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„Wir möchten die Aktionärsbasis stärken und den Streubesitz erhöhen“ – Interview mit Falk Raudies, FCR Immobilien AG

Nachrichtenquelle: Anleihen Finder
19.02.2019, 09:06  |  381   |   |   


Die in München ansässige FCR Immobilien AG startet heute (19.02.2019) ein öffentliches Aktien-Angebot im Zuge einer geplanten Kapitalerhöhung. Der Bezugspreis liegt bei 17,50 Euro je Aktie. Die Anleihen Finder Redaktion hat mit dem Gründer und Geschäftsführer der FCR Immobilien AG, Falk Raudies, über das Angebot und die Hintergründe der Kapitalmaßnahme gesprochen.

Anleihen Finder: Sehr geehrter Herr Raudies, Sie gehen als dreifache Anleihen-Emittentin dem Fremdkapital sozusagen „fremd“. Warum hat sich die FCR Immobilien AG für eine Kapitalerhöhung mit öffentlichem Aktien-Angebot entschieden?

Falk Raudies: Die Kapitalerhöhung mit öffentlichem Angebot, so dass jeder Interessierte Aktien über die Zeichnungsfunktionalität der Frankfurter Wertpapierbörse DirectPlace erwerben kann, ist Teil unseres dreistufigen Börsengangs. Wir haben im vergangenen Sommer bereits eine Kapitalmaßnahme vollzogen, um den nötigen Freefloat für das Börsensegment Scale von über 20 Prozent herzustellen. Im
November folgte dann das Listing der FCR-Aktien an der Frankfurter Wertpapierbörse. Scale war uns wichtig als Signal, dass wir transparent kommunizieren wollen. Das kennen Sie ja schon von den Anleihen. Die jetzige Kapitalerhöhung mit einem öffentlichen Angebot vervollständigt den Prozess des Börsengangs nun, um den Aktionärskreis zu erweitern und den Freefloat noch einmal zu erhöhen.

Hinweis:Der Wertpapierprospekt zur Kapitalmaßnahme kann hier eingesehen werden.

Anleihen Finder: Wofür wird das Geld benötigt und warum macht eine solche Transaktion in der gegenwärtigen Unternehmensentwicklung Sinn?

„SMC Research hat ein Kursziel von 27,30 Euro ausgerufen“

Falk Raudies:  Wir sind nicht auf die Erlöse aus der Kapitalerhöhung angewiesen, die frischen Mittel werden wir aber ebenfalls für das weitere profitable Wachstum der FCR Immobilien AG einsetzen. Wir möchten mit der Kapitalerhöhung die Aktionärsbasis, wie bereits gesagt, stärken und den Streubesitz erhöhen. Damit tragen wir auch den Wünschen unserer bisherigen Aktionäre Rechnung, die Liquidität der Aktie weiter zu erhöhen. Ein Hinweisnoch zum Bezugspreis, wir bieten die Aktien mit 17,50 Euro zu einem, wie ich finde, sehr attraktiven Preis an. SMC Research beispielsweise hat ein Kursziel von 27,30 Euro ausgerufen. Die neuen Aktien sind übrigens schon für 2018 voll dividendenberechtigt, sind also den alten Aktien gleichgestellt.

Anleihen Finder: Wie sieht das aktuelle Bezugsrechts- und Aktien-Angebot konkret aus? Wie können potenzielle Investoren die Aktien erwerben?

Falk Raudies: Wir werden insgesamt bis zu 521.156 neue Aktien zu einem Bezugspreis von 17,50 Euro ausgeben. Damit sprechen wir also von einem maximalen Erlös von rd. 9,1 Mio. Euro. Das öffentliche Angebot läuft vom 19. Februar bis zum 6. März. In dieser Zeit können die Aktien über die Zeichnungsfunktionalität DirectPlace der Frankfurter Wertpapierbörse gezeichnet werden (ISINDE000A2TSSV4, WKN A2TSSV).

„Haben durch die Notierung der Aktien einen Schub bekommen“

Anleihen Finder: Sie haben es gesagt, seit November 2018 sind die Aktien der FCR Immobilien AG im Qualitäts-Segment Scale der Frankfurter Börse gelistet – was hat sich seitdem insbesondere im Hinblick auf die Sichtbarkeit des Unternehmens verändert?

Falk Raudies: Wir haben bislang ein sehr positives Feedback erhalten. Allerdings muss man dazu sagen, dass die FCRImmobilien AG schon vor dem Listing am Kapitalmarkt nicht unbekannt war. Wir haben ja bereits Anleihen erfolgreich platziert und diese sind auch börsennotiert. Allerdings merken wir, dass wir durch die Notierung der Aktien nun noch einmal einen gewissen Schub bekommen haben und sich dadurch unsere Stellungam Markt noch einmal verbessert hat.

Anleihen Finder: Warum war der Börsengang in 2018 die richtige Entscheidung?

Falk Raudies: Weil wir uns seit Jahren auf einem dynamischen Wachstumskurs befinden. Mit der Notierungsaufnahme bieten wir einem breiten Aktionärskreis die Chance, an unserem Erfolg zu partizipieren. Mit den Transparenzstandards, die solch eine Börsennotierung mit sich bringt, sind wir bereits durch die Notierung der Anleihen bestens vertraut. Wir kommunizieren schon lange transparent und umfangreich.

„Die FCR Immobilien AG ist und bleibt mein Baby“

Anleihen Finder: Wie setzt sich der Aktionärskreis der FCR Immobilien AG zusammen? Wie viele Anteile halten Sie persönlich?

Falk Raudies: Wir haben durch die vorgeschaltete Kapitalmaßnahme im Sommer 2018 unseren Freefloat auf über 20 Prozent gesteigert. Neben einigen institutionellen Investoren haben wir inzwischen auch Privataktionäre gewinnen können. Die FCR Immobilien AG ist und bleibt aber mein Baby. Auch nach dieser Kapitalerhöhung halte ich deutlich mehr als 50 Prozent der Aktien.

Anleihen Finder: Sind Anleihen für die FCR Immobilien AG dennoch weiterhin ein adäquates Finanzierungsinstrument oder schließen Sie mittelfristig die Begebung eines neuen Bonds aus?

Falk Raudies: Wir haben mit unseren börsennotierten Anleihen durchweg positive Erfahrungen gemacht. Wir haben seit Jahren einen attraktiven Finanzierungsmix und da spielten Anleihe immer eine feste Rolle. Ich wüsste nicht, was dafür sprechen sollte, diesen Finanzierungsmix nun zu verändern. Wenn wir der Meinung sind, Fremdkapital in Form einer Anleihe aufzunehmen, dann machen wir das auch. 

Anleihen Finder: Kommen wir zum operativen Geschäft: 2018 war ein äußerst erfolgreiches Jahr für die FCR Immobilien AG. Was waren/sind die Erfolgsfaktoren?

Falk Raudies: Das stimmt, wir konnten an die erfolgreiche und dynamische Entwicklung der vergangenen Jahre anschließen. Wir haben im vergangenen Jahr unser Immobilienportfolio deutlich ausgebaut. Insgesamt haben wir 30 Immobilien angekauft und neun Objekte veräußert. Unsere Prognose für 2018 sieht eine Verdoppelung des Umsatzes auf 33,5 Mio. Euro vor. Auch beim Ergebnis wollen wir genauso wachsen. Dort rechnen wir mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rd. 9,9 Mio. Euro, nach 4,9 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Wir sind nach wie vor hungrig, was das weitere profitable Wachstum angeht. Das macht auch, so denke ich, zum Teil unseren tollen Erfolg aus.

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