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Sparen Erst in 10 Jahren wieder normale Zinsen?

Gastautor: Uwe Eilers
18.03.2019, 19:44  |  720   |   |   

Ist das realistisch und was heißt das für Sparer oder Häuslebauer? Wie sollen sie Geld langfristig zurücklegen?

Zehn Jahre ist eine sehr lange Zeit, in der alles Mögliche passieren kann, was vielfach nicht vorhersehbar ist. Inflationsraten können in der Zeit deutlich ansteigen oder auch eine Deflation ist nicht auszuschließen. Zinsen können steigen oder fallen. Nun ja, weiter fallen ist vom aktuellen Niveau von Null, bzw. minus 0,4 Prozent, das die Banken bei der EZB für die Geld-Lagerung bezahlen müssen, kaum mehr möglich, solange es genügend Bargeld gibt. Eine Abschaffung von Bargeld dürfte aufgrund großer Proteste von allen Seiten kaum möglich sein.

Die EZB hat gerade klare Richtlinien herausgegeben:

  1. Die niedrigen Leitzinsen werden für das ganze Jahr 2019 nicht angehoben.
  2. Die auslaufenden Anleihen im Bestand der EZB werden bei Rückzahlung durch neue ersetzt. Damit bleibt der Bestand der Notenbank unverändert hoch.
  3. Die Banken erhalten neue langfristige Kredite von der EZB zwischen September 2019 und 2021.

Die EZB wird voraussichtlich noch einige Jahre an den geldpolitischen Maßnahmen festhalten, da die europäische Volkswirtschaft in den kommenden Jahren voraussichtlich nicht auf die Beine kommen wird. Das liegt an strukturellen Defiziten in fast allen Ländern der EU: In Deutschland wird seit Jahren eine sozialistische Politik betrieben, in dem sich Leistung kaum noch lohnt, in Frankreich sind nach wie vor Renten mit 50 an der Tagesordnung, was kaum noch finanzierbar ist, in Italien ist die Staatsverschuldung so hoch, dass kaum noch Spielraum für Investitionen besteht.

Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. So lange die Regierungen nicht die nötigen Strukturreformen entschlossen anpacken, wird sich die Wirtschaft nicht erholen können. Da helfen keine niedrigen Zinsen seitens der EZB!

Damit ist klar, dass die Zinsen bis auf Weiteres wohl so niedrig wie bisher bleiben werden. Alle Anleger, die relativ sicher in Anleihen oder bei Banken anlegen möchten, werden dauerhaft eine reale Negativverzinsung hinnehmen müssen, da die Inflationsrate mit aktuell 1,5 Prozent als die Renditen der verzinslichen Anlagen ist. In allen Ballungsräumen ist die Inflationsrate durch die Explosion der Haus- und Mietpreise selbstverständlich deutlich höher. Zu sehr auf Sicherheit bedachte Anleger werden also real erhebliche Teile ihres Vermögens verlieren!

Käufer von Häusern werden sich weiterhin an langfristig günstige Baufinanzierungen erfreuen können, für den bisherigen "Normalsparer" ein Horrorszenario.

Letztendlich gibt es nur eine vernünftige Lösung: der deutsche Sparer muss sich endlich umstellen und das Geld in Produktivkapital, also Aktien anlegen. Dabei lassen sich durch regelmäßige Sparpläne und eine vernünftige Diversifikation ansehnliche Renditen bei überschaubarem Risiko erzielen! Dabei ist es unabdingbar, sich das nötige Wissen selbst anzueignen und dauerhaft die Kapitalmärkte zu beobachten oder aber sich einen guten Vermögensverwalter als Sparringspartner zur Seite zu stellen.



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