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HINTERGRUND/Familien kaufen zu Solvente Dynastie sucht agilen Mittelständler

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
25.02.2019, 08:35  |  554   |   |   

SCHILTACH/FRANKFURT (dpa-AFX) - Lange Zeit haben reiche Unternehmerfamilien ihr Geld ganz bieder investiert. In einer Mischung aus Aktien, Anleihen und anderen Investments, das alles gestreut über verschiedene Vehikel. Überschaubarer Aufwand, wenig Risiko. Doch langsam kommt Bewegung in die Sache. In Zeiten niedriger Zinsen und Höchstständen beim Kapital, das Anlagemöglichkeiten sucht, zielen immer mehr Familien darauf, Firmen direkt zu kaufen. Auf der Suche nach langfristiger Rendite machen sie damit den Finanzinvestoren, denen sie einst ihr Geld anvertrauten und für dessen Vermehrung üppige Gebühren bezahlten, Konkurrenz um die Perlen des Mittelstands.

Dieser Trend wird die deutschen und internationalen Private-Equity-Manager beschäftigen, wenn sie ab dem heutigen Montag für eine Woche zur wichtigsten Branchenveranstaltung der Welt, der "Super Return", in Berlin zusammenkommen. Auch Vertreter der so genannten Family Offices - also der Verwaltungen des privaten Großvermögens von Eigentümerfamilien - sind unter den Sprechern der Konferenz. Klarer könnten der Fingerzeig kaum sein: Die einst als schläfrig verschrienen Familienvehikel haben den Anspruch, in der Arena nicht börsennotierter Investments ganz oben mitzuspielen.

"Das Geld zur Sparkasse zu bringen, bringt auch nichts", drückt es Richard Grohe aus. Der Miterbe des Brausenherstellers Hansgrohe hat gemeinsam mit seiner Familie den früheren Banker Robert Clausen und zwei weitere Investmentmanager angeheuert. Die Mission: Für 100 Millionen Euro eine Handvoll kleiner Mittelständler kaufen, sie entwickeln und so das Kapital der Dynastie vermehren. Grohe: "Wir wollen ein gemeinsames Projekt, das die Familie zusammenhält."

Das Büro im Frankfurter Bankenviertel ist gerade frisch bezogen. Hoch oben im Main Tower, in dem auch der Private-Equity-Gigant CVC sitzt, versteht man die Botschaft der Grohes: Auch wenn kein Geld eingeworben werden muss, will man klassischen Finanzinvestoren in nichts nachstehen, wenn es um Professionalität und Wettbewerbsfähigkeit geht. Knapp ist ohnehin nicht das Geld. Weil sichere Anlagen wie Staats- und Konzernanleihen im Niedrigzinsumfeld so gut wie nichts abwerfen, wandert so viel Kapital wie noch nie rund um den Globus, auf der Suche nach Rendite.

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