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Magellan und P&R: Was können geschädigte Anleger 2019 erwarten?

Gastautor: Rainer Brosy
12.03.2019, 14:47  |  1009   |   |   

Update zu den Insolvenzfällen Magellan und P&R

Die Unternehmen Magellan und P&R sind zwei Anbieter von Direktcontainerinvestments. Beide Unternehmen sind mittlerweile insolvent und die Anleger warten auf ihr Kapital. Während Investoren, die bei Magellan eingestiegen sind, noch einigermaßen glimpflich davonkommen, wird es Anleger von P&R härter treffen.

Tausende Schiffscontainer sind verschwunden, rund eine Million gab es im Falle P&R gar nicht: der Milliarden-Skandal bei Containerdirektinvestments. Bildquelle: wolfgang59b / Pixabay

Geschäftsmodell Containerdirektinvestment schlägt fehl

Die Geschäftsmodelle der Unternehmen Magellan sowie P&R liefen nach dem gleichen Prinzip ab. Als Privatinvestor kaufte man Container bei den Unternehmen und vermietete sie direkt wieder an die Unternehmen zurück. Nach einer vorher festgelegten Laufzeit erhielten die Anleger ein Rückkaufangebot. Es klang für viele Investoren nach einem guten Deal; erzielt wurden jährliche Renditen im einstelligen Bereich.

Im April 2016 blieben die Zahlungen von Magellan jedoch aus und das Unternehmen musste Insolvenz anmelden. Gründe für die Insolvenz lagen bei der fehlenden Liquidität von Magellan, weil das Unternehmen geringere Mieteinnahmen erzielte, als es den Investoren an Mietzinsen schuldete. Hinzugekommen ist die Tatsache, dass der chinesische Containerhersteller die Zahlungsziele für seine Forderungen drastisch verkürzte.

Nach dem Ausbleiben der Zahlungen von Magellan an den Containerhersteller konnten keine weiteren Container an Investoren übereignet werden. Schlussendlich konnte Magellan auch die Forderungen der Anleger nicht mehr bedienen und es kam zum Insolvenzverfahren.

Dies ist mittlerweile fortgeschritten und es konnten bereits Ende 2017 erste Erfolge erzielt werden. Das Containerportfolio von Magellan wurde damals an die Buss-Global-Gruppe übertragen. Aus den Einnahmen konnten rund 100 Millionen Euro an die Anleger ausgezahlt werden. Weitere Teile der Insolvenzforderungen der Investoren sind noch auszugleichen.

Dies liegt zum einen an der Tatsache, dass Container von etwa 1.000 Anlegern fehlen und der Schadensersatzanspruch der Anleger somit nicht durch das Eigentum an bestimmten Containern besichert ist. Diese Container wiesen ggf. irreparable Schäden auf oder sind über Bord gegangen. Das wurde jedoch nicht mitgeteilt; Magellan zahlte weiter den Garantiezins und den Rückkaufpreis an seine Investoren.

Zum anderen fehlen mehr als 4.000 Container, die von Magellan zwar an die Investoren übertragen, aber nie an Magellan ausgeliefert wurden. Hier haben die Anleger Anspruch auf Rückabwicklung und die Erstattung ihrer Investitionen. Bei diesen ungesicherten Insolvenzforderungen müssen sich die Betroffenen allerdings gedulden: Die endgültige Verteilung der gesamten Insolvenzmasse ist erst nach dem Ende des Verfahrens, mit welchem nicht vor 2022 gerechnet wird, möglich. Ob, wann und in welcher Höhe es weitere Abschlagszahlungen an die Gläubiger geben wird, liegt in der Hand des Insolvenzverwalters.

Hoffnung für P&R-Investoren? Experte Niels Andersen zeichnet gemischtes Bild

Hoffnung für Investoren, die insgesamt einen Schaden von mehr als zwei Milliarden Euro erlitten, liefert der Fall P&R hingegen weniger. Der Rechtsanwalt Niels Andersen, der Investoren von maritimen und anderen Sachwert-Investments vertritt, sieht aber Parallelen in den Fällen: „Es zeichnet sich ab, dass wir hier eine andere Abwicklung sehen als bei Magellan, schon wegen der zehnfach größeren Dimension.“ Im Gegensatz zu der Hamburger Firma Magellan gibt es beim bayerischen Unternehmen P&R Verflechtungen in der Schweiz, die das Verfahren zudem verkomplizieren.

Foto: RA Niels Andersen. Bildquelle:APS Rechtsanwalts GmbH

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Rainer Brosy
Geschäftsführer

Rainer Brosy (B.Eng.) betreibt eigene Finanz- und Energieportale und gehört zum Team verschiedener ICO`s.

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