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„Ich bin ein Bewegungs-Jäger und kein Richtungs-Deuter“
Foto: rawpixel - unsplash

„Ich bin ein Bewegungs-Jäger und kein Richtungs-Deuter“

Nachrichtenquelle: wikifolio
19.03.2019, 16:42  |  692   |   |   

Es gibt viele Wege zum Erfolg an der Börse, viele Ansätze und jede Menge Handelsideen. Andreas Haase („EventTrader“) hat sich für einen doch recht speziellen Ansatz im wikifolio „EventTrader“ entschieden. Der Name deutet die Richtung an. Alles dreht sich um Ereignisse, kursbewegende Events. Umgesetzt wird das Ganze mit Hebelprodukten und zwar nur mit Hebelprodukten. Riskant? Laut Haase überhaupt nicht. Im Gegenteil. Sein wikifolio wirkt, wie ein Fels in der Brandung. Warum das so ist, verrät er im Gespräch. Viel Spaß beim Lesen!

LUS Wikifolio-Index EventTrader Index Zertifikat Open-End (LASW)

wikifolio.com: Herr Haase, Sie betreuen seit nunmehr vier Jahren als EventTrader das gleichnamige wikifolio – was muss man sich unter Event Trading genau vorstellen?
Andreas Haase (EventTrader“): Es handelt sich dabei um eine spezielle Art des ereignisorientierten Trading mit Hebelprodukten, die ich so bereits seit einigen Jahren praktiziere. Grundsätzlich werden von mir nur Events ausgewählt, die eine erhebliche Auswirkung auf den gewählten Basiswert haben. Das sind also stark kursbeeinflussende Ereignisse, die sowohl gesamtwirtschaftlicher oder auch einzelwirtschaftlicher Art sein können.

Auf der Basis von historischen Kursreaktionen zu dem jeweiligen Event suche ich ein passendes Hebelprodukt, welches mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Gewinn von über 100 Prozent generieren kann, wenn die Richtung getroffen wird. Ein maßgeblicher Erfolgsfaktor meiner Strategie ergibt sich aus der Annahme, dass jeder Verlusttrade auf ein Minus von maximal 100 Prozent begrenzt ist, aber ein Gewinntrade die 100 Prozent-Grenze auch mal deutlich überschreiten kann.

Die Strategie habe ich mit einem strengem Regelwerk belegt und wer meine Aktivitäten möglicherweise bereits seit einiger Zeit verfolgt, der weiß, dass ich da durchaus auch nervtötend diszipliniert sein kann und vor jedem Trade gerne den Taschenrechner zum Glühen bringe. (Lacht.)

Wie kommt es, dass Sie sich auf diese besondere Art des Tradings fokussieren? Anders gefragt: Wie wird man zum EventTrader?  

Schon immer haben mich starke Bewegungen in Aktien oder auch anderen Basiswerten interessiert und zu Überlegungen geführt, wie ich diese gegebenenfalls nutzen kann. Die meisten Trader machen sich zum Beispiel mittels fundamentaler oder charttechnischer Ansätze Gedanken hinsichtlich der zukünftigen Richtung von Indizes oder Aktien.

Mein Ansatz ist ein ganz anderer: Ich bin sozusagen ein „Bewegungs-Jäger“ und kein „Richtungs-Deuter“.


Sie setzen Ihre Handelsidee ausschließlich über Hebelprodukte um, bei denen viel möglich ist – bis zum Totalverlust des investierten Kapitals. Wie kontrollieren Sie dieses Risiko?

Hebelprodukte werden oft als besonders risikoreiche Instrumente gesehen. Für mich bieten sie aber im Gegenteil eher die Möglichkeit, Verluste zu kontrollieren und klar zu begrenzen. Mein maximales Verlustrisiko je Trade beträgt ein Prozent des Depotvolumens - für den Fall eines Totalverlustes des gewählten Hebelzertifikats - und kann von mir vor jedem Trade exakt vorausberechnet werden. Ein Depot mit hohem Aktienanteil ist da nach meiner Einschätzung mit wesentlich höherem Risiko behaftet. Von der Furcht vor starken Markteinbrüchen kann sich da wohl kaum einer ganz frei machen. Da ich hingegen nur um die jeweiligen Events herum in sehr kurzen Zeitfenstern und mit streng disziplinierten Einsätzen investiert bin, ist mir ein Crash-Szenario fremd.

Von Trump-Tweets und Brexit profitieren?

Sie waren Ende Februar mit einer kurzfristigen Short-Spekulation auf Peugeot überaus erfolgreich. Was war das Ereignis, das den Trade auslöste? Wie kam es dazu?
Peugeot hat am 26. Februar vorbörslich die Zahlen zum vierten Quartal sowie die Jahreszahlen veröffentlicht. Auf Basis historischer Kursreaktionen zu Peugeot-Quartalszahlen konnte ich ein dazu passendes Hebelzertifkat entdecken und habe es am Vorabend der Veröffentlichung ins Depot gelegt.

Wie könnte man aus Event Trading – Sicht zum Beispiel vom Brexit profieren?
Denkbar wäre zum Beispiel eine Abstimmung im Parlament als entsprechendes Event zu sehen, allerdings waren die Ergebnisse ja in der Regel quasi schon im Vorfeld zu erahnen und die nachfolgenden Kursreaktionen übersichtlich. Ein neues Brexit-Referendum für die Bevölkerung wäre da sicherlich ein spannenderes Ereignis.

Ein Trump-Tweet – wäre das ein klassisches Event?
Da müsste ich Herrn Trump mal bitten, mir einen Zeitplan seiner geplanten Tweets auszuhändigen - befürchte aber, er wird mir diesen Wunsch nicht erfüllen. (Lacht.)

Wie kann man als EventTrader eigentlich sicher sein, dass man schnell genug reagiert? Vor allem als privater Trader - steht man hier nicht gar mit High-Frequency-Tradern in Konkurrenz?
Das wäre ja ganz besonders der Fall, wenn ich im Nachhinein möglichst schnell auf News oder etwa ungeplante Events reagieren möchte. Das ist aber eine ganz andere Baustelle. Die Events, die ich mit einem Trade begleite, sind bekannt, zeitlich definiert und ich lege vor dem Event ein passendes Hebelprodukt ins Depot.


"Die Börse ist ein Dschungel, den man nur gut vorbereitet und mit gründlichen Kenntnissen der Regeln und Gefahren betreten sollte. Wer sich nicht alleine hinein wagen möchte, der sollte bei der Auswahl seiner Guides genau hinsehen."
wikifolio-Trader Andreas Haase aka „EventTrader 

 

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