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Die Abrechnung: Wie hat sich Siemens Healthineers bisher geschlagen?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
20.03.2019, 09:00  |  880   |   |   

Im März 2018 brachte Siemens (WKN:723610) seine Medizintechniksparte als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Siemens Healthineers (WKN:SHL100) an die Börse. Doch wurden die Erwartungen seit dem Spin-off aus Sicht der Anleger erfüllt? (Spin-off: Abspaltung einer Geschäftseinheit)

Die Kursentwicklung

Beim Börsengang von Siemens Healthineers wurden 150 Mio. Aktien zu einem Stückpreis von 28,00 Euro ausgegeben. Am freien Markt war die Aktie erstmals für 29,10 Euro zu haben. Seitdem hat sich der Aktienkurs zur Freude der Anleger äußerst positiv entwickelt und steht aktuell (11.03.2019) bei 36,74 Euro. Wenn ein Anleger die Aktie seit dem Zeichnen für 28 Euro hält, hat er damit bisher eine Kurssteigerung von rund 31 % erzielt!

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Als Vergleich dazu: Der DAX musste im gleichen Zeitraum einen Verlust von fast 7 % hinnehmen. Der MDAX verlor im gleichen Zeitraum fast 5,8 %. Die Aktie von Siemens Healthineers hat sowohl den DAX als auch den MDAX eindeutig geschlagen.

Quelle: Yahoo! Finanzen

Quelle: Yahoo! Finanzen, Siemens Healthineers = blauer Chart, DAX = roter Chart, MDAX = orangefarbener Chart

Umsatzentwicklung und Gewinn

Im Geschäftsjahr 2017 erzielte Siemens Healthineers einen Umsatz von rund 13,68 Mrd. Euro. Im nachfolgenden Geschäftsjahr 2018 konnte das Unternehmen nur noch einen Umsatz von 13,43 Mrd. Euro generieren. Der Grund hierfür ist sowohl ein schwächeres Geschäft in Deutschland als auch in Amerika. Des Weiteren waren im Amerika-Geschäft Währungsverluste zu verzeichnen. Doch im Gegensatz dazu entwickelte sich das Geschäft in China positiv.

Umsatz nach Sparte
Sparte Geschäftsjahr 2018 Geschäftsjahr 2017 Entwicklung
Imaging 8,153 Mrd. Euro 8,113 Mrd. Euro 0 %
Diagnostics 3,962 Mrd. Euro 4,164 Mrd. Euro -5 %
Advanced Therapies 1,479 Mrd. Euro 1,503 Mrd. Euro -2 %
Gesamtumsatz 13,429 Mrd. Euro 13,677 Mrd. Euro -2 %

Der Umsatzrückgang wirkte sich dementsprechend auch auf den Gewinn aus. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte der Medizintechnikspezialist einen Gewinn von rund 1,28 Mrd. Euro. Dies entspricht einem EBIT von 17,2 %. Umgerechnet für Anleger ist dies ein Gewinn nach Steuern von 1,26 Euro pro Aktie.

Die Erwartungen der Anleger nach einem höheren Umsatz als 2017 wurden somit nicht voll erfüllt.

Dividende

Lange war es unklar, welche Dividendenpolitik das Unternehmen nun verfolgt. Spätestens seit dem Geschäftsbericht 2018 können die Anleger jedoch durchatmen. Denn das Unternehmen verfolgt eine anlegerfreundliche Dividendenpolitik und möchte langfristig eine Dividende zwischen 50–60 % des Gewinns nach Steuern auszahlen.

Für das Geschäftsjahr werden erstmalig 0,70 Euro pro Aktie ausgezahlt. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 55 % des Gewinns nach Steuern.

Strategie 2025

Noch vor dem Börsengang stellte Siemens Healthineers im Januar 2018 den Strategieplan 2025 vor. Dieser beinhaltet zum einen eine jährliche Kosteneinsparinitiative von rund 240 Mio. Euro und soll ab 2020 zum ersten Mal voll greifen. Des Weiteren hat das Unternehmen eine kontinuierliche Produktivitätssteigerung auf die Agenda gesetzt.

Durch die Fokussierung auf Wachstumsmärkte will das Unternehmen zusätzliches Wachstum erzielen und gleichzeitig die Marktführerschaft im Jahr 2025 und darüber hinaus ausbauen.

Fazit

Zusammenfassend hat sich die Aktie von Siemens Healthineers überdurchschnittlich geschlagen. Für jeden Anlegertyp war etwas dabei. Der Aktienkurs des Hightechunternehmens übertraf seit dem Börsengang sowohl den DAX als auch den MDAX bei Weitem. Auch für Dividendensammler ist die Aktie interessant. Die Dividendenrendite entspricht zum Stichtag (11.03.2019) beim derzeitigen Aktienkurs von 36,74 Euro rund 1,9 %.

Das Unternehmen verfügt noch über viel Potenzial. Denn zum einen ist die Technologie im ständigen Wandel und Krankenhäuser müssen fortlaufend investieren, um neue Behandlungsmethoden durchführen zu können. Zum anderen ist der Markt und somit die Konkurrenz für Medizinprodukte überschaubar. Die Patente laufen im Gegensatz zu denen der Pharmahersteller nicht ab.

Etwas weiter gedacht, könnte das Unternehmen eventuell sogar demnächst in den DAX aufsteigen. Denn wenn Siemens weitere 15 % seiner Anteile an Siemens Healthineers abgibt, wäre der Streubesitz von Siemens Healthineers mit 30 % mehr als ausreichend für eine Aufnahme in den DAX. Dann müssten sich Fonds und ETFs – die den DAX abbilden – mit Aktien von Siemens Healthineers eindecken.

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