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MagForce: "Fühlen uns mit den Schätzungen des Analysten im Hinblick auf unsere Profitabilität wohl"

Gastautor: w:o Gastbeitrag
27.02.2019, 07:59  |  2995   |   |   

Die Jahre 2019 bis 2021 werden für MagForce richtungweisend: Am Ende der drei Jahre soll der Sprung in die schwarzen Zahlen die Mühen belohnen, die man derzeit in Studien und Expansion steckt. MagForce-Chef Ben Lipps nimmt im Gespräch mit unserer Redaktion Stellung zum Verlauf der Studien in den USA, wo man sich vom zwischenzeitlichen Shutdown nicht betroffen sieht. Auch über die Planungen für den europäischen Markt und die Finanzierung der Berliner Gesellschaft, die als Spinoff aus dem bekannten Berliner Krankenhaus Charité hervor gegangen ist, spricht Lipps.

MagForce war 2018 gefühlt eher still, was die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt angeht. Täuscht unser Eindruck?

Ben Lipps: Diesen Eindruck teile ich nicht. 2018 war für MagForce ein wichtiges Jahr, in dem wir vieles umgesetzt und zahlreiche wichtige Meilensteine bekannt gegeben haben. Man denke zum Beispiel an den Beginn unserer pivotalen Prostatakrebsstudie in den USA oder an unseren ersten Kooperationsvertrag mit einer Klinik für die kommerzielle Behandlung von Hirntumorpatienten mit unserer NanoTherm Therapie außerhalb Deutschlands, in Polen. Beides waren sehr wichtige Schritte in der effektiven Umsetzung unserer dualen Strategie – nämlich die erfolgreiche Entwicklung und Markteinführung unserer NanoTherm Technologie als einzigartige Therapie zur fokalen Ablation für Prostatakrebs-Patienten mit intermediärem Risiko in den USA und parallel NanoTherm als kommerzielle Behandlungsmöglichkeit für Hirntumor-Patienten in ganz Europa zu etablieren. 

Im jüngsten Aktionärsbrief sprechen Sie von einem vielversprechend aussehenden neuen Jahr. Die Prostatakrebsstudie in den USA mit der NanoTherm Therapie ist dabei wohl das wichtigste Projekt für 2019. Welche Fortschritte macht die Studie?

Ben Lipps: Die Studie, von der Sie sprechen, ist unsere mehrstufige, einarmige Zulassungsstudie mit bis zu 120 männlichen Patienten. Wir wollen zeigen, dass die NanoTherm Therapie mit geringsten Nebenwirkungen Prostatakrebsläsionen sehr gezielt zerstören kann. Die Behandlung der ersten Patienten hat im Juli begonnen, und zurzeit rekrutieren drei angesehene urologische Zentren in den USA aktiv Patienten für die Studie. Bisher erleben wir ein unmittelbares und starkes Interesse an der Rekrutierung, sowohl von Prostatakrebs-Patienten als auch ihren behandelnden Ärzten. Das spiegelt den hohen medizinischen Bedarf in dieser Indikation wider und stärkt unser Vertrauen in das große Potential einer einzigartigen, weniger invasiven, wirksamen und gut verträglichen Behandlungsoption für den Prostatakrebsmarkt, der auf einem Wert von bis zu 300 Millionen US-Dollar geschätzt wird.

Sorgte der zwischenzeitliche Shutdown in den USA für Verzögerungen und Beeinträchtigungen bei der Studie?

Ben Lipps: Nein, wir waren vom teilweisen Stillstand der Behörde nicht betroffen. Wir haben unsere Investigational Device Exemption (IDE), d.h. unsere Zulassung zur Durchführung der klinischen Studie, von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) vor dem Shutdown erhalten. Dies hat es uns ermöglicht, mit der Studie noch 2018 zu beginnen. Gleichermaßen hat der Shutdown zu keinerlei Verzögerungen in unserer Studie geführt. Wir erwarten die endgültigen Daten der Studie gegen Ende 2019. Mit diesen Daten wollen wir die Registrierung unserer Therapie bei der FDA beantragen.

Im Oktober hatten Sie angekündigt, Anfang 2019 erste konkrete Behandlungsergebnisse aus der Studie in den USA vorzulegen. Wann ist damit zu rechnen?

Ben Lipps: Nachdem wir mit der Behandlung der ersten Patienten begonnen und die Einführung der urologischen Zentren abgeschlossen haben, befinden wir uns derzeit noch in der ersten Phase unserer Studie. Demnach sind wir mit unserem Zeitplan drei bis vier Monate in Verzug. Der Grund dafür ist, dass wir heute – im Gegensatz zu den Behandlungen, die in Deutschland vor mehr als zehn Jahren durchgeführt wurden – unsere NanoTherm Partikel nicht mehr in die gesamte Prostatadrüse einbringen, sondern nur in die kleineren Läsionen. Während dieser Behandlungen im Rahmen der Studie konnten wir bisher zeigen, dass die NanoTherm Partikel durch diese minimalinvasive Therapie sehr präzise in den angestrebten Behandlungsbereich eingebracht werden können. 

Dennoch haben wir gesehen, dass es sinnvoll ist, hier einen standardisierten Prozess einzuführen, um sicherzustellen, dass die Einbringung der Partikel von allen Studienärzten einheitlich durchgeführt wird. Dadurch beschleunigen wir dann auch die zweite Phase der Studie und gewährleisten eine qualitativ hochwertige Behandlung.

In den USA läuft MagForce den eigentlichen Zeitplanungen in der Behandlung von Prostatakrebs also etwa drei bis vier Monate hinterher. Gibt es Chancen, die Verzögerungen noch aufzuholen und nicht erst Anfang des kommenden Jahres mit der Vermarktung zu beginnen?

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