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SÜSS MicroTec: 100 % Chance, wenn... "Wir spüren bis heute keine Abschwächung der Nachfrage"!

Gastautor: Volker Glaser
25.02.2019, 02:15  |  1516   |   |   

Der Hersteller von Anlagen- und Prozesslösungen für die Mikrostrukturierung in der Halbleiterindustrie erzielte 2018 einen Umsatz von 213 Mio. Euro. Das entspricht einem Plus von nahezu 30 % gegenüber dem Vorjahr. Das EBIT expandierte von 13.9 auf 15.6 Mio. Euro. Die Marge: 7.3 %. Damit hat SÜSS die eigene Umsatzbandbreite zwischen 195 und 205 Mio. Euro leicht übertroffen. Auf der Margenseite bewegten sich die Bayern ebenfalls im Rahmen der zuvor reduzierten Erwartung.

Einst hatte das Unternehmen für 2018 eine EBIT-Marge zwischen 8.5 und 10 % in Aussicht gestellt. SÜSS hat jüngst allerdings bekanntgegeben, dass die Bilanzierung der Umsatzerlöse unter Anwendung der Regelungen des IFRS 15 mit Wirkung für 2018 umgestellt wird. Dies bedeutet, dass die Umsatzlegung weitestgehend bereits mit Auslieferung der Maschine an den Kunden erfolgt und nicht wie bisher erst nach abgeschlossener Installation beim Kunden. Hieraus ergeben sich Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis in 2018, die aber allesamt als Einmaleffekte zu werten sind und nicht die Basis für das Geschäftsjahr 2019 darstellen, wie uns Firmenchef Franz Richter im Hintergrundgespräch erläutert. „Durch die Umstellung der Bilanzierung hat sich operativ bei uns überhaupt nichts verändert. Auch auf die Kapitalflussrechnung und unseren Barbestand gab es keine Effekte.“ Nach der entsprechenden Umstellung gemäß IFRS erzielte SÜSS in 2018 einen Umsatz von gut 200 Mio. Euro. Das vorläufige EBIT beträgt hiernach 8.3 Mio. Euro und die Marge beläuft sich vorläufig auf 4.2 %. Das sieht auf den ersten Blick natürlich unglücklich aus. Ist es aber gar nicht. Die Abweichung liegt daran, dass zum Ende des Geschäftsjahres 2017 Auslieferungen von margenstarken Aufträgen erfolgten, die nach neuer Methode weitestgehend dem Geschäftsjahr 2017 zuzuordnen wären. SÜSS hat bei der Umstellung schlicht Pech gehabt. Damit dürfte die Sache auch erledigt sein.

Viel entscheidender als die IFRS-Absurditäten ist der Ausblick für das neue Geschäftsjahr. An der Stelle ist Richter zuversichtlich. „Unser Auftragseingang im 4. Quartal war mit 65 Mio. Euro sehr gut. Unsere Märkte sind absolut intakt und wir können zumindest bis heute keine Abschwächung der allgemeinen Nachfrage erkennen“, so Richter. Das Geschäft mit Fotomasken erfährt aktuell eine gute Nachfrage wegen des Baus neuer Fabs mit EUV-Implementierung. Sehr gute Orders erhält SÜSS zudem im Bereich des temporären Bonden (3D-Integration), was bisher von einem Kunden geprägt war, sich aber zusehends diversifiziert. Lediglich bei einzelnen Anwendungen wie zum Beispiel für dem Smartphone-Bereich sieht Richter eine Eintrübung. „Das können wir aber gut kompensieren“. Insgesamt ist SÜSS auf gutem Weg, ein ordentliches Jahr 2019 abzuliefern. Lediglich eine starke Abkühlung der allgemeinen Konjunktur könnte SÜSS ausbremsen.

Für das Q4 und das 1. Quartal 2019 hat der CEO einen Ordereingang von insgesamt 90 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Die Vorgabe dürfte SÜSS gut erreichen. „An dieser Aussage ändert sich nichts. Ich würde mich wundern, wenn wir im 1. Quartal einen Ordereingang von weniger als 25 Mio. Euro erreichen. Der bisherige Auftragseingang im neuen Jahr sieht ganz vernünftig aus“, sagt Richter. Traditionell ist der Auftragseingang in Q1 jedoch schwächer, was auch am Chinese New Year liegt, da die Kundenstruktur von SÜSS stark chinesisch geprägt ist. Eine Prognose für das neue Jahr will Richter im März präsentieren. Wir erwarten für 2019 einen Umsatz von über 200 Mio. Euro und eine EBIT-Marge zwischen 7 und 9 %.

Spätestens ab dem Jahr 2020 wird sich die EBIT-Marge bei SÜSS massiv verbessern. Das Unternehmen hat bisher noch einen hohen Belastungsfaktor. Der Standort Corona in den USA produziert jährlich einen Verlust von bis zu 10 Mio. Euro. 2019 wird sich dieser Verlustbeitrag voraussichtlich schon verringern. Der Standort wurde auf eine neue Scanner-Produktgeneration umgestellt. „Technisch kommen wir sehr gut voran. Wir haben derzeit 12 Systeme im Feld, und die bisherige Resonanz unseres Pilotkunden ist positiv.“ Ziel ist, wenigstens im 2. Halbjahr entsprechende Aufträge zu generieren. Sollten sich wesentliche Pilotkunden allerdings gegen die neue Produktgeneration entscheiden und stattdessen eine andere Technologie bevorzugen, wird Richter handeln müssen. Spätestens Ende des Jahres wird der CEO wissen, was in Corona zu tun ist. Sollte es wider Erwarten zur Schließung kommen, wären auch dann die Verluste ab 2020 weitgehend eliminiert. Die EBIT-Marge würde 2020 zügig in den zweistelligen Bereich springen.

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