DAX-0,02 % EUR/USD-0,09 % Gold+0,05 % Öl (Brent)-1,17 %

Werden Cannabisproduzenten Gewächshäuser für Bioreaktoren aufgeben?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
20.03.2019, 08:00  |  1008   |   |   

Als 2018 Brauereiunternehmen in die aufstrebende und zunehmend deregulierte Cannabisindustrie eintraten jubelten die Investoren. Der Bierriese Constellation Brands investierte 4 Mrd. US Dollar in Canopy Growth (WKN:A140QA). Für ein Getränkeforschungsprojekt – Getränke, die Cannbinoide wie THC und CBD enthalten – hat sich die Cronos Group (WKN:A2DMQY) mit Anhaeuser Busch zusammengeschlossen. Andere Konsumgütermarken werden sicherlich folgen.

Während die Brauindustrie eine wichtige Kapitalquelle für den noch jungen Cannabismarkt darstellt, kann die Brauwissenschaft eine wichtige Quelle für die zukünftige Produktionskapazität von Cannabinoidverbindungen darstellen. Große Cannabisproduzenten, von Cronos bis OrganiGram Holdings (WKN:A12AQF), haben sich mit analytischen Biotech-Laboren zusammengeschlossen, um zu erforschen, wie man ineffiziente Pflanzen, die in Gewächshäusern angebaut werden, zugunsten gentechnisch veränderter Mikroben, die in Bioreaktoren gebraut werden, aussortiert.

Für beide Branchen könnte es sich als wichtig erweisen, wenn es funktioniert, dass ein Pionierexperte darüber nachdenkt ob Bioreaktoren das Cannbis-Ökostem stören könnte.

Kevin Chen ist CEO und Mitbegründer des kanadischen Startups Hyasynth Biologicals, das seit Jahren an mikrobiellen Cannabinoiden arbeitet.

Das Versprechen der Biotechnologie bei Cannabinoiden

Der Gedanke dahinter ist einfach: Man nehme die Cannabinoid-Gene aus Pflanzen, füge sie in eine Mikrobe ein, verändere sie, um die Funktion zu optimieren, und verwende die Fermentation, um großartige Mengen an Cannabinoiden oder Cannabisharzen mit einem bestimmten Anteil an Cannabinoiden zu produzieren.

Auf dem Papier bietet die Nutzung der industriellen Biotechnologie mehrere bemerkenswerte Vorteile gegenüber der pflanzlichen Produktion. Der Indoor-Anbau von Cannabis könnte nur vier bis sechs Ernten pro Jahr erlauben, während ein einzelner Bioreaktor mehr als 23 Ernten pro Jahr liefern kann. Während ein 1 Mio. Quadratfuß großes Gewächshaus nur 16 Tonnen Cannabinoide pro Jahr liefern könnte, könnte eine Fermentationsanlage mit gleicher Grundfläche und Investition etwa 1.000 Tonnen pro Jahr erzeugen, weshalb die mikrobielle Fermentation seit langem eine so attraktive Technologie für Lebensmittel-, Pharma- und Industriechemikalien ist.

Die Gewinnung von Cannabinoiden und Harzen aus Pflanzen erfordert aber einen kostspieligen Extraktionsschritt. Desweiteren variiert der THC-Gehalt eines Produkts von Ernte zu Ernte stark – nicht ideal für Patienten, die sich auf bestimmte Tagesdosen verlassen. Die mikrobielle Produktion könnte Cannabinoide mit weniger intensiven Extraktionsschritten und Harze mit spezifischem Cannabinoidgehalt direkt produzieren. Es wäre auch viel einfacher für die Gesundheitsbehörden, die Qualität und Sicherheit der Produkte in einer solchen Einrichtung zu gewährleisten.

Werden die Cannabis-Biotech-Partnerschaften zum Erfolg führen?

Nach dem plötzlichen Geldregen sind die Cannabisproduzenten fasziniert genug vom Potenzial, Cannabinoide zu brauen, um explorative F&E-Projekte zu finanzieren. Dazu gehören ein umfangreiches Projekt zwischen Unicorn Biotech Ginkgo Bioworks und der Cronos Group sowie eine Partnerschaft zwischen dem industriellen Biotech-Pionier Amyris (WKN:A2DS41) und einem nicht genannten Cannabiskunden. Der synthetische Biologiekonzern Intrexon (WKN:A1W3NE) arbeitet auch an mikrobiellen Cannabinoid-Projekten, obwohl er seine Partner oder Kunden noch nicht bekannt gegeben hat.

Obwohl die oben genannten Deals und Projekte bereits 2018 angekündigt wurden, arbeitet Hyasynth Biologicals seit Jahren an mikrobiellen Cannabinoiden und ist lizenzierter Händler gemäß den Narcotic Control Regulations von Health Canada. Das kanadische Biotech hat von OrganiGram Holdings eine Investition von 10 Mio. US-Dollar erhalten, um mit der Skalierung ihres Prozesses zu beginnen, und das Unternehmen sagt, dass sie  in etwa 12 bis 18 Monaten einen kommerziellen Prozess haben könnten. Hyasynth Biologicals CEO Kevin Chen sagte:

Pflanzen können verwendet werden, um kleine Mengen an pharmazeutischen Spezialpräparaten herzustellen, aber die für Cannabinoid-Arzneimittel erforderlichen Dosen und Skalen sind um eine Größenordnung größer. Der Prozess der Cannabisherstellung erfordert einen riesigen Footprint, hat niedrige Erträge und führt zu einer inkonsistenten chemischen Zusammensetzung – ein besonders wichtiger Aspekt für globale Marken in den Bereichen Medizin und Lebensmittel, die weltweit eine gleichbleibende Produktqualität benötigen. Die traditionelle Fermentation stellt einen skalierbareren, effizienteren und hochwertigeren Produktionsprozess für die Industrie dar.

Nachfolgend eine Übersicht über die öffentlich angekündigten Biotech-Projekte im Bereich Cannabis:

Seite 1 von 5

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel