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Egbert Prior Anlegergeld von windeln verweht

Gastautor: Egbert Prior
18.02.2019, 11:19  |  1742   |   |   

Die Börse prügelte den auf Baby-Artikel spezialisierten Internethändler windelweich. Ausgabepreis 18,50 Euro im Mai 2015. Seither ging es bergab. Aktuell beläuft sich die Notiz auf 18 Cent. 99% Wertverlust! Inzwischen hat windeln.de das Kapital im Verhältnis 10 zu 1 herabgesetzt. Das hat den Kurs optisch aufgebessert auf aktuell 1,78 Euro. Der Börsenwert ist auf lächerliche 5,5 Millionen geschrumpft. Mit dem Mut der Verzweiflung haben die Münchener eine Kapitalerhöhung beschlossen. Insgesamt sollen bis zu 6,9 Millionen Aktien zum Preis von 1,48 Euro plaziert werden. Das könnte bis zu 10 Millionen in die Kasse spülen. Bislang gelang es jedoch nie, den Abwärtstrend zu stoppen. 2018 war ein Horrorjahr. Der Umsatz halbierte sich auf nur noch 105 Millionen. Der operative Verlust konnte nur geringfügig eingedämmt werden von 21 auf 18 Millionen. Der Kassenbestand dürfte auf nur noch 10 Millionen abgeschmolzen sein. Bei einer cash burn rate von 1,7 Millionen im vierten Quartal ist das Ende nah. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht. Ursprünglich hatte CEO Peuckert bereits für 2019 einen Nettogewinn in Aussicht gestellt. Inzwischen wurde diese Prognose einkassiert, jetzt wird ein operativer Gewinn für 2020 angekündigt. Grundproblem ist die verquere Unternehmensstrategie. Statt sich auf einen Vertrieb von typischen Babyartikeln – Windeln, Nahrung, Kinderwagen, Babysitze etc. – zu konzentrieren, verkaufen die Münchener im großen Stil auch Milchpulver nach China. Ein Angebotsüberhang und regulatorische Schwierigkeiten verhagelten die Bilanz. Dabei erhalten chinesische Kunden die bestellten Waren per Luftpost aus Europa. Irrsinn! Aber nicht nur in China hat sich das Geschäftsvolumen halbiert, auch für Europa trifft dies zu. Verzweifelt versucht CEO Matthias Peuckert mit Kostensenkungen gegenzusteuern. Gleichzeitig möchte der Unternehmenslenker profitable Umsätze hochschrauben. Fazit: Nach wie vor fehlt es an einer überzeugenden Strategie. Die Aktie ist nur für Zocker interessant.

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