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Forex-Report Wettlauf der Prognoseanpassungen – Brexit Countdown im vollen Gange

Gastautor: Folker Hellmeyer
11.03.2019, 10:48  |  1814   |   |   

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1238 (07:23 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1197 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 111.13. In der Folge notiert EUR-JPY bei 124.90. EUR-CHF oszilliert bei 1.1335.

Aktuell sind wir mit einem Wettlauf der Prognoseanpassungen konfrontiert, der IWF, die OECD, die EZB und auch unsere Bundesregierung tummeln sich im „Becken der Bedenkenträger“. Hier gilt es, etwas Sachlichkeit zu forcieren, ohne die gegenwärtigen Probleme kleinzuschreiben.

Die Bundesregierung rechnet per 2019 nur noch mit 0,8% Wachstum, berichtet das Handelsblatt. Angesichts der aktuellen Daten bestünden Abwärtsrisiken. Grundsätzlich sind die Daten in Teilen in der Tat wenig erbaulich und implizieren Dynamikverluste in der Wirtschaft. Ob man diese Daten jedoch stumpf extrapolieren sollte, sei dahingestellt, denn der Dynamikverlust basiert mit Ausnahme der USA und des UK (Kredit) maßgeblich auf exogenen Einflüssen, die sich durchaus auflösen könnten. Endogen sieht das Bild sehr viel besser aus. Wegen der Verunsicherungen aus der US-Handels- und Geopolitik heraus wurden Investitionsvorhaben erst einmal aufgeschoben, eben nicht aufgehoben. Bei Neutralisierung dieser Risiken kommt es zu erheblichen Aufholeffekten.

Es heißt, es belasteten die Risiken einer möglichen Eskalation der Handelskonflikte, der schwächeren Entwicklungen in den USA, in China und in Schwellenländern als auch in Europa. Diese Risiken gibt es, aber es gibt auch normativ Faktisches. Die Konjunkturlage in den USA drängt zu Lösungen der Konflikte. Der Brexit (siehe Kommentar) kann eine erhebliche Chance für Kontinentaleuropa sein …

Vieles ist seitens der Bundesregierung verständlich, wenn man sich auf eine Seite einer Medaille fokussieren will (Risiko). Wir versuchen, beide Seiten (auch Chance) im Blick zu halten und nehmen vor diesem Hintergrund Abstand davon, unsere Makro-Prognosen zum jetzigen Zeitpunkt dem obwaltenden Zeitgeist anzupassen.

Brexit Countdown im vollen Gange!

Die Nervosität in London, in Brüssel und an den Finanzmärkten steigt. Das GBP steht leicht unter Druck. Man spürt an dem Devisenmarkt, dass es Marktteilnehmern immer noch schwerfällt, sich vorzustellen, dass die Führung des UK weiter parteipolitische Überlegungen und Interessen denen des UK und der Menschen vor Ort überordnet. Aber was interessiert beispielsweise einen Boris Johnson schon Wirtschaft, an der das Wohlergehen der Menschen vor Ort hängt und damit auch die Stabilität der öffentlichen Finanzierung? Wie sagte der elitäre Johnson noch so treffend: „F… the economy!“ Wer solche elitären Persönlichkeiten schützt, fördert und unterstützt, wird das ernten, was ihm/ihr zusteht. Fakt ist, dass die Konservativen den letzten Kompromissvorschlag der EU ablehnten. Man glaubt in Westminster, die anderen 27 Länder der EU majorisieren zu können, ein sportliches Demokratieverständnis des UK!

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