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Marktkommentar: Stefan Amenda (MEAG): Dividende, der neue Zins
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Marktkommentar Stefan Amenda (MEAG): Dividende, der neue Zins

Nachrichtenquelle: Asset Standard
20.03.2019, 12:00  |  585   |   |   

38 Milliarden Euro schütten in dieser Dividendensaison allein die 30 DAX-Konzerne aus – so viel wie noch nie. Eine gute Gelegenheit, Stefan Amenda – Leiter Multi Asset bei der MEAG – zu fragen, wie Anleger von dem Dividendenregen profitieren können.

"Aktuell ist die Dividendenrendite vergleichsweise hoch. Das heißt: Auch wenn Aktien nicht im Kurs zulegen, rentieren sie besser als Anleihen."

Stefan Amenda, Leiter Multi-Asset


Ist eine Rekordausschüttung ein guter Indikator, um Aktien zu kaufen?

Ja und nein. Hohe Dividenden sind ein Indikator für momentane Stärke. Die Ausschüttungen lassen sich aber nur durch gute Ergebnisse in der Zukunft wiederholen. Die Frage der Aktienanlage sollte der Anleger aber ohnehin breiter angehen.


Haben wir momentan ein gutes Umfeld für Investitionen in Aktien?

Ökonomisch befindet sich die Weltwirtschaft – trotz Abschwächung – weiterhin auf einem positiven Expansionspfad. Das zeigen sowohl die Einkaufsmanagerindizes der Industrieländer als auch die der Schwellenländer. Auch wenn das Momentum nachlässt: Der Wachstumspfad ist intakt. Das Umfeld spricht auf jeden Fall nicht gegen Aktien. Das allein reicht aber nicht.


Was ist noch zu beachten?

Um auf das Thema Dividende zurückzukommen: Die Dividendenrendite – also die Dividende im Verhältnis zum Kurswert – ist ein gutes Instrument, um Aktien mit Anleihen zu vergleichen. Aktuell ist die Dividendenrendite vergleichsweise hoch. Das heißt: Auch wenn Aktien nicht im Kurs zulegen, rentieren sie besser als Anleihen. Das spricht sicherlich für Aktien.


Aber vermutlich ist das noch nicht die ganze Geschichte. Sonst müsste der Anleger ja nur die Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen kaufen.

Ganz genau. Wichtig ist auch die Stabilität der Dividenden – und zwar mit Blick auf die Zukunft. Bei den Autoherstellern haben Anleger zuletzt Abstriche bei den Ausschüttungen hinnehmen müssen. Der Ausblick ist verhalten, die Probleme noch nicht abgearbeitet. Den Banken geht es nicht viel besser. Viele Geldinstitute sind mit den Nachwirkungen der Finanzkrise beschäftigt. Beide Sektoren stehen unter Beobachtung.


Und wo lohnt es sich zu investieren?

Die Aktienmärkte sehen hinter der aktuellen Delle in der wirtschaftlichen Entwicklung bereits eine erneute Belebung. Wettbewerbsfähige Unternehmen mit starker Marktstellung haben Potenzial. Ich denke hier zum Beispiel an die deutschen Chemieriesen oder Technologiewerte wie SAP oder Siemens. Mit Blick auf die Dividende sind auch Versicherungen eine gute Wahl.


Unternehmen scheinen ungern ihre Dividende zu kürzen. Können Anleger tendenziell mit weiter steigenden Dividenden rechnen?

Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Es gehört zum Unternehmensrisiko, keinen Erfolg zu haben und keine Dividende zahlen zu können. Richtig ist aber, dass Unternehmen nur sehr ungern ihre Dividende kürzen. In einem unterdurchschnittlichen Ausnahmejahr versucht das Management deshalb eher, die Dividende konstant zu halten. Grundsätzlich ist die Dividende ein gutes Argument, aber nicht das alleinige. Losgelöst von der Dividende sollte der Anleger eine Aktienanlage immer als Langfristinvestment sehen. Aktuell sehen wir: Nach einem schwierigen Jahr 2018 geht’s in diesem Jahr an den Aktienmärkten wieder bergauf.



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