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Mietrecht Aufgepasst – Nur dann darf ein Vermieter die Miete erhöhen!

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Gastautor: Markus Mingers
17.02.2019, 10:07  |  504   |   

Eine Mieterhöhung ist immer wieder ein heiß diskutiertes Thema. Vermieter möchten sie meist auf Biegen und Brechen durchsetzen, Mieter nehmen dies in der Regel allerdings nicht so einfach hin. Doch unter welchen Bedingungen ist eine Erhöhung denn überhaupt zulässig?

 

 

Wenn eine Mieterhöhung von beiden Seiten akzeptiert wird, sollte es auch zu keinerlei Problemen kommen. Falls allerdings keine Absprache getroffen werden kann, wird die gesetzliche Regelung interessant.

 

Diese sieht vor, dass Mieterhöhung nur aus drei Gründen angestrebt werden dürfen:

 

  • Mieterhöhung nach Modernisierungsmaßnahmen

  • Mieterhöhung zur ortsüblichen Vergleichsmiete

  • Veränderung von Betriebskosten

 

Mieterhöhung zur ortsüblichen Vergleichsmiete

 

 

Die ortübliche Vergleichsmiete setzt sich aus Mieten bezüglich vergleichbarer Wohnräume zusammen. Hier werden meist Lage, Art, Größe, Ausstattung oder auch die Beschaffenheit betrachtet. Als Beweis für eine eingetretene Veränderung können beispielsweise der Mietspiegel, eine Mietdatenbank, ein Sachverständiger dienen.

 

Eine Mieterhöhung kann hier allerdings nur frühestens ein Jahr nach der letzten angebracht werden. Die Zustimmung der Mieter kann er nach 15 Monaten ohne Mietveränderung verlangen. Zudem muss das Mieterhöhungsverlangen in Textform eingereicht werden, eine mündliche Absprache wäre unzulässig.

 

 

Mieterhöhung nach Modernisierung

 

 

Bei einer Mieterhöhung aufgrund einer Modernisierung sollten Mieter immer aufpassen, da nicht jede Arbeit am Haus oder an der Wohnung eine Modernisierung darstellt. Wenn ein kaputtes Fenster beispielsweise durch eine intaktes ersetzt wurde, ist dies noch lange keine Modernisierung, sondern eine Instandhaltung.

 

Wenn es sich allerdings wirklich um eine Modernisierung handelt, können Vermieter die Miete um acht Prozent der Modernisierungskosten im Jahr erhöhen. Diese Erhöhung braucht keinerlei Begründung und tritt drei Monate nach Mitteilung in Kraft.

 

 

Mieterhöhung aufgrund einer Veränderung von Betriebskosten

 

 

Falls es zu einer Erhöhung der Nebenkosten bzw. Betriebskosten gekommen ist, darf der Vermieter die Miete anpassen und die Kosten auf die Mieter umlegen. Diese werden dann monatlich in Form einer Vorauszahlung geleistet.

 

Auch in diesem Fall ist ein eine Information an den Mieter in Textform von Nöten, eine Begründung ist allerdings nicht nötig.

 

 

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Bei weiteren Fragen zum Thema “Mieterhöhung”, wenden Sie sich an die Kanzlei Mingers & Kreuzer! Wir beraten Sie gerne. Erreichen können Sie uns unter der Telefonnummer 02461/ 8081 oder dem Kontaktformular auf unserer Website. Weitere Rechtsnews finden Sie in unserem Blog oder YouTube-Channel.

 

 

 

 

 

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Gastautor

Markus Mingers
Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Arbeitsrecht und Wirtschaftsrecht

Markus Mingers ist Rechtsanwalt im Bereich Wirtschaft sowie Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht. Seit mehr als 13 Jahren ist er als Anwalt tätig und Inhaber von Mingers & Kreuzer Rechtsanwälte. Von mehreren Kanzleistandorten u.a. Köln, München oder Jülich aus erstreitet er mit seinem Team Gelder aus Themen und Urteilen, die dem Verbraucher bis dahin unbekannt sind. Er ist Experte im Bereich Rückabwicklung Lebensversicherung, Widerruf Autokredit und Verbraucherdarlehen sowie im VW Abgasskandal und LKW Kartell. Bekannt ist Markus Mingers vor allem durch seine Auftritte bei n-tv oder RTL sowie als Experte von FOCUS Online, hier ist sein Rat im Verbraucherrecht zu aktuellen Themen gefragt.

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