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Taktik oder Volltreffer? Wirecard reagiert auf neuen Financial Times-Beschuss (zu) gelassen

21.03.2019, 13:27  |  17579   |   |   

Die "Financial Times" ("FT")-Autoren Stefania Palma  und Dan McCrum haben mit einem erneuten kritischen Bericht gegen Wirecard nachgeladen und abgedrückt. Dieses Mal steht Wirecard-COO Jan Marsalek im Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit. Merkwürdig zögerlich heißt es von Wirecard, dass man erst in zwei Tagen auf die neuen Vorwürfe reagieren werde. Unterdessen nimmt die Staatsanwaltschaft München zurzeit keine eigenen Ermittlungen im Fall Wirecard auf.

Auf der einen Seite beschert der Beef mit der "Financial Times" dem Dax-Unternehmen eine nie da gewesene Aufmerksamkeit, die man - nachdem der Pulverdampf verraucht sein wird - für das Unternehmen positiv ausnützen könnte. Und: Risikofreudige Börsenprofis spekulieren bereits jetzt auf gute Einstiegskurse.

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Aber auf der anderen Seite muss endlich der von Wirecard angekündigte Bericht der Kanzlei Rajah & Tann auf den Tisch, um die Betrugsvorwürfe entkräften zu können. Anleger und Investoren haben nicht ewig Geduld. Aber das scheint noch zu dauern. Zu den aktuellen "FT"-Vorwürfen von heute will sich Wirecard erst in zwei Tagen melden, geht aus dem heutigen "FT"-Artikel hervor.

Im aktuellen Bericht nennt die britische Finanzzeitung wieder konkrete Details aus dem Geschäftsgebaren von Wirecard. Die Sachverhalte sollen aus Unterlagen, die der Zeitung vorliegen, hervorgehen. Konkret geht es laut der "FT" um vier Transaktionen im Gesamtwert von zwei Millionen Euro, die bei der Betrugsermittlung der Polizei in Singapur eine Rolle spielen sollen. Die Unterlagen sollen außerdem auf Wirecard-Vorstand Jan Marsalek zeigen, der von den Transaktionen angeblich gewusst haben könnte. Der Name Marsalek tauchte heute in fast allen aktuellen Berichten der Börsen-Presse über Wirecard auf.

Für Wirecard spricht, dass die Staatsanwaltschaft München zurzeit keinen Anlass sieht, eigene Ermittlungen aufzunehmen. Auch eine Zusammenarbeit der Münchner Staatsanwälte mit ihren Kollegen aus Singapur steht wohl nicht auf dem Plan, da die Behörden in Singapur kein Rechtshilfeersuchen an die Ermittler in der bayerischen Landeshauptstadt gestellt hätten. So begründeten die deutschen Fahnder ihre bisherige Passivität, wie aus einem "Handelsblatt"-Bericht von gestern hervorgeht.

Quellen:

Financial Times

Handelsblatt

 

 

 

 

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