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Forex-Report Trump entlastet, UK alles möglich, Sentiment-Indices schwach!

Gastautor: Folker Hellmeyer
25.03.2019, 09:55  |  841   |   |   

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1304 (07:09 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1274 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109.90. In der Folge notiert EUR-JPY bei 124.22. EUR-CHF oszilliert bei 1.1241.     

Im Hinblick auf Planungssicherheit gibt es positive Akzente aus den USA.  Der dem US-Justizministerium vorliegende Mueller-Bericht wirft US-Präsident Trump keine Verbrechen vor. Es hätte auch keine Verschwörung mit Russland gegeben. Ob die Demokraten sich mit diesen Verlautbarungen anfreunden können sei dahingestellt.

Die Möglichkeit, dass es jetzt offizielle Untersuchungen geben wird, die das Ziel haben, eine Verschwörung gegen Trump seitens der Demokraten nachzuweisen, ist nicht unerheblich. Spannung bleibt bei diesem Themenkomplex gewährleistet.

Das Vereinigte Königreich ist in Aufruhr. Die Öffentlichkeit bringt sich als Protagonist ein, nachdem die amateurhafte Politik in den letzten drei Jahren nur die Stärke des Versagens für sich in Anspruch nehmen durfte und darf.

Angeblich über eine Million Menschen gingen in London auf die Straße, um ein zweites Referendum einzufordern. Die Teilnehmer verwiesen unter anderem darauf, dass das ursprünglich nicht bindende Referendum über einen so verheißungsvollen Brexit und die jetzt zur Disposition stehenden Alternativen des Brexits nicht kompatibel seien. Was stimmt, das stimmt!

Noch stärker ist die „Revoke Article 50“ Petition zu bewerten. Historisch einmalig haben mehr als 5 Millionen Menschen diese Petition signiert, um das Parlament zu zwingen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen (100.000 Unterschriften dafür erforderlich). Es wird offenbar, dass zwischen den Bürgern und den „elitären“ Politikern eine recht fassbare Distanz besteht.

EVP-Spitzenkandidat Weber fordert vom britischen Parlament Annahme des Austrittsabkommens

Laut Medien ist May aufgefordert worden, einen Zeitplan für ihren Rücktritt zu definieren, um eine Zustimmung zum Austritts-abkommen zu ermöglichen.

Die Melange aus Nachrichten und Fakten kann nur zu der Beurteilung führen, dass alles im UK möglich ist bezüglich des Brexits.

Der Schaden, den das UK für Europa durch diesen Prozess der letzten drei Jahre verursacht hat, ist erheblich. Eine zeitnahe Lösung ist vor diesem Hintergrund zwingend!

Denjenigen Kräften in Kontinentaleuropa, die glauben mit nationalstaatlichen Gebilden und eigenen Währungen im Rahmen von Kleinteiligkeit und außenpolitischer Bedeutungslosigkeit (Verteidigung der Interessen des Kapitalstocks – siehe aggressive Verhandlungen der USA zu Lasten  Kanadas und Mexikos) attraktiv für den international operierenden Kapitalstock zu sein, wird mit dem Brexit eine Lehrstunde erteilt. So weit zur Abstraktion!

Kann man in Kontinentaleuropa Abstraktion (Business of scale requires politics of scale) oder mag man lieber intellektuelle Inkontinenz?

EZB-Ratsmitglied Olli Rehn warnte am Wochenende vor Gefahren durch den Brexit. O-Ton: „Kurzfristig ist sicherlich der Brexit die größte Gefahr. Die Finanzmärkte scheinen da zu gelassen zu sein und das Risiko zu unterschätzen.“ Man habe seitens der EZB mit der Bank of England Vorkehrungen getroffen, um sicherzustellen, dass es im Falle eines ungeordneten Brexits nicht zu Turbulenzen komme (analog zu 2008).

Konjunkturrisken nehmen zu!

Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone sagte Olli Rehn: „Tatsächlich hat sich das Wachstum deutlich abgeschwächt, und wir müssen uns Sorgen um die Konjunktur machen.“ Er verwies auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China. Rehn rechnet nicht mit einer Rezession in der Eurozone. Die EU hätte in ihren eigenen Handelskonflikten ihre Karten bisher gut gespielt, größere Verwerfungen mit China und den USA verhindert und mit Japan sogar ein neues Abkommen geschlossen.

Die Sentiment-Indices der Eurozone unterstreichen Rehns Konjunkturpessimismus für den Sektor des verarbeitenden Gewerbes.

So sank der von Markit ermittelte PMI für das Verarbeitende Gewerbe der Eurozone laut Erstschätzung per März von zuvor 49,3 auf 47,6 Punkte (Prognose 49,5). Mit Werten von deutlich unter 50 Punkten wird hier eine Rezession zum Ausdruck gebracht. Deutschland mit einem Rückgang von 47,6 auf 44,7 Zähler steht noch prekärer dar.

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Kommentare

A second referendum has 'never been a preference' for Labour, insists Corbyn's allies as party splits on Brexit flare up AGAIN after 'one million-strong' People's Vote march

Labour remains deeply split over the prospect of a new referendum on Brexit
Corbyn has shifted the party closer to backing a poll but snubbed a huge march
Shami Chakrabarti said the Labour leader had 'other places to be' on Saturday

https://www.dailymail.co.uk/news/article-6847147/Labour-splits-Brexit-exposed-Peoples-Vote-march.html
Mal wieder 0815 Nachgebabbel ohne wirkliche Recherche.

Die Briten sind in dieser Frage weiterhin gespalten. Der Riss geht selbst durch die Labour Party. Deren Chef Corbyn hat noch einmal klar gemacht, dass auch er kein zweites Referendum will und hat ostentativ nicht an der Demo teilgenommen.

Die meisten Briten halten demokratische Entscheidungen sehr hoch: Gewaehlt ist gewaehlt. Vermutlich kommen viele der 5 Millionen Unterzeichner eher aus Deutschland

Fuer das bisherige Scheitern der Verhandlungen ist sicherlich auch nicht die britische Regierung verantwortlich.

Fuer beide Seiten waere ein Austritt mit freiem Handel die rationale Verhandlungsloesung. Dies gilt insbesondere auch fuer Deutschland wegen des riesigen Handelsbilanzueberschusses.

Diese wurde also vor allem von der EU Buerokratie vereitelt, also just jenen Institutionen, wegen derer so viele Briten austreten wollten.

Denn dort geht es um Eigennutz: sollten die Briten austreten und damit erfolgreich klarkommen, fuerchtet man in Bruessel, dass andere diesem Beispiel folgen werden.

Disclaimer

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