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Bitcoin 3.0 – geht es jetzt erst richtig los?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
18.02.2019, 09:02  |  809   |   |   

Auch wenn Bitcoin und die anderen Kryptowährungen zum Leidwesen und zur Belustigung der Zocker weiterhin hoch- und runtergepeitscht werden, habe ich den Eindruck, dass es mittlerweile ziemlich still geworden ist rund um das 2017 noch so unglaublich heiße Thema Blockchain.

Aber ist das nur die Ruhe vor dem großen Sturm? Möglicherweise folgt auf das Tal der Enttäuschungen nun der Pfad der Erleuchtung, wie Experten für Hype-Zyklen es gerne ausdrücken. Steht also Bitcoin 3.0 vor der Tür? Hier sind einige Indizien.

Bitcoin 1.0 und 2.0 liegt hinter uns

Zunächst stellte Bitcoin eine Lösung für ein langjähriges Informatikproblem dar: Wie könnte man digitale Zahlungsmittel schaffen, ohne auf die Aufsicht einer vertrauenswürdigen Instanz angewiesen zu sein? Mit den in der Bitcoin-Software implementierten starren Mechanismen für die Ausweitung der Geldmenge und den durch alle interessierten Nutzer getragenen Verifizierungsmethoden gelang es 2009, ein erstes funktionierendes System zur Verfügung zu stellen.

Wirklich fasziniert davon — ich nenne es Bitcoin 1.0 — waren aber in den ersten Jahren nur eingefleischte Nerds und andere IT-Experten. Ab Ende 2012 änderte sich die Situation jedoch. Nun sprangen auch Investoren, Banken, Handelsplattformen und Halbleiterunternehmen auf das Thema an. Einige schlaue Köpfe hatten bald herausgefunden, dass sich dieses System dazu ausnutzen lässt, eine Menge Geld zu machen. Es müsste nur genügend Aufmerksamkeit geschaffen werden, um eine Welle loszutreten.

Schließlich sorgen die vorgenannten starren Mechanismen für eine Verknappung, welche mit einer schwunghaft ansteigenden Nachfrage niemals mithalten kann. Also wurde ordentlich auf die Pauke gehauen, vereinfachte Möglichkeiten für den Handel bereitgestellt und spezielle Hardware entwickelt, um bei der Mining-Lotterie besonders gute Gewinnchancen zu haben. Wir waren bei Bitcoin 2.0 angekommen.

Irgendwann im Laufe des Jahres 2017 wurden die Mängel von Bitcoin offensichtlich. Vor allem der wahnwitzige Energieverbrauch durch den extrem intensivierten Wettbewerb um die immer wertvolleren Mining-Trophäen sorgte bei vielen für Verärgerung. 2018 folgte dann die Ernüchterung, neue Höchststände sind nun in weiter Ferne und die Lage hat sich beruhigt.

Bitcoin 3.0 liegt vor uns

Natürlich ist Bitcoin alles andere als tot. Noch immer kann man sich für eine einzige Einheit eine komplette Küchenausstattung kaufen. Die Marktkapitalisierung übertrifft weiterhin diejenige von allen anderen Kryptowährungen zusammen. Und doch ist nun die Zeit gekommen, das Thema Blockchain auf eine neue Stufe zu heben. Obwohl Bitcoin selbst dabei voraussichtlich nicht die Hauptrolle spielen wird, will ich es Bitcoin 3.0 nennen.

In den letzten Wochen und Monaten gab es einige interessante Entwicklungen. So schmieden beispielsweise mehrere Staaten an eigenen Kryptowährungen. In Russland soll es ein goldgedeckter Krypto-Rubel sein und im krisengeschüttelten Venezuela wird bereits mit Hochdruck der an das Schieferöl gekoppelte Petro-Token zwangspopularisiert. Auf ähnliche Weise setzt wohl Iran darauf, mit einer eigenen Kryptowährung Handelssanktionen auszuhebeln.

Neben solchen staatlichen Projekten gibt es aber auch auf der kommerziellen Seite spannende Entwicklungen. Spannend finde ich Systeme, welche zur Deckung Energieeinheiten verwenden. WePower ist ein Beispiel dafür, wo Teilnehmer ihre erwartete Solarstromproduktion in Kilowattstunden-Tokens wandeln können, sodass Angebot und Nachfrage elegant ins Gleichgewicht kommen, sowohl physisch als auch digital.

Daneben wurde vor wenigen Tagen von JPMorgan Chase (WKN:JPM4CE) der JPM Coin vorgestellt, dessen fixer Wert von der Bank garantiert wird. JPM wird wohl als Konkurrenz zum Ripple-System positioniert, das zwischen diversen internationalen Zahlungsdienstleistern seit Längerem getestet wird, aber bevorzugt eine ungedeckte Verrechnungseinheit (XRP) verwendet.

Mit Überraschungen ist zu rechnen

Was viele der neuen Initiativen eint, ist offensichtlich, dass die Kryptoeinheiten mit einem realen Wert unterlegt werden. Im Fall von JPM Coin und den staatlichen Varianten wird dafür die ursprüngliche Forderung, auf eine vertrauenswürdige Instanz zu verzichten, aufgelöst. Trotzdem könnte durch die richtige Mischung aus Offenheit, Hierarchie und Wertdeckung etwas entstehen, das den Praxisnutzen von Blockchains deutlich erhöht.

Unternehmen wie SAP (WKN:716460) und IBM (WKN:851399) propagieren bereits seit einiger Zeit Branchenlösungen, die den Schwerpunkt auf die Verfolgung von Transaktionen in offenen Lieferketten legen. Der Währungsaspekt tritt gegenüber dem Ziel zurück, verlässliche Aufzeichnungen mit Zeitstempel, passendem Datenschutz und Integration in geschäftliche Softwareplattformen zu haben.

Besonders aussichtsreich sind daneben neuartige Systeme, die eigene Mechanismen zur Geldschöpfung haben, welche sich an der tatsächlichen Menge von („tokenisierten“) Gütern und Services innerhalb des Systems orientieren. Gerade die universelle Einheit Kilowattstunden halte ich dabei für gut geeignet. Passenderweise treiben im Energiegroßhandel auch zahlreiche europäische Konzerne wie E.ON (WKN:ENAG99) und RWE (WKN:703712) ein entsprechendes Projekt namens Enerchain voran.

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