DAX-1,61 % EUR/USD-0,64 % Gold+0,28 % Öl (Brent)-1,80 %

FAZ berichtet Vapiano-Chef räumt Fehler ein: "Wir haben uns verzettelt"

Gastautor: w:o Gastbeitrag
20.02.2019, 09:00  |  1060   |   |   

Der neue Vorstandsvorsitzende von Vapiano, Cornelius Everke, hat erhebliche Managementfehler aus der Vergangenheit kritisiert. "Wir haben uns verzettelt in unserer schnellen Expansion", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Das Tempo war zu hoch. Wenn wir es verlangsamen, hilft das der Profitabilität". Allein im vergangenen Jahr wuchs das Filialnetz um 32 neue Restaurants auf 231 Standorte in 33 Ländern. Derzeit führt der Vorstand Gespräche mit den finanzierenden Banken. "Im März soll die langfristige Finanzierung stehen", stellt Everke in Aussicht.

Mit einer Neuausrichtung will der seit Anfang Dezember amtierende Vorstandschef das Unternehmen wieder in die Spur bringen. "Wir fokussieren uns auf unseren Kernmarkt Europa", sagt Everke. Die Investitionen sollen von den bisher geplanten 70 Millionen Euro unter die Marke von 40 Millionen Euro sinken. Zwar soll es auch in diesem Jahr eine zweistellige Zahl von Neueröffnungen schwerpunktmäßig in Deutschland, Frankreich und Österreich geben, aber keinesfalls in dem ursprünglich avisierten Umfang von 40 Standorten.

Um Kapital zu schonen, will Everke zudem vermehrt mit Franchisenehmern zusammenarbeiten. "Ich glaube, dass wir durch Franchising in Deutschland stärker wachsen können. Wir sind gerade dabei, eigene Filialen abzugeben". Konkret geht um Restaurants in Bremen, Erfurt und Ulm. Darüber hinaus stehen aber auch einzelne Standorte in Europa zur Disposition: "Es wird auch Schließungen geben, wenn wir sehen, dass die gewünschte Profitabilität nicht erreicht ist", sagte Everke. Der Vorstandschef stört sich auch daran, wie überfordert manche Kunden mitunter sind. "Die Abläufe in unseren Restaurants sind zu kompliziert und langsam. Das haben wir uns selbst zuzuschreiben", sagt er.

Im vergangenen hat Vapiano noch höhere Verluste geschrieben. Auch infolge von Abschreibungen ist der Fehlbetrag den vorläufigen Angaben zufolge deutlich höher ausgefallen als im Vorjahr, als das Unternehmen ein Minus von 29,6 Millionen Euro vermeldete. "Wir hatten wirklich ein schlechtes Jahr", sagt Everke. Über die Entwicklung des Aktienkurses - am Dienstag notierte das einst zu 23 Euro an die Börse gebrachte Papier um 5,30 Euro – sei er selbst enttäuscht.

Quelle: FAZ, Vorabmeldung vom 19.2.2019.

Wertpapier
Vapiano


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Diskussionen zu den Werten

ZeitTitel
14.03.19