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Börse „Von Gewinnmitnahmen ist noch niemand arm geworden“

Gastautor: Thomas Hellener
11.03.2019, 07:20  |  4081   |   |   

Die Stimmung an den Börsen hat sich zuletzt weiter aufgehellt. Doch Anleger sollten genauer hinschauen, warum dies so ist. Denn die großen Zentralbanken befinden sich auf dem Rückzug,  signalisieren aber eine fortlaufende Unterstützung für die Aktienmärkte. Die Fed ist in der Warteschleife, während die EZB ihre „Forward Guidance“, also ihre Orientierung über die künftige Zinspolitik, geändert und eine mögliche Zinserhöhung auf einen späteren Termin verschoben hat. Die EZB blickt mit Sorge auf die konjunkturelle Entwicklung in Europa. Sie geht sogar so weit, dass sie mit neuen Geldspritzen für die Geschäftsbanken gegen einen konjunkturellen Abschwung im Euro-Raum ankämpft.

Konjunktureintrübung wird immer deutlicher

Und die jüngsten Konjunkturdaten lassen auch nichts Gutes erwarten. So sind die letzten Arbeitsmarktdaten für die USA schlechter ausgefallen, als von den Volkswirten erwartet. In Deutschland ist im Januar der Auftragseingang der Industrie überraschend um 2,6 Prozent geschrumpft. Und wenn man sich den jüngsten ZEW-Finanzmarktreport genauer anschaut, wird es nicht besser: Der Ausblick für die Konjunkturerwartungen in Deutschland bleibt weiter negativ. In der Eurozone und Japan verschlechtert sich die konjunkturelle Lage erneut, von Großbritannien ganz zu schweigen. Und selbst für die USA ist der Ausblick – nicht nur wegen der jüngsten Arbeitsmarktdaten – pessimistisch. Wie dem auch sei: Das aktuelle EZB-Gesamtpaket spricht mittelfristig für steigende Aktienkurse. Hinzu kommt natürlich noch die Hoffnung, dass der Handelsstreit zwischen China und den USA bald zu den Akten gelegt werden kann. Dies würde den erhofften Schub bedeuten.

Umschichten und Gewinne mitnehmen 

Doch die letzten Tage haben gezeigt: die Anleger misstrauen dem jüngsten Aufschwung an den Börsen. Deshalb sollten die Anleger auch überlegen, ob sie nicht die alte Börsenweisheit „Von Gewinnmitnahmen ist noch niemand arm geworden“ wieder näher in Betracht ziehen wollen. Wir haben das bei unserem global investierenden Mischfonds PRIMA – Globale Werte auf jeden Fall getan. So wurde die Position in Charles River Laboratories vollständig aufgelöst, nachdem die Aktie allein im Februar um rund 20 Prozent gestiegen war. Die Papiere des auf eine Vielzahl vorklinischer und klinischer Labordienstleistungen für die pharmazeutische, medizinische und biotechnologische Industrie spezialisierten Konzerns hatte nach Ansicht des Fondsmanagements ihren fairen Wert erreicht und wurden deshalb verkauft. Ähnlich haben Frank Fischer und Yefei Lu bei der Mears Group, bei Tencent Music Entertainment und SolarEdge gehandelt. Dafür wurde der US-amerikanische Versicherungskonzern Markel Corporation neu in Portfolio aufgenommen und die Position in Alphabet aufgestockt.

Frank Fischer und Yefei Lu folgen mit dieser Vorgehensweise den Prinzipien des Value Investing. Haben Aktien ihren zuvor berechneten, fairen Wert erreicht, werden sie abgestoßen. Dafür wird dann in unterbewertete Papiere neu investiert, bzw. umgeschichtet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Als Mischfonds hat der PRIMA – Globale Werte seit Jahresbeginn rund 6 Prozent zugelegt.

Alle Hoffnungen liegen auf der Beilegung des Handelsstreits zwischen China und den USA

Was die künftige Entwicklung an den Märkten angeht, so liegen jetzt die Hoffnungen ganz auf der möglichst baldigen Beilegung des Handelsstreits zwischen Peking und Washington. Das gilt aber nicht für DAX, MDAX & Co., sondern in besonderem Maße auch für die weitere Entwicklung in den beiden hauptbetroffenen Ländern. China musste schwache Exportdaten vermelden und versucht mit einem massiven Investitionsprogramm das Schlimmste zu verhindern. Und in den USA hat sich das Wachstum der Wirtschaft nach Einschätzung der Notenbank Fed zu Jahresbeginn abgeschwächt. In zehn von zwölf Notenbankdistrikten hat die wirtschaftliche Aktivität nur noch „geringfügig bis moderat“ zugelegt, hieß es im jüngsten „Beige Book“. Tendenz weiter fallend.

Es ist also Vorsicht angebracht. Gewinnmitnahmen können in solchen Situationen die Nerven durchaus schonen.

 

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