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Pressemeldung: DJE: Nicht nur fallende Zinsen sprechen für Gold
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Pressemeldung DJE: Nicht nur fallende Zinsen sprechen für Gold

Nachrichtenquelle: Asset Standard
19.03.2019, 11:35  |  788   |   |   

Gold ist nicht nur in der Schmuckindustrie, sondern vor allem als Krisen- und Inflationsschutz gefragt.

Wachsende Nachfrage, knappes Angebot: Die weltweite Nachfrage nach Rohstoffen dürfte auf lange Sicht wachsen. Auf der anderen Seite wird das Angebot allmählich knapper. Für Rohstoffinvestoren verspricht das langfristig gute Aussichten.

Gold hingegen ist nicht nur in der Schmuckindustrie, sondern vor allem als Krisen- und Inflationsschutz gefragt. Fallende oder steigende Zinsen beeinflussen die Preise zudem. Das gilt vor allem für Gold.

Fallen die Zinsen, steigt oft auch der Goldpreis

Ein wesentlicher Einflussfaktor ist die Entwicklung der realen Zinsen in den USA. Fallen sie, steigt in der Regel der Preis für Sachwerte im Allgemeinen und für Gold im Besonderen. Bei anhaltend tiefen bzw. erneut fallenden Realzinsen in den USA dürfte die Investment-Nachfrage nach Gold weiter anziehen.

Wesentliche Anlagegründe für Gold und Rohstoffe

Entwicklung des Goldpreises:

Aktien von Goldproduzenten haben sich in den vergangenen Jahren deutlich schlechter entwickelt als physisches Gold. Die Gründe hierfür waren stark steigende Förderkosten sowie zu hohe Investitionen der Goldkonzerne in neue Wachstumsprojekte und damit fehlende freie Cashflows. Das Jahr 2013 bedeutete eine Zäsur für die Goldminenindustrie: Durch den deutlichen Goldpreisrückgang mussten Goldminenbetreiber ihre operativen Kosten senken und ihre Wachstumsinvestitionen deutlich kürzen. Dadurch versetzten sich die meisten Goldkonzerne in die Lage auch, bei Goldpreisen um 1.250 USD/Unze freie Cash Flows zu generieren. Aktuell liegt der Goldpreis bei über 1.320 USD/Unze. Die steigende Ertragskraft dürfte sich mittelfristig positiv auf die Aktienkurse auswirken. Relativ zum Goldpreis befinden sich die Goldaktien aktuell auf einem tiefen Bewertungsniveau.

Krisen- und Inflationsschutz:

Gold gilt traditionell als Krisen- und Inflationsschutz, vor allem in Zeiten niedriger Zinsen oder vor dem Hintergrund möglicher geopolitischer Konflikte – und die Minenproduktion ist zurzeit rückläufig.

Gewaltiger Appetit:

Urbanisierung und Industrialisierung kennzeichnen den Aufstieg der Schwellenländer, nicht zuletzt in China. Das dortige Bevölkerungswachstum lässt sich nur durch massive Investition in die Infrastruktur bewältigen – ein Motor für wachsenden Appetit auf Rohstoffe.

Basis für Industrie und Informationsgesellschaft:

Rohstoffe liefern die Bausteine der heutigen Industrie- und Informationsgesellschaft. Transformatoren, Autos, Computer, Schaltkreise, Flachbildschirme, Mobiltelefone, Laptops, Schaltkreise – ohne z. B. Kupfer, Stahl, Edelmetalle oder seltene Erden sind sie undenkbar.

Aufkommende Elektromobilität:

Noch steht die Elektromobilität in Kinderschuhen, aber sie wächst. Und mit ihr der Bedarf an Kupfer, Lithium, Kobalt und Nickel. Beispiel Kupfer: Heute sind durchschnittlich 25 kg in einem Auto verbaut. Für Elektroautos ist die drei- bis vierfache Menge nötig. Beispiel Nickel: Aktuell gehen konservative Marktschätzungen davon aus, dass das Angebotsdefizit bei Nickel von ca. 90.000 Tonnen im Jahr 2017 bis 2025 auf ca. 500.000 Tonnen ansteigen könnte. Grund ist das erwartet hohe Nachfragewachstum der Batterieindustrie.

Niedrige Investitionen trotz Fantasie durch Elektromobilität?

Wie bei Nickel gibt es auch bei Kupfer praktisch keine neuen großen Green-Field-Projekte. Unter Green Field versteht man die Errichtung einer Mineninfrastruktur an einem komplett neu zu erschließenden Standort, das heißt man muss auch Straßen, Unterkünfte fürs Personal, eine Strom- und Wasserversorgung etc. errichten. Solche Projekte „auf der grünen Wiese“ sind teuer und zeitintensiv. Ein komplett neues Green-Field-Projekt dauert oftmals 7–10 Jahre, bis die Förderung starten kann

Aktueller Ausblick

Obwohl 2018 für Gold ein negatives Jahr war – der Goldpreis auf USD-Basis lag am Jahresende 2018 bei einem Minus von -2%, ist die weltweite Nachfrage gestiegen. Wie der World Gold Council (WGC) Ende Januar berichtete, ist die globale Goldnachfrage im letzten Jahr um 4 % auf 4.345 Tonnen – den höchsten Wert seit fünf Jahren – gestiegen. Dieser weltweite Anstieg wurde zum einen durch stärkere Zuflüsse in die weltweiten Gold-ETFs getrieben. Diese lagen im Januar bei 70 Tonnen, was annähernd den Zuflüssen des Jahres 2018 entspricht. Zum anderen wurde der Anstieg aber auch vor allem von einer extremen und überraschenden Nachfrage seitens der Zentralbanken getragen. Laut WGC haben die Zentralbanken letztes Jahr 652 Tonnen Gold gekauft, 74 % mehr als im Vorjahr. Dies war die größte Menge seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems Anfang der 1970er Jahre. Erhöhte geopolitische und wirtschaftliche Unsicher­heiten haben laut WGC die Zentralbanken zu den Goldkäufen veranlasst. Die US-Notenbank hat Ende Januar 2019 überraschend ihren Zinserhöhungszyklus vorerst für beendet erklärt und eine Kehrtwende hin zu einer neutralen Ausrichtung gemacht. Sie deutete zudem einen flexibleren, d.h. schnelleren Ansatz bei der Bilanznormalisierung an. Sollte der Fed-Zinserhöhungszyklus tatsächlich jetzt schon beendet sein, könnte eine Schwäche des US-Dollar schneller kommen, als bislang unterstellt. Dann könnte der Goldpreis theoretisch auch schneller und stärker steigen.

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