DAX-1,41 % EUR/USD0,00 % Gold-0,31 % Öl (Brent)+0,53 %

Jetzt mit Put-Optionsscheinen Depot absichern? Darum ist es so teuflisch schwer

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.03.2019, 09:02  |  400   |   |   

Es klingt so einfach: Kaufe die richtige Anzahl an Put-Optionsscheinen und du kannst in unruhigen Zeiten wie diesen ruhig schlafen, ohne dein Depot auflösen zu müssen. Gerade jetzt, wo die US-Technologiebörse NASDAQ wieder in Richtung Rekordstände strebt, könnte es Sinn haben, etwas Risiko herauszunehmen. Allerdings sind dabei einige Stolperfallen zu umgehen.

Der Währungsfaktor

Angenommen, du gehst davon aus, dass es in den USA krachen wird. Politisches Chaos, Überschuldung, HandelskriegGründe sind schnell gefunden. „Krachen“ kann jedoch zwei Dinge bedeuten, die nicht unbedingt gemeinsam auftreten müssen: ein Absturz der Börsen oder ein Absturz der Währung.

Bei Letzterem sind unterschiedliche Effekte denkbar. Zunächst einmal würde es die Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Industrie stärken. Zudem würde es die Inflation antreiben, wodurch über nominell steigende Löhne und Preise letztlich in vielen Fällen auch Umsatz und Gewinn optisch größer aussähen.

Die Folge: Obwohl eintritt, was du befürchtet hast, nämlich wirtschaftliche Probleme der USA, wird sich dein Put-Optionsschein auf einen US-Index kaum in die gewünschte Richtung bewegen – oder zumindest nicht so stark, wie es das eingesetzte Risiko verdient hätte. Abmildern lässt sich das Problem über Optionsscheine mit Währungsabsicherung, im Fachjargon „Quanto“ genannt.

In dem Fall profitierst du fast 1:1 (bzw. entsprechend des Hebels) von einem Rückgang des Index, egal was die Währung macht. Trotzdem könnte dir die vorgenannte Inflation auch dann noch einen Strich durch die Rechnung machen. Quanto-Papiere würde ich daher eher in Situationen wählen, wo ich gleichzeitig eine Abschwächung der Währung und steigende Börsenkurse erwarte.

Der tückische Discount

Es gibt noch eine weitere Variante von Optionsscheinen, und zwar diejenigen mit Discount. Das hört sich erst mal gut an, denn es klingt nach einem Schnäppchen. Und tatsächlich bieten diese sich an, wenn wir eine Aktie oder einen Index für besonders günstig halten und daher mit einer begrenzten Aufwärtskorrektur rechnen dürfen. Begrenzt deshalb, weil auch Discount-Optionsscheine eine Grenze haben.

Durch ihre Konstruktion aus einer Kaufoption und einer verkauften Kaufoption mit höherem Basiswert ist bei Discount-Calls oft schon nach wenigen Prozent Steigerung des zugrunde liegenden Wertpapiers das Maximum erreicht. Allerdings lassen sich so aus kleinen Bewegungen hohe zweistellige Gewinne einfahren, ohne übermäßiges Risiko einzugehen (beispielsweise im Vergleich zu Knock-out-Zertifikaten).

Aber wie kann es sein, dass ich Discount-Calls interessant finde und Discount-Puts ablehne? Der Grund liegt darin, dass wir nicht auf einen kleinen Kursrückgang spekulieren, sondern unser Depot gegen große Rückgänge absichern wollen. Genau diese Funktion erfüllen diese Papiere jedoch völlig unzureichend.

Noch schlimmer ist die Situation erneut, wenn wir auf in Fremdwährung notierende Indices setzen. Angenommen, du kaufst einen Discount-Put für 4 US-Dollar (entsprechend 3,50 Euro) und das Maximum liegt bei 5 US-Dollar. Jetzt kann der zugrunde liegende Index so viel fallen, wie er will, zum Laufzeitende wirst du nicht mehr als den Gegenwert von 5 US-Dollar bekommen – und der kann bis dahin gut und gerne geringer als die eingesetzten 3,50 Euro sein.

Die Sache mit dem Timing

An der Börse sollte man günstig kaufen und teuer verkaufen, aber das ist leichter gesagt, als getan. Den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg zu finden ist genauso eine Kunst wie die, geduldig auf den optimalen Absprung zu warten. Es wäre allerdings auch illusorisch, hier immer richtig liegen zu wollen, das kann niemand.

Was bei Aktien allerdings gar nicht so kritisch ist, wenn man wirklich langfristig investiert, sieht bei gehebelten Put-Optionsscheinen ganz anders aus. Die Absicherung betrifft lediglich einen einzigen Tag, nämlich zum Laufzeitende. In der Zwischenzeit kann das Papier wilde Sprünge in beide Richtungen machen. War es gestern noch 40 % im Plus, kann es morgen schon wieder 10 % im Minus sein.

Es ist ein Dilemma, auf das man sich mental vorbereiten muss. Meistens arbeitet die Zeit gegen dich. Mit jedem Tag, wo es nicht nach unten geht, sinkt die Wahrscheinlichkeit, noch einen guten Schnitt zu machen. Das gilt zumindest bei breiten Indices, wo sich tagtäglich Gewinne der enthaltenen Unternehmen akkumulieren.

Von daher bietet sich ein Mittelweg an: Man sollte auf der einen Seite auf keinen Fall zu schnell verkaufen: 50 bis 100 % Gewinn würde ich bei einem Put-Optionsschein mindestens anstreben. Auf der anderen Seite darf man aber auch nicht zu gierig sein und versuchen, das Allerletzte herauszuholen. Sobald der zugrunde liegende Index wieder einigermaßen fair wirkt, könnte es ein guter Zeitpunkt sein, seine Gewinne mitzunehmen.

Auf deine fundamentale Überzeugung kommt es an

Es ist also wichtig, dass du eine klare Meinung zum Aktienmarkt hast. Nur weil die Kurse 10 Tage gestiegen sind, heißt das noch lange nicht, dass ein großer Rückschlag kommen muss. Das wäre spekulatives Timen, was wir grundsätzlich ablehnen. Eine Absicherung mit Put-Optionsscheinen kommt jedoch beispielsweise infrage, wenn du zur Einschätzung kommst, dass die Kurse fundamental 30 % zu teuer sind.

In dem Fall könntest du mit einem Put-Optionsschein darauf setzen, dass zumindest die Hälfte dieser vermuteten Überbewertung über die kommenden Monate abgebaut wird (falls nicht, wirft wahrscheinlich dein restliches Depot Gewinne ab). Das Gute daran ist, dass du dann eine Dreifachchance hast: Entweder gewinnst du zufällig aufgrund eines guten Timings oder es kommt zu einem allgemeinen Abschwung oder aber das gewählte zugrunde liegende Wertpapier bekommt Probleme.

Seite 1 von 2

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel