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Junge Briten traumatisiert und psychisch krank

Nachrichtenquelle: Pressetext (News)
25.02.2019, 06:00  |  5814   |   |   

London (pte001/25.02.2019/06:00) - Einer von 13 jungen Menschen in Großbritannien leidet laut einer Studie des King's College London http://kcl.ac.uk vor dem 18. Lebensjahr unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Ein knappes Drittel verfügt über eine traumatische Erfahrung in der Kindheit. Die Betroffenen leiden doppelt so wahrscheinlich wie ihre Altersgenossen an einer ganzen Reihe von psychischen Erkrankungen.

2.232 Kinder untersucht

Für die erste britische Studie dieser Art haben die Forscher die Daten der E-Risk Study ausgewertet, an der 2.232 Kinder teilgenommen hatten. Sie waren 1994 und 1995 in England und Wales auf die Welt gekommen. Traumbelastung und PTBS wurden im Alter von 18 Jahren im Rahmen von strukturierten Interviews untersucht. Einer von vier traumatisierten jungen Menschen entsprach den Kriterien einer PTBS. Zu den Symptomen gehört das Wiedererleben traumatischer Erfahrungen durch schmerzliche Erinnerungen oder Alpträume, das Vermeiden von allem, was sie an ihr Trauma erinnert, Schuldgefühle, Isolation, Impulsivität oder Konzentrationsschwierigkeiten.

Nur eine Minderheit der Erkrankten wurde jedoch medizinisch behandelt. Lediglich einer von drei Betroffenen sprach innerhalb des vergangenen Jahres mit einem praktischen Arzt über seinen psychischen Zustand. Einer von fünf suchte einen entsprechenden Facharzt auf. Ein wesentlicher Teil dieser jungen Menschen erholt sich ohne Behandlung nicht. Die Symptome können viele Jahre lang anhalten.

Psychische Leiden als Folge

Die an PTBS erkrankten Teilnehmer waren öfter auch von anderen psychischen Leiden betroffen. Drei von vier jungen Menschen litten im Alter von 18 Jahren auch an einer weiteren Erkrankung der Psyche. Es bestand auch ein hohes Risiko eines sich schädigenden Verhaltens. Die Hälfte hatte sich bereits selbst Schaden zugefügt. Einer von fünf hatte seit dem zwölften Lebensjahr versucht, sich das Leben zu nehmen. Einer von vieren hatte keinen Job, Unterricht oder Aus- und Fortbildung. Die Hälfte dieser Studienteilnehmer erlebte soziale Isolation oder Einsamkeit.

Laut Forschungsleiterin Stephanie Lewis haben junge Menschen nach Traumata oft Probleme, die immer schwieriger zu beurteilen und zu behandeln werden. Die Studienteilnehmer waren einer großen Bandbreite von Traumata ausgesetzt. Sie reichte von direkten Angriffen, Verletzungen oder sexuellem Missbrauch der eigenen Person bis hin zu einem traumatischen Erlebnis eines bekannten Menschen, das aber nicht direkt miterlebt wurde.

Das PTBS-Risiko war direkt nach einem direkten persönlichen Angriff oder einer Bedrohung am größten. Sexueller Missbrauch führte zu einem besonders hohen Risiko. 74 Prozent der Betroffenen entwickelten in der Folge eine Posttraumatische Belastungsstörung. Die Forschungsergebnisse wurden in "The Lancet Psychiatry" veröffentlicht.

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Moritz Bergmann
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[ Quelle: http://www.pressetext.com/news/20190225001 ]

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LewGroßbritannien


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