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Wirecard-Aktie zu heiß? Hier sind 3 wunderbare Payment-Alternativen aus Europa

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
27.02.2019, 09:19  |  4315   |   |   

Was für eine Achterbahnfahrt, die uns die Aktie von Wirecard (WKN:747206) bietet. Alle Gewinne von 2018 wurden in kürzester Zeit ausradiert und seither geht es fast täglich mit Schwung in beide Richtungen. Was den kurzfristigen Spekulanten erfreut, schreckt vorsichtigere Anleger ab.

Dabei steht der Markt für Zahlungsdienstleistungen weiterhin vor einer großen Zukunft. Kann man daran partizipieren, ohne den Wirecard-Stress mitmachen zu müssen? Ich denke, das geht: Hier sind drei interessante Alternativen: Worldline (WKN:A116LR), Ingenico (WKN:870752) und Adyen (WKN:A2JNF4).

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Worldline: ein Alleskönner zieht durch

Die französische Worldline ist bereits seit 45 Jahren im Geschäft. Zunächst noch komplett unter dem Dach des großen europäischen IT-Konzerns Atos (WKN:877757), wurde Worldline schrittweise auf eigene Beine gestellt. Über weitere Übernahmen wie etwa von First Data Baltics 2017 und dem bedeutenden schweizerischen Rivalen SIX Payment Services Ende 2018 gehört das Unternehmen heute zu den wenigen Spielern, die sich paneuropäisch nennen können. Das ist gerade für Großkunden ein wichtiges Argument. Schließlich will man nicht in jedem Land mit einem anderen Dienstleister zusammenarbeiten müssen.

Spannend ist auch die schiere Bandbreite an Services, die die Franzosen bieten. Sie richten sich nicht nur an Einzelhändler, E-Commerce-Unternehmen und Banken, sondern auch etwa an Mobilitätsdienstleister und sogar Industrieunternehmen. Neben typischen Zahlungsdaten können die hochskalierbaren Systeme von Worldline natürlich auch viele andere Datenströme effizient verarbeiten. Dabei zahlt sich auch die strategische Allianz des beherrschenden Aktionärs Atos mit Siemens (WKN:723610) aus, die den Eintritt in die Welt des industriellen Internets erlaubt.

Bei einer Partnerschaft mit Continental (WKN:543900) wiederum geht es um die Entwicklung einer Telematikplattform, wovon sich der Automobilzulieferer eine Menge verspricht. Um das Innovationstempo hochzuhalten, sucht Worldline zudem den Schulterschluss mit Start-ups. Aussichtsreiche neuartige Lösungen werden auf diese Weise zügig in das Angebot integriert. Ganz ähnlich wie Wirecard kann dieser Konkurrent folglich auf ganz verschiedene Weise Wachstum generieren, von der Entwicklung neuer Dienstleistungen und der Übernahme von Mitbewerbern über die Intensivierung der bestehenden Geschäftsbeziehungen bis hin zur weiteren Internationalisierung.

Kaum weniger spektakulär ist auch die Entwicklung der Aktie: Seit Anfang 2015 hat sich der Kurs von 16 Euro auf heute rund 49 Euro (25.02.) mehr als verdreifacht – und das Ganze, ohne dass mir größere Skandale zu Ohren gekommen wären.

Ingenico: ein neues Kapitel

Ebenfalls aus Frankreich stammt die Ingenico Group, die sich an Einzelhändler jeder Größe, an Banken und E-Commerce-Unternehmen richtet und deren Geschichte bis in das Jahr 1980 zurückreicht. Sie wurde zunächst mit kleinen elektronischen Zahlungsterminals groß und hat über die Jahre ihr Lösungsspektrum stark in Richtung Services ausgeweitet. Die Deutschland-Niederlassung wurde Anfang 2019 mit der Sparkassentochter BS PAYONE zum Joint Venture PAYONE GmbH zusammengeführt, wobei Ingenico 52 % der Anteile daran hält. Zu den prominenten Kunden gehört Zalando (WKN:ZAL111).

Was den Aktienkurs angeht, steht die Entwicklung derjenigen von Wirecard in nichts nach. Noch 2009 rauschte es runter auf unter 10 Euro, nur um dann bis August 2015 wie eine Rakete in Richtung 130 Euro hochzuschießen. Das war wohl etwas zu viel des Guten. Seither tendiert der Chart nach unten. Nach abgesagten Übernahmeversuchen durch CVC und Natixis (WKN:853760) sowie mehrfach gesenkten Prognosen ging es zuletzt auf rund 50 Euro hinunter. Vor allem im Geschäft mit Banken in Europa und Nordamerika lief es nicht rund.

Was sich allerdings wie eine Krise anhört, sieht in den Zahlen gar nicht so übel aus. Von fast einer halben Milliarde operativem Gewinn vor Abschreibungen blieb ein Nettogewinn von immerhin noch 188 Mio. Euro. Zudem verläuft das Geschäft mit Einzelhändlern weiterhin vielversprechend.

Neue Impulse gibt es daneben im Management, wo unter anderem im November Nicolas Huss die Geschäftsführung übernommen hat und Michel-Alain Proch im Februar zum neuen Finanzchef ernannt wurde. Gleichzeitig sollen über ein Fitnessprogramm sowohl die Kostenbasis gesenkt als auch die Prozesse stärker auf den Kundennutzen hin ausgerichtet sowie neue Wachstumspotenziale ausgeschöpft werden. Am 24. April soll es mehr Details zur neuen Strategie geben.

Adyen: ein gefährlicher Disruptor

Erst seit wenigen Monaten an der Börse handelbar sind die Aktien von Adyen, und mein Foolisher Kollege Billy Duberstein ist begeistert vom Geschäftsmodell des niederländischen Unternehmens. Durch eine von Grund auf neu entwickelte Plattform sei Adyen vollkommen von den Altlasten vieler Wettbewerber befreit. Mit Kunden wie Uber und Spotify (WKN:A2JEGN) habe es schnell internationale Erfolge vorweisen können und das Wachstum sei beeindruckend, gerade was die Rentabilität angehe.

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