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12 Dinge, die man über den Bericht von Canopy Growth zum dritten Quartal wissen sollte

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
19.02.2019, 16:00  |  1077   |   |   

Die Marihuana-Industrie wächst wie Unkraut. Canopy Growth (WKN:A140QA), bei weitem die größte Marihuana-Aktie nach Marktkapitalisierung, auch.

Laut einem vor kurzem veröffentlichten gemeinsamen Bericht von Arcview Market Research und BDS Analytics soll der weltweite Cannabis-Umsatz 2019 um 38 % auf 16,9 Mrd. US-Dollar steigen und 2022 bei über 3,1 Mrd. US-Dollar liegen. In Anbetracht der Tatsache, dass Canopy Growth nach einer bedeutenden Kapitalinvestition von Constellation Brands (WKN:871918) liquiditätsstark ist, zweifellos ein Top-2-Anbauer nach der jährlichen Spitzenproduktion und führend in den Bereichen Multichannel-Vertrieb, Logistik und Branding ist, ist es kein Wunder, dass alle Augen auf die Ergebnisse des dritten Quartals gerichtet sind.

Am Donnerstag, den 14. Februar, sehr spät nach Börsenschluss, meldete Canopy Growth die mit viel Spannung erwarteten operativen Ergebnisse zum dritten Quartal. Hier sind die 12 wichtigsten Fakten, die man kennen sollte.

1. Der Nettoumsatz stieg um 283 % (technisch gesehen, verfehlte er jedoch die Erwartungen)

Die erste Zahl, auf die sich die Investoren freuen werden, ist der Nettoumsatz von 83 Millionen kanadische Dollar, was einer Steigerung von 283 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht, in dem das Unternehmen einen Nettoumsatz von 21,7 Millionen kanadische Dollar erzielte. Das dritte Quartal, das am 31. Dezember 2018 endete, umfasste auch ca. zweieinhalb Monate Cannabis-Verkäufe nach der Legalisierung, was sich deutlich in den Umsatzzahlen widerspiegelt.

Dennoch verfehlte die Gewinnzahl die Erwartungen, da sechs Wall Street-Analysten 85 Mio. kanadische Dollar prognostiziert hatten. Dies zeigt nur, dass diese Branche so neu ist, dass sie für die Wall Street genauso ein Ratespiel ist wie für die Investoren.

2. Bei Canopy dreht sich alles um den Verkauf von Freizeit-Cannabis

Während wir gesehen haben, dass Aurora Cannabis mehr medizinisches Marihuana als Freizeit-Cannabis verkauft, war dies nicht der Fall bei Canopy Growth. Im dritten Quartal beliefen sich die Umsätze von medizinischem Marihuana auf insgesamt 18,6 Mio. kanadische Dollar, gegenüber 20,3 Mio. kanadische Dollar im Vorjahresquartal, in dem nur der Verkauf von medizinischem Marihuana legal war.

Zum Vergleich verzeichnete Canopy einen Umsatz von 71,6 Mio. kanadische Dollar mit Freizeit-Cannabis, wovon 11,5 Mio. kanadische Dollar Business-to-Consumer und 60,1 Mio. kanadische Dollar Business-to-Business waren. Wenn du dich wunderst, warum sich diese Umsatzzahlen zu mehr als die oben genannten Nettoumsätze von 83 Mio. kanadische Dollar summieren, liegt es daran, dass es sich um Bruttoumsätze handelt, bevor man die Verbrauchsteuern berücksichtigt.

3. Die Lagerbestände sind deutlich gestiegen

Aurora Cannabis wird wahrscheinlich der größte Anbauer bei der jährlichen Spitzenproduktion sein, wobei ich bis zu 700.000 Kilogramm pro Jahr prognostiziere. Canopy Growth wird wahrscheinlich den zweiten Platz einnehmen, mit einem jährlichen Ertrag von 500.000 Kilo. Eine deutliche Erhöhung der lizenzierten Anbaufähigkeit hat dem Unternehmen sicherlich geholfen, seine Vorräte im dritten Quartal zu erhöhen.

Nachdem das vergangene Geschäftsjahr (31. März 2018) mit einem Inventarwert in Höhe von 101,6 Mio. kanadischen Dollar abgeschlossen wurde – dazu gehören Fertigerzeugnisse, unfertige Erzeugnisse, Handelswaren und Geräte sowie Hilfs- und Betriebsstoffe – hat Canopy das dritte Quartal 2019 mit 185 Mio. kanadischen Dollar an Inventar abgeschlossen. Eine Wertsteigerung von rund 49 Mio. kanadische Dollar für unfertige Erzeugnisse sowie ein Anstieg des Inventars und der Verbrauchsmaterialien um 30 Mio. kanadische Dollar deuten darauf hin, dass die Produktion und die Produktvielfalt zunehmen.

4. Die Margen sanken aufgrund der Verbrauchssteuer deutlich

Was nicht gewachsen ist, ist die Bruttomarge. Trotz eines Umsatzwachstums von 283 % stiegen die Herstellungskosten um 560 % auf 64,8 Mio. kanadische Dollar. Zusammen mit 14,7 Mio. kanadische Dollar an Verbrauchssteuerkosten für verkauftes Freizeit-Marihuana schloss Canopy das Quartal mit einer mageren Bruttomarge von 18,3 Mio. kanadische Dollar bei 97,7 Mio. CAD Bruttoeinnahmen (83 Mio. CAD netto) ab. Im Jahresvergleich sank die Bruttomarge von 55 % auf nur noch 19 %. Autsch!

5. Die Fair-Value-Anpassungen gehen in beide Richtungen

In jüngster Zeit war die Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) vor allem für Cannabis-Anbauer ein Segen. Die IFRS-Rechnungslegung, die Marihuana als landwirtschaftliches Gut behandelt, verlangt, dass die Anbaubetriebe ihre Ernten ständig neu bewerten, basierend auf der Phase des Wachstumszyklus, in dem sie sich befinden. Die Anbaubetriebe müssen auch die Kosten für den Verkauf der Pflanzen schätzen, oft lange bevor sie verkauft werden. Dies führt natürlich zu einigen sehr legalen, aber dennoch wilden Schwankungen der Bruttomarge.

Im dritten Quartal erfuhren die Investoren, dass diese Schwankungen nicht immer positiv sind. Nach der Fair-Value-Anpassung der biologischen Vermögenswerte (d. h. Cannabis-Pflanzen) und der Anwendung unrealisierter Gewinne oder Änderungen des Fair Value verschlechterte sich die Bruttomarge des Unternehmens um weitere 5,8 Mio. kanadische Dollar auf 12,5 Mio. kanadische Dollar.

6. Die operativen Verluste waren enorm

Wenn du glaubst, hier gäbe es eine Chance auf einen altmodischen Betriebsgewinn… Die allgemeinen und Verwaltungskosten haben sich mit 46,1 Mio. kanadische Dollar mehr als vervierfacht, die Vertriebs- und Marketingaufwendungen haben sich mit 44,9 Mio. kanadischen Dollar nahezu verfünffacht. Die immer beliebte aktienbasierte Vergütung (sarkastisch gemeint) stieg auf 40,1 Mio. kanadische Dollar von 9 Mio. kanadischen Dollar im Vorjahresquartal.

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