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Deutsche Bank & Commerzbank: Bankenfiasko! DeuComm: Zwei Kranke ergeben gemeinsam keinen Gesunden!

Gastautor: Volker Glaser
18.03.2019, 00:02  |  1377   |  22   |   

Was am Finanzplatz in Frankfurt abgeht, spottet bei Lichte und mit Abstand betrachtet jeder Beschreibung. Da siechen Commerzbank und Deutsche Bank seit Jahren operativ vor sich hin, während ihre Banken-Pendants aus Frankreich, UK und den USA Rekordgewinne schreiben, die Börsenwerte steigen. Klar, Aktien- und Anleihemärkte haussieren im 9. Jahr, die Dealmaschinen im Geschäftskundensektor laufen – außer eben bei vorgenannten Häusern. Diese beschäftigen sich vor allem mit sich selbst. Der Deutschen Bank kann man allenfalls zu Gute halten, dass sich die aggressive US-Justiz ständig auf Raubzug befindet und auch die hiesigen Behörden wohl lieber bei den „Blauen“ reinschauen als bei manch anderem Schmutzfink. Zum Unglück kommt dann auch noch Pech dazu.

Dass wir den selbstgefälligen Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, einen Österreicher namens Paul Achleitner, ob seiner vielen Fehler nicht sonderlich gut finden, liegt auf der Hand. Eine Meinung, die ausweislich eines Aktienkurs von 8 Euro (-73 % binnen 5 Jahren) viele Aktionäre mit der Vorstandswoche teilen. Dass dieser selbsternannte Dealmaker – de facto ein Deutsche Bank-Plattmacher aus den eigenen Reihen – sich nun anschickt, die beiden angeschlagenen Häuser, die so gar nicht zusammenpassen, mit Hilfe der Berliner Politik zu einem neuen Haus zu fusionieren, grenzt schon an Unverschämtheit. Was die Deutsche benötigt sind neue Leute im Aufsichtsrat, wo neben Achleitner noch andere Vertreter sitzen, die dort ebenfalls nix zu suchen haben. Wir wissen – der Fisch stinkt vom Kopf. Einer der wenigen sympathischen Deutsch-Bänker im Vorstand, Christian Sewing, sollte sich mal schleunigst unter seinen Investoren (= Anteilseigner) geeignete und geschäftlich hilfreiche Aufsichtsräte schicken lassen. Die Fusion mit der Commerzbank zur DeuComm sehen wir noch lange nicht, denn sie macht schlicht keinen Sinn. Beide Aktien sind nur was für tradingorientierte Lumpensammler, nix für Investoren mit einem Faible für solide Bilanzen und Geschäftsmodelle.

www.vorstandswoche.de

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Kommentare

Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben. Machen wir uns von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein.
Schaut doch mal den 3-Jahres-Chart an, immer das gleiche Muster:

Sie steigt etwas, bildet ein Doppeltop, dann fällt sie.
Dann steigt sie wieder etwas, bildet das nächste Doppeltop, und fällt wieder.
Aber jedesmal eine Etage weiter runter......
Zitat von Blaumeise2016: Wird auch nicht so schlimm werden. Laut Dealogic gingen in Q1 die Umsätze im Investmentbanking nur um 0,4% zurück, damit war man bei den Besten. Also kann man schätzen dass der Umsatz in Q1 ungefähr wie im Vorjahr war. Die Kosten gingen um 550 Mio € zurück durch den Personalabbau. Ergo gibt es für Q1 einen deutlichen Gewinn. Nächste Woche kommen die US Peers mit Zahlen und ich rechne für Woche 3 mit einer positiven Adhoc weil das Ergebnis über den Erwartungen liegen wird.





Sollte dann der Kurs nicht steigen, wenigstens ein bisschen?
Börse nimmt doch vorweg, was heisst das in diesem Fall?
Kolumne
Global League Tables – Deutsche Bank besser als gedacht
Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt
Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt © Deutsche Bank AG

Trotz der Fusionsgespräche und täglich neuer Spekulationen herrscht bei der Deutschen Bank geschäftlich alles andere als Stillstand, wie ein Blick auf die aktuellen Global League Tables des Datenanbieters Refinitiv, einer Abspaltung von Thomson Reuters, zeigt.

So steigerte die Deutsche Bank bei den weltweiten Fees im Investments Banking im Quartalsvergleich ihren Anteil an den Einnahmen der gesamten Industrie von 2,8 auf 3,1%, verteidigte damit ihren 8. Platz, rückte aber näher an die vor ihr liegenden Credit Suisse und Barclays, die in einer insgesamt fast 15% schwächeren Industrie Marktanteile einbüßten.

Auf den Plätzen 1 bis 5 wenig überraschend die amerikanischen „Big Five“, angeführt von JP Morgan. Noch besser schlägt sich die Deutsche Bank im Global Debt-Ranking, überholte sogar Goldman Sachs und schaffte es trotz leichter Marktanteilsverluste von Platz 7 auf 6. Die Top Ten fielen in dieser Sparte mit ihrem Marktanteil von 46,2 auf 41,6% zurück. Auch in Europa schnitt die Deutsche Bank bei den Fees im Investment Banking vergleichsweise gut ab und rangiert unverändert auf Platz 6. Vor ihr nur die US-Häuser. Während die Top Ten total im Vergleich zum Vorjahresquartal 25,1 (DB -22,3)% weniger Einnahmen und 30 (DB -26,9)% weniger Deals verzeichneten, verlor die Deutsche Bank (s. Klammerwerte) jeweils weniger. Außerhalb der USA gibt es neben der Deutschen Bank nur noch eine Handvoll Häuser aus UK, Schweiz, Frankreich und Japan, die in den League Tables der Königsdisziplin des Bankings auftauchen und das Geschehen auf dem Finanzmarkt prägen.

Deutschland braucht als viertstärkste Wirtschaft der Welt eine starke Adresse von globaler Relevanz. Die größeren Wettbewerber tanken viel Kraft auf ihren Heimatmärkten. Die US-Häuser profitieren vom größten Kapitalmarkt der Welt, die Briten und Japaner von der herausragenden Bedeutung Londons und Tokios, die Schweizer von ihrer Sonderrolle in der Vermögensverwaltung. Eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank, wenn sie denn bei den Kosten ohne politische Tabus durchgezogen würde, könnte das neue Großinstitut auf dem Heimatmarkt, neben Sparkassen und Volksbanken, zu neuer Stärke führen und die Schlagkraft auch im weltweiten Wettbewerb verbessern. Nahezu jede europäische Großbank schielt, ohne es zugeben zu wollen, auf den deutschen Markt, der wegen seiner Wirtschaft ein begehrtes Powerhaus ist. Die Chance, ihre Basis hier substanziell zu verbessern, sollte die Deutsche Bank bekommen und niemand anderes.
... und erst die Zahlen für Q1 !!! DBK hat outperformed und mit dem 4ten Platz bei Bonds einen lupenreinen Turnaround gezeigt.
Equities war lausig aber wenn man berücksichtigt dass das US Equities 25% reduziert wurde war man gleichauf mit CS , UBS und BNP

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