschluss des vergangenen Mittwochs nun ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf, wonach die Financial Times möglicherweise in einer engeren Verbindung mit den Leerverkäufern gebracht werden könnte als bislang angenommen.

Demnach läge der Staatsanwaltschaft München I die Aussage eines Leerverkäufers vor, wonach dieser bereits vor dem Erscheinen der kritischen Berichte der Financial Times wusste, wann diese denn an die Öffentlichkeit geraten würden.

Bereits in den vergangenen Handelstagen und -wochen wurde schon häufiger mal diskutiert, ob zumindest der Financial Times-Autor Dan McCrum in einer engeren Verbindung mit den Leerverkäufern – also den Profiteuren derartiger Berichte – stehen könnte. Und diese Spekulationen dürften mit dieser Episode nun einen neuen Nährboden bekommen haben. Durchaus eine weitere brisante Wendung daher, wenn du mich fragst.

Entspannungszeichen für Wirecard?

Für Wirecard kann das natürlich im Umkehrschluss bedeuten, dass sich der mediale Fokus nun zumindest etwas vom innovativen Zahlungsdienstleister abwendet. Zudem könnten sämtliche kritischen Berichte, die die Financial Times vielleicht noch in petto hat, natürlich aus einem anderen Blickwinkel gesehen werden, sollte sich diese These im weiteren Verfahrensgang bewahrheiten – oder weitere Indizien dafür ergeben, dass womöglich die Financial Times oder ein Autor möglicherweise zumindest moralisch, wenn nicht gar rechtlich fragwürdig gehandelt hat.

Das kann natürlich zu etwas kurzfristiger Entspannung im Kontext Wirecard führen, keine Frage. Und es dürfte in jedem Fall dazu führen, dass gegenwärtig die Financial Times etwas kritischer beäugt wird, anstatt Wirecard. Was entsprechend ebenfalls vielen Investoren gefallen dürfte.

Dennoch sollten wir auch an dieser Stelle einmal betonen, dass wir auch hier natürlich nichts Genaueres wissen. Eine Aussage eines Leerverkäufers könnte ein starker, für Wirecard entlastend wirkender Anhaltspunkt sein. Oder aber auch nicht. Daher sollte man als Interessierter oder Investor auch diese durchaus brisante und ebenfalls hochspannende Episode nicht überbewerten.

Erst die weiteren Ermittlungen werden belastbare Erkenntnisse bringen

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich inzwischen beinahe gebetsmühlenartig wiederhole, bleibt es daher im Endeffekt dabei: Erst die abschließenden internen und externen Ermittlung bei Wirecard dürften für alle Investoren die herbeigesehnte, langfristige Gewissheit bringen, die im besten Fall zur Entspannung führen kann.

Die Causa Wirecard wird mit Sicherheit auch in den nächsten Tagen und Wochen erneut um so einige Kapitel und Episoden bereichert werden, von denen sich alle langfristigen Investoren – sowohl im Guten, als auch im Schlechten – nicht sonderlich blenden lassen sollten.

Denn Klarheit wird es vermutlich erst geben, sobald die Polizei in Singapur und die renommierte Compliance-Kanzlei Rajah & Tann die finalen Ergebnisse der jeweiligen Ermittlungen präsentieren können. Und erst dann dürfte sich auch für alle langfristigen Investoren Entspannung breit machen können – oder aber wir müssen im Worst-Case-Szenario die Aktie von Wirecard ein für alle Mal einmal neu bewerten.

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