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Verhindert die Künstliche Intelligenz Innovationen?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
17.03.2019, 10:00  |  561   |   |   

Die künstliche Intelligenz hat sich zu einem der heißesten Anlagethemen der Welt entwickelt.

Eine Flut von Grafikprozessoren (GPUs) von NVIDIA hilft Unternehmen, KI – oder, genauer gesagt, Deep Learning – in ihren täglichen Geschäftsbetrieb zu integrieren.

Deep Learning kann als eine hochautomatisierte und hocheffiziente Form von Trial-and-Error angesehen werden. Eine riesige Datenmenge „trainiert“ ein neuronales Netzwerk, um das, was das Unternehmen versucht, mit extrem hoher Genauigkeit korrekt zu identifizieren.

Bestimmte Möglichkeiten sind natürliche Voraussetzungen für Deep Learning. Teslas selbstfahrende Autos müssen in der Lage sein, ihre Umgebung genau zu erkennen und darauf zu reagieren. Onkologen müssen in der Lage sein, krebsartige Tumore genau zu diagnostizieren, damit sie wissen, welche Behandlungsroutinen sie empfehlen können.

Andere Anwendungen sind jedoch weniger offensichtlich. Alphabet (WKN:A14Y6H) (WKN:A14Y6F) trainiert ein neuronales Netzwerk, um Computern zu ermöglichen, tatsächliche Gespräche mit Menschen zu führen, und das Unternehmen bettet die Software als Funktion in seine neuesten Pixel-Telefone ein. Artificial Solutions baut eine Konversations-KI-Plattform auf Unternehmensebene, die es den Chatbots des Unternehmens ermöglicht, Geschäftsaufgaben auszuführen oder Feedback aus Gesprächen mit Kunden zu sammeln.

Was auch immer der Anwendungsfall ist, die hochoptimierten Algorithmen der KI machen Unternehmen in jeder Branche noch besser. Das maschinelle Lernen kann Muster viel effizienter erkennen, was dem Menschen hilft, bessere Geschäftsentscheidungen zu treffen.

Aber gibt es Kosten im Zusammenhang mit den „besseren“ Entscheidungen, die von künstlicher Intelligenz beeinflusst sind? Die von den Unternehmen gesammelten Informationen ändern sich ständig und es könnte eine Gefahr bei der Optimierung von Daten bestehen, die die Unternehmen auf den falschen Weg bringt. Wäre Blockbuster schneller bankrottgegangen, wenn das Unternehmen die KI genutzt hätte, um seine Margen auf Filialebene zu maximieren? Und was wäre, wenn AT&T die KI zur Optimierung des Betriebs seines Telefonfestnetzes einsetzen würde?

Mit anderen Worten: Opfern Unternehmen, die KI nutzen, ihre Fähigkeit, flexibel zu sein?

Um diese Fragen zu beantworten, habe ich mich kürzlich an Trend-Hunter-CEO Jeremy Gutsche gewandt. Jeremy hat in den letzten zehn Jahren Unternehmen wie Samsung und Disney beraten, wie sie ihre zukunftsweisenden Strategien gestalten können. Er weiß das eine oder andere über Innovation und darüber, wie man ein Unternehmen wachsen lässt.

In seinem jüngsten Buch „Better and Faster“ beschreibt Jeremy Optimierung als „ein verführerisches unternehmerisches Werkzeug“. Unternehmen, die sich allerdings zu sehr auf Effizienzsteigerungen konzentrieren, verpassen es jedoch, bahnbrechende Ideen zu entwickeln, sodass sie anfälliger dafür sind, von anderen überholt zu werden.

In unserem Gespräch beschrieb Jeremy, wie KI tatsächlich zu einem der größten Risiken für bedeutende Unternehmen werden könnte. Obwohl KI unter bestimmten Umständen nützlich ist, müssen Unternehmen immer noch über den Tellerrand hinausblicken, um innovativ zu bleiben. Er erklärt auch, wie Unternehmen am besten von ihren neuen Ideen profitieren können.

Hier findest du das vollständige Gespräch:

Motley Fool Explorer Lead Adviser Simon Erickson: Hallo zusammen. Ich habe einen besonderen Gast heute Nachmittag. Jeremy Gutsche ist der Gründer und CEO von Trend Hunter. Er ist auch ein New-York-Times-Bestsellerautor und ein gefragter und engagierter Redner. Er ist heute Nachmittag mein Gast. Jeremy, ich danke dir sehr, dass du zu mir gekommen bist.

Trend Hunter-CEO Jeremy Gutsche: Ich war schon immer ein Fan von Motley Fool und ich bin auch Abonnent, also bin ich froh, in der Show zu sein.

Simon Erickson: Nun, wir sind auch froh, dass du hier bist, Jeremy. Trend Hunter hat mehr als ein Jahrzehnt damit verbracht, bedeutende Unternehmen bei der Umsetzung von Innovationen zu beraten. Du hast mit Top-Unternehmen wie Coca-Cola, Samsung, Adidas und Disney zusammengearbeitet.

Aber um einen ersten wichtigen Punkt anzusprechen, bevor wir über Innovation reden wollen, möchte ich dir gerne eine Frage zum Thema „Optimierung“ stellen. Und zwar deshalb, weil wir heutzutage so viele Trends und Schlagworte in den Medien über Big Data, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen haben. Aber in deinem letzten Buch, „Better and Faster“, hast du die Optimierung tatsächlich als verführerisches unternehmerisches Werkzeug beschrieben, das manchmal aber dazu führt, dass Unternehmen Probleme bekommen, wenn sie versuchen, sich zu sehr auf Effizienz oder Margen zu konzentrieren. Wie siehst du diese Optimierung, die sich heute in der Welt abspielt? Ist das eine Chance oder eine Bedrohung für diese Unternehmen?

Jeremy Gutsche: Na klar, lass mich mit einer kleinen Geschichte beginnen, weil das ein Thema ist, das mir gefällt. Henry Ford war der Typ, der sagte: „Wenn ich meine Kunden frage, was sie wollen, würden sie immer ein schnelleres Pferd wollen.“ Und der Schreibmaschinenhersteller Smith Corona hat sich gemeinsam mit seinem Joint-Venture-Partner Acer mit der Herstellung von Computern beschäftigt. Aber sie entschlossen sich, darauf zu setzen, ihre Schreibmaschinen zu optimieren, und drei Jahre später waren sie bankrott. Optimierung ist also nicht immer eine gute Sache.

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