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Tragödie Venezuela Diese Millionen Flüchtlinge sind den Gutmenschen egal

Gastautor: Rainer Zitelmann
20.03.2019, 08:48  |  16255   |   |   

Unbarmherzigkeit der Gutmenschen in Europa: Die Millionen Hungernden und Flüchtlinge aus Venezuela sind ihnen vollkommen egal. Während sie sonst Mitgefühl mit jedem Flüchtenden aus Afrika haben, hört man von ihnen nichts zu dieser menschlichen Tragödie in Lateinamerika. Chiles Außenminister appelliert an Europa und spricht Klartext:


Der chilenische Außenminister Roberto Ampuero sagt es höflich, so wie es eben Diplomaten tun, aber er sagt es klar: Es ist „sehr wichtig, dass man in Europa wahrnimmt, um welche Flüchtlingsdimension es sich handelt“. Hier ein Auszug aus dem Interview in der WELT:


"In Kolumbien leben schon fast 1,5 Millionen Venezolaner, in Ecuador 700.000, in Peru eine ähnliche Zahl, wir in Chile haben schon 300.000 aufgenommen – und es werden immer mehr! Wir versuchen alle, den Flüchtlingsströmen gerecht zu werden, aber wir stoßen immer mehr an unsere Grenzen. Man schätzt, dass weit mehr als drei Millionen Venezolaner schon auf gepackten Koffern sitzen, um ihr Land zu verlassen. Und es könnten weitere Millionen werden, wenn die Lage so aussichtslos bliebe, wie jetzt unter dem Maduro-Regime: Es gibt Schätzungen von zwischen fünf und sieben Millionen. Es ist sehr wichtig, dass man in Europa wahrnimmt, um welche Flüchtlingsdimensionen es sich handelt: Einen solchen Exodus hat Lateinamerika überhaupt noch nie erlebt!"


Klartext: In Europa wird diese Tragödie nicht wahrgenommen. In der Tat gibt es keine Demonstrationen der Menschen, die sonst „Refugees welcome“ skandieren. Die einzigen Demonstranten, die ich gesehen habe, waren jene, die beim Parteitag der Linken für „Solidarität mit Venezuela“ demonstrierten – aber sie meinten nicht Solidarität mit den Hungernden und Flüchtlingen, sondern mit dem Maduro-Regime. „Vorwärts zum Sozialismus“ forderten sie. Und Angela Merkel, ansonsten Schutzpatronin aller Flüchtlinge dieser Welt, findet auch keine klaren Worte zur Tragödie in Venezuela. 

Chiles Außenminister: Sozialismus ist gescheitert

In deutschen Medien wird über Venezuela berichtet, aber die Intensität der Berichterstattung steht in keinem Verhältnis zum Ausmaß der humanitären Katastrophe. Und es wird in den Medien konsequent vermieden, darauf hinzuweisen, dass wieder einmal ein sozialistisches Experiment gescheitert ist. In den meisten Fällen wird nicht einmal das Wort „Sozialismus“ erwähnt, denn der „gute“ Sozialismus könnte damit ja diskreditiert werden. Der chilenische Außenminister spricht hier Klartext:

„Wie kann es sein, dass ein Land mit den größten Erdölreserven der Welt, mit gigantischen Gold- und Diamantenvorhaben, mit Stahlveredlern aller Art, mit guten Böden und Voraussetzungen für eine ertragreiche Landwirtschaft jetzt vor dem totalen Ruin steht? Maduro hat Venezuela in diesen Ruin getrieben. Und es passt zu ihm, dass er keine Verantwortung übernimmt für dieses Desaster!.... Es ist eine Diktatur, die den ‚Sozialismus des 21. Jahrhunderts’ aufbauen wollte. Die Ergebnisse sind vor aller Welt sichtbar.“

Warum die Gleichgültigkeit gegenüber Hungernden und Flüchtlinge?

Der Grund, warum linke Gutmenschen nicht über die Hungernden und Flüchtlinge in Venezuela sprechen wollen, ist klar. Es ist erst wenige Jahre her, dass sie dieses System, das jetzt kläglich gescheitert ist, verherrlichten. Noch im August 2015 schrieb Jeremy Corbyn, der von den Juso-Chef Kevin Kühnert bewunderte Anführer der britischen Labour-Party, auf seiner Website: „In Venezuela ist die bolivianische Revolution in vollem Gange und liefert Inspiration für einen ganzen Kontinent… Venezuela ist dabei, ernsthaft die Armut zu besiegen, indem es nachdrücklich die neoliberale Politik der internationalen Finanzinstitutionen zurückweist. Der Erfolg einer radikalen Politik in Venezuela wird durch die Unterstützung für die Ärmsten, die Freilegung von Ressourcen, aber vor allem durch die Bildung und Beteiligung der Bevölkerung erreicht." Und Sarah Wagenknecht, pries Hugo Chávez als „großen Präsidenten“, der mit seinem ganzen Leben für den „Kampf um Gerechtigkeit und Würde“ stand. Chávez habe bewiesen, dass „ein anderes Wirtschaftsmodell möglich sei“ – das Wagenknecht damit auch uns Deutschen empfahl. 

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Kommentare

Der UN Sonderbeauftragte hat das Land bereist und untersucht. Sein Fazit:

Hauptursache der Krise sind die voelkerrechtswidrigen Sanktionen und die Sabotage von aussen und innen.

Hier spielt der "Kalte Krieg" eine große Rolle, man will den Sozialismus ausrotten deshalb auch die Sanktionen der USA seit 2011 denn schließlich sind die Chinesen in Venezuela auch dabei.

Übrigens warum gibt es im Osten von Deutschland kaum Großkonzerne???

Die haben immer noch Angst enteignet zu werden falls es da, also bei uns, wieder einen Umsturz geben sollte. :-)

Alles Schisser und Großmäuler :-)
"In Venezuela ist die bolivianische Revolution in vollem Gange"

es heißt "bolivarische Revolution". Der Mann hieß Simón Bolívar.
Mit der bolivianischen Revolution lebt die bolivarische Revolution im Übrigen noch vergleichsweise erfolgreich weiter, was erneut belegt, dass Führungspersonal wichtiger ist als die Positionierung im Rechts-Links-Spektrum. Schlagwörter wie "Sozialismus" sind ohne weitere Differenzierung nicht förderlich für die Diskussion.
Wenn die Einmischung der USA (die sie vermutlich mit "Amerika" meinen) der Hauptgrund des Desasters wäre, dann würden die Nachbarländer in der aktuellen Situation anders agieren. Ich sehe zwei andere Hauptfaktoren: Die Radikalisierung von Oppositionellen (inkl. Desinformationskampagnen) und die Unfähigkeit/Korruption/Skrupellosigkeit der Regierung, welche sich als Reaktion darauf noch verstärkte.
Als Aussenstehender frage ich mich, in wie weit das Embargo Amerikas diese Situation provoziert hat. Im Internet habe ich nach Embargomaßnahmen gesucht und festgestellt, dass diese Strafmaßnahmen bereits 2011 gegen Venezuela verhängt wurden. Wir haben es hier also mit einer "Strangulierung" zu tun, die bereits 8 Jahre andauert.

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