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Warum 2018 für die Lufthansa nicht so schlecht war, wie die Börse glaubt

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
20.03.2019, 09:05  |  415   |   |   

Am 14.03. präsentierte die Lufthansa (WKN: 823212) ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2018. Für Begeisterung sorgte das Zahlenwerk der Lufthansa an der Börse allerdings nicht wirklich – ganz im Gegenteil: An den beiden darauffolgenden Tagen verlor die Lufthansa-Aktie 7,5 %.

Ich kann diese Reaktion ehrlich gesagt nicht verstehen – denn wer das Geschäft der Lufthansa versteht, der findet viel Positives im 2018er-Geschäftsbericht.

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Das Zahlenwerk im Überblick

Lass uns zunächst einmal einen Blick auf ein paar Zahlen aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr werfen.

Veränderung im Vergleich zum Vorjahr
Passagiere      142,3 Mio.                          + 10 %
Umsatz  35,8 Mrd. Euro                           + 1 %
EBIT   3,0 Mrd. Euro                          – 10 %
EBIT Eurowings – 231 Mio. Euro                               –
Treibstoffkosten   6,1 Mrd. Euro                          + 16 %

Quelle: Lufthansa-Geschäftsbericht 2018

Die Airlines der Lufthansa Group transportierten letztes Jahr 10 % mehr Passagiere als im Vorjahr, was grundsätzlich natürlich positiv zu bewerten ist. Da der Umsatz allerdings nur minimal gestiegen ist, liegt die Vermutung nahe, dass die Ticketpreise wohl gefallen sind. Vermutlich hauptsächlich bei der Eurowings – dazu später mehr.

Das ist wenig erfreulich und zeigt, dass nach wie vor ein großer Preisdruck in der Branche herrscht. Das EBIT, also der Gewinn vor Steuern und Zinsen, fiel 10 % niedriger aus als 2017. Hier sollte man allerdings genau hinschauen, bevor man sich ein Urteil bildet!

Denn hier haben vor allem zwei Sondereffekte zugeschlagen: Zum einen verbuchte das Segment Eurowings – vermutlich aufgrund des Pannensommers 2018 – ein negatives Ergebnis von über 230 Mio. Euro. 2017 erwirtschaftete dieser Bereich noch ein positives EBIT in Höhe von 94 Mio. Euro.

Allein Eurowings hat das Ergebnis also um 325 Mio. Euro verglichen mit 2017 verschlechtert. Das tut erst mal weh, keine Frage. Langfristige Investoren sollten sich allerdings die Frage stellen, ob wir hier einen einmaligen Effekt gesehen haben oder ob hier mittelfristig wieder ein positiver Beitrag zum Konzernergebnis geleistet wird – mehr dazu später.

Der zweite Negativeffekt für die Lufthansa war 2018 der höhere Ölpreis, der die Treibstoffkosten um 16 % in die Höhe getrieben hat. Hört sich zunächst nicht wild an – dieser Effekt hat allerdings mit rund 850 Mio. Euro Mehrkosten zu Buche geschlagen.

Diese beiden Sonderfaktoren sorgten für eine Ergebnisverschlechterung von über 1,2 Mrd. Euro verglichen mit 2017 – ohne diese beiden Sondereffekte hätte man 2018 einen neuen Rekordgewinn vermelden können!

Hätte, wäre, wenn zählt an der Börse aber natürlich nicht – die langfristig positiven Aspekte sollten allerdings nicht im Schatten dieser vermeintlich schlechten Zahlen untergehen!

Was 2018 gut gelaufen ist

Die für mich wichtigsten positiven Dinge aus dem Lufthansa-Jahr 2018 sind die folgenden drei Entwicklungen.

1. Das Kerngeschäft läuft wie geschmiert

Das Segment Network Airlines umfasst die Gesellschaften Austrian Airlines, Lufthansa und Swiss. Im Gegensatz zu Airlines wie Ryanair oder Eurowings (diese bieten einfach Strecke A nach B an) verfolgen diese eine Multi-Hub-Strategie. Das heißt, sie arbeiten mit Umsteigeflughäfen, um Kurz-, Mittel- und Fernziele miteinander zu verbinden.

Dieser Bereich ist der umsatz- und renditestärkste des gesamten Lufthansa-Konzerns – und dieses wichtige Segment hat sich 2018 sehr gut entwickelt.

Veränderung zum Vorjahr
Umsatz 22,7 Mrd. Euro                 + 5 %
EBIT (adjusted)  2,4 Mrd. Euro                 + 6 %
EBIT-Marge (adjusted)       10,7 %               + 0,9 %

Quelle: Lufthansa Geschäftsbericht 2018

Der Umsatz ist solide gewachsen – der Gewinn sogar noch ein bisschen mehr, was in einer etwas höheren EBIT-Marge resultiert. Ich sehe es gerne, wenn der Gewinn schneller wächst als der Umsatz. Das deutet auf eine gewisse Preissetzungsmacht hin – beziehungsweise auf eine Effektivitätssteigerung.

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