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Übernahme abgeblasen: Barrick und Newmont gründen Nevada-Joint Venture

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
11.03.2019, 15:16  |  890   |   |   

Nun ist es offiziell: Barrick Gold und Newmont Mining wollen ein Joint Venture für ihre Nevada-Aktivitäten gründen. Während Barrick damit seine Übernahmepläne begräbt, strebt Newmont weiterhin die Akquisition von Goldcorp an.

Historisches in Nevada

Der große Knall blieb aus, dennoch passiert nun Historisches im Goldsektor. Barrick Gold und Newmont Mining, die beiden größten, börsennotierten Goldproduzenten der Welt, wollen ihre Aktivitäten in Nevada im Rahmen eines Joint Ventures zusammenführen. Das gaben die Unternehmen heute vor Börseneröffnung in Nordamerika bekannt. Barrick wird 61,5 Prozent, Newmont 38,5 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten. Die von Barrick-CEO Mark Bristow angestrebte Komplett-Übernahme von Newmont ist damit vom Tisch. Newmont wiederum strebt weiterhin den Zukauf von Goldcorp im Volumen von rund 10 Mrd. Dollar per Aktientausch an. Barrick und Newmont hatten in der Vergangenheit mehrfach versucht, sich zusammenzuschließen oder Teilaktivitäten zusammenzuführen, was oft an persönlichen Interessen der beteiligten Manager scheiterte.

 

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Erhebliche Synergien

Die beiden Konzerne erhoffen sich erhebliche Synergien durch den Zusammenschluss in Nevada. Seit den 1980 konkurrieren die Unternehmen aus Toronto (Barrick) bzw. Denver (Newmont) um die Vorherrschaft in der Region. Damals erwarb Barrick eine Liegenschaft namens Goldstrike, die direkt neben Newmonts größter Operation lag. Inzwischen macht Nevada etwa ein Drittel von Newmonts und rund 40 Prozent von Barricks Umsätzen aus. Dort ist das Gold besonders leicht abbaubar, was sich auch an hohen Gewinnmargen bemerkbar macht. Der US-Bundesstaat Nevada, dessen Spitzname eigentlich „the silver state“ ist, steht heute für etwa drei Viertel der US-Produktion und ist alleine der viertgrößte Goldproduzent der Welt direkt hinter Australien. Das neue Joint Venture soll den Konzernen in den ersten Jahren Synergien in Höhe von 500 Mio. US-Dollar bringen. Über 20 Jahre sollen sich die Gesamtsynergien auf 5 Mrd. Dollar belaufen. Pro forma fördert das gemeinsame Unternehmen jährlich 4 Mio. Unzen Gold und beherbergt Reserven in Höhe von 48 Mio. Unzen.

Großaktionäre für Joint Venture

In der Vorwoche hatten sich bereits mehrere Aktionäre für ein Joint Venture und gegen eine Fusion von Barrick und Newmont ausgesprochen, unter anderem auch Fondsmanager John Foster von Van Eck Global aus New York, der 6,4 Prozent an Barrick und rund 7 Prozent an Newmont hält. Auch Simon Jäger vom Asset Manager Flossbach von Stroch begrüßte die heutige Meldung in einer Stellungnahme gegenüber dem Wall Street Journal. Flossbach von Storch ist der zweitgrößte Aktionär von Barrick. Barrick-Boss Mark Bristow, der recht aggressiv seine Übernahmepläne vorantrieb, gab sich in der heutigen Stellungnahme handzahm. Er habe sich von Aktionären überzeugen lassen, dass ein Joint Venture einer kompletten Übernahme vorzuziehen ist, heißt es darin. Im Zuge der heute vorgestellten Pläne dürften nun wieder Übernahmefantasien an den Märkten aufblühen. Denn die Reserven der beiden Konzerne in Nevada sind keineswegs als üppig zu bezeichnen. Viele Minen befinden sich in einem späten Förderstadium. Daher dürften fortgeschrittene Gold-Developer wie Corvus Gold nun wieder ganz oben auf dem Einkaufszettel stehen (mehr hier).

 

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Bilder/Graphiken: TK News Services UG (haftungsbeschränkt), Barrick

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Kommentare

Das sind schon interessante Statements:
In 20 Jahren macht die Synergie 5 Mrd $ aus aber nach 12 Jahre (4*12=48) sind die Lagerstätten schon ausgebeutet.
Wenn die Meldung vom Management ist, dann sollte man verkaufen. Die können nicht rechnen.

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