DAX+0,57 % EUR/USD+0,32 % Gold0,00 % Öl (Brent)-0,18 %

Steinhoff-Aktie: Erkenntnisse aus dem Wirtschaftsprüferbericht, wie es weiter geht und was wir daraus lernen können

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
24.03.2019, 09:03  |  3349   |   |   

Ende 2017 wurde bekannt, dass Steinhoff (WKN: A14XB9) seine Bilanzen gefälscht hat. Seitdem ist die Aktie bis heute auf knapp 11 Cent gefallen (22.03.2019). Zur selben Zeit nahm die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) ihre Arbeit auf und untersuchte seitdem die Bücher des Unternehmens.

Nun legte sie ihren über 7.000 Seiten umfassenden Bericht vor. Was sich aus ihm erfahren lässt und was das neue Management vorhat, erfährst du hier.

Das sagt der Bericht der Wirtschaftsprüfer

PwC hat seit Dezember 2017 Steinhoffs Bücher geprüft und ist nun zu dem Schluss gekommen, dass über Jahre Transaktionen erfunden wurden, um die Bilanzen zu fälschen. Dabei wurden auch Juristen eingeschaltet, um alles glaubhaft zu belegen, und Scheinfirmen gegründet. Insgesamt wurden so im Zeitraum 2009 bis 2017 Transaktionen im Wert von etwa 6,5 Mrd. Euro erfunden. Infolgedessen wurden die Vermögenswerte zu hoch ausgewiesen, was natürlich dazu führte, dass die Verschuldung in Wahrheit viel höher als angegeben ausfiel. Dies führte auch zur Täuschung der Banken.

Dabei war das Management der Initiator der Transaktionen. Was es allerdings dazu bewogen hat, bleibt offen. Steinhoff hatte auch in früheren Jahren schon einmal Probleme mit der Profitabilität und verlegte deshalb seine operative Hauptzentrale nach Südafrika. Anscheinend ist das Möbelgeschäft nicht ganz so profitabel, wie es immer schien. Die Bilanzen zu schönen ist aber keine Lösung, sondern der Anfang vom Ende. Nun haben die Manager wahrscheinlich nicht nur ihr Unternehmen verloren, sondern müssen sich darüber hinaus vor Gericht verantworten.

Etwas Positives hat der Bericht, denn nun können auch die Geschäftszahlen aus den Jahren 2017 und 2018 veröffentlicht werden. Als Termin wurde der 18. April 2019 genannt. Dies schafft für Investoren wieder eine bessere Basis zur Bewertung der Aktie.

Was das neue Management jetzt plant

Über dem Berg ist das Unternehmen damit aber noch lange nicht, denn der Vorstand muss weiterhin eine Finanzierung für die Zukunft ausarbeiten und die Schulden reduzieren. Das geht nur über Schließungen und Verkäufe.

So stehen aktuell auch europäische Immobilien im Wert von 400 Mio. Euro über die amerikanische Immobilienfirma Eastdil Secured zum Verkauf. In Deutschland wurde bereits die Poco-Kette verkauft. Selbst das neue Management wartet nun auf eine vertrauenswürdige Bilanz der Prüfer, um auf ihrer Basis weitere Entscheidungen treffen zu können.

Es könnte aber auch immer noch eine finale Pleite drohen, denn Steinhoffs langjähriger Partner und XXXLutz-Miteigentümer Andreas Seifert möchte die Umschuldung von Steinhoff, wie aktuell vorgesehen, nicht mittragen. Beide Parteien streiten sich um die Eigentumsverhältnisse bei der französischen Conforama, wobei Seifert weiterhin 388 Mio. Euro von Steinhoff fordert. Nun kann der Konzern nur um eine Fristverlängerung seiner Finanzierung bei seinen Gläubigern bitten, die allerdings als wahrscheinlich gilt, weil diese sonst ihren Einsatz verlieren würden.

Und dies können wir daraus lernen

Was wäre geschehen, wenn die Steinhoff-Manager nicht betrogen hätten? Vielleicht wäre das Unternehmen etwas weniger profitabel gewesen. Aber hätten die Vorstände dadurch ein schlechteres Leben geführt? Wahrscheinlich kaum, denn ob sie nun eine Million mehr oder weniger auf dem Konto halten, die sie am Ende doch nicht benötigen, hätte nichts an ihrem Lebensstil geändert. Und selbst als absehbar war, dass die Geschäfte vielleicht keine Zukunft mehr haben (was nicht der Fall war), hätten sie die Firma verkaufen und in den Ruhestand treten können.

Warren Buffett sagte einmal zu solchen Fällen: „Es ist dumm, alles für etwas zu riskieren, das man nicht wirklich benötigt.“ Forscher haben im Übrigen herausgefunden, dass wir gar nicht so viel Geld benötigen, um glücklich zu sein. Wir sollten besser mehr bei uns selber bleiben, anstatt zu versuchen, es anderen oder der Gesellschaft recht zu machen.

Wie du den kommenden Bärenmarkt überstehst

In unserem brandneuen Bericht erfährst du, was du jetzt tun musst, bevor der nächste Einbruch kommt. Und warum ein Einbruch für dich eine historische Chance auf Wohlstand bedeuten kann, und wie du diese am besten nutzt! Für ein Gratis Exemplar dieses neuen Gratis Bericht Bereit für den nächsten Bärenmarkt klicke einfach hier.

Seite 1 von 2

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel