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Warum haben ETFs so komische Namen?

Gastautor: Thomas Kehl
17.04.2019, 18:04  |  348   |   |   

Sicherlich hast du schonmal bemerkt, dass ETFs sehr eigenartige Namen besitzen. Was es damit auf sich hat und welche Bedeutungen die verschiedenen Abkürzungen haben, klären wir in diesem Artikel. 


Zunächst solltest du wissen, dass die Kürzel nur grundlegende Informationen über den ETF enthalten. Eine ausführliche Beschreibung findest du im Produktinformationsblatt oder auch Fact-Sheet genannt. Dort wird beispielsweise angegeben, welche Replikationsmethode der ETF nutzt, wie hoch die Gebühren sind und ob Gewinne reinvestiert oder ausgeschüttet werden. 

Beispiel: Xtrackers MSCI World Index UCITS ETF 1C

 

Grundlegende Struktur

An erster Stelle steht in der Regel der Name des ETF Anbieters. Beispiele hierfür sind iShares, Amundi, ComStage oder Deutsche Bank.

An zweiter Stelle folgt oft der Name des Indexes, der abgebildet werden soll (z.B. MSCI World). Meistens existieren noch viele weitere Ausführungen, in die der Index aufgeteilt ist. Das sind beispielsweise bestimmte Branchen oder alle Wertpapiere aus diesem Index, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen (z.B. nur hohe Dividenden). Weiterhin kann der Indexname durch diverse Abkürzungen ergänzt werden. Die Abkürzungen TR (Total Return) und NR (Net Return) beschreiben z.B. die berücksichtigten Steuern bei der Wertentwicklung. Deine Rendite wird unabhängig von der Abkürzung, immer nur die NR-Rendite sein. Das Kürzel ex steht für „ohne“. Anhand des Beispiels des MSCI AC Asia ex Japan können wir erkennen, dass Japan in diesem Index fehlt. 

An dritter Stelle folgen häufig die Richtlinien der Regulation bzw. die Rechtsform. Man unterscheidet hier zwischen UCITS-, SICAV- und anderen länderspezifischen Richtlinien. Anhand dessen kannst du sehen, an welche Richtlinien sich der Fond halten muss. Diese Richtlinien geben z.B. vor, dass nicht mehr als 20% des Fondvermögens in ein einziges Unternehmen investiert werden dürfen oder das ETF Vermögen als Sondervermögen zu behandeln ist. 

An danach folgen spezifische Merkmale eines ETFs. Die Abkürzungen C oder ACC am Ende des Namens stehen für Accumulated und bedeuten, dass es sich um einen thesaurierenden Fond handelt. Die Abkürzung D oder DIST steht für Distribution und beschreibt einen ausschüttenden ETF. Oft gibt es identische ETFs mit verschiedenen Ausschüttungsmethoden, damit sich der Anleger zwischen Thesaurierung und Ausschüttung entscheiden kann.

Manche Fonds enthalten an letzter Stelle die Angabe der Währung (z.B. EUR) und ob es sich um einen ETF mit Währungsabsicherung handelt (Abkürzung „hedged“). 
Auch die Replikationsmethode kann bereits im Namen ersichtlich sein. Der Zusatz DR am Ende des Fonds steht z.B. für „direct replication“ und kennzeichnet den physisch replizierenden ETF. 

Weiterhin existieren ETFs, die gegen die Wertentwicklung eines Indexes wetten. Diese erkennst du an dem Kürzel „Short“. Aber aufgepasst: Investierst du hingegen in Anleihen ETFs steht Short für kurzlaufende Anleihen. 
Es gibt sogar ETFs mit Hebelwirkung, die den entsprechenden Hebel z.B. 2X im Namen tragen. 

Nun hast du einiges über die Abkürzungen von ETFs gelernt und kannst diese besser unterscheiden. Probiere es doch gleich mal aus, indem du dir deine Lieblings-ETFs raussuchst und diese anhand der gelernten Abkürzungen analysierst. Vielleicht besitzt du sogar einen ETF den du erst jetzt richtig verstehst.

 

Weiterführende Links:

Unser Video auf Youtube zum Thema: https://youtu.be/0QFSPvOXLKo

Artikel: Weiterführende Erklärungen in unserem Bösenlexikon

Artikel: Ein passives ETF Portfolio bauen

 



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