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Marktkommentar: Stephan Rieke (Oddo BHF): Notenbanken geben Finanzmärkten neue Impulse
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Marktkommentar Stephan Rieke (Oddo BHF): Notenbanken geben Finanzmärkten neue Impulse

Nachrichtenquelle: Asset Standard
25.03.2019, 10:05  |  490   |   |   

Die US-Notenbank schwenkt auf einen weicheren geldpolitischen Kurs ein.

Ein wichtiger Impulsgeber für die Finanzmärkte war die US-Notenbank, die am Mittwochabend (20.03.) mit ihrer Ankündigung einer langen Pause im Zinserhöhungszyklus und dem signalisierten Ende ihres Bilanzabbaus auf einen weicheren geldpolitischen Kurs einschwenkte.

Freitag, 22. März 2019

Aktienmärkte

Europäische Politiker und Notenbanker schauen auf eine arbeitsreiche Woche zurück. Politiker arbeiteten an Strategien zur Schadensbegrenzung angesichts eines drohenden ungeregelten Brexits, die britische Premierministerin May brachte dabei eine Verlängerung der Austrittsfrist um drei Monate ins Spiel und drohte ihren innerparteilichen Kritikern (indirekt) mit ihrem Rücktritt. Gestern Abend stellte EU-Ratspräsident Tusk den nach langwierigen Verhandlungen erzielten Kompromiss vor: Stimmt das britische Unterhaus dem ausgehandelten Austrittsvertrag in der nächsten Woche zu, wird der Brexit europawahl-kompatibel auf den 22. Mai verschoben. Wird der Vertrag abgelehnt, wird der Termin um zwei Wochen auf den 12. April verschoben. Im Raum steht natürlich weiterhin die britische Option, das Austrittsgesuch einseitig zurückzuziehen.

Ein wichtiger Impulsgeber war die US-Notenbank, die am Mittwochabend mit ihrer Ankündigung einer langen Pause im Zinserhöhungszyklus und dem signalisierten Ende ihres Bilanzabbaus auf einen weicheren geldpolitischen Kurs einschwenkte. Mehr dazu im letzten Kapitel. Am Donnerstag verkündeten dann die Notenbanken der Schweiz, Norwegens und Großbritanniens ihre geldpolitische Botschaft (siehe unten).

Nach fünf Tagen steigender Kurse setzten an den Euro-Börsen am Mittwoch Gewinnmitnahmen ein, in der laufenden Woche liegen die EWU-Leitindizes damit per Saldo leicht unter den Schlusskursen der Vorwoche (Euro STOXX 50: -0,6%, DAX 30: -1,2%, CAC: -0,5%). Seinen eigenen Weg ging der vom schwächeren britischen Pfund profitierende britische Aktienmarkt (FTSE 100: 1,8%). Unter den STOXX-Sektoren ragen diese Woche die Sektoren Grundstoffe ( 1,6%) und die Lebensmittel ( 1,3%) positiv hervor, die zinssensitiven Finanzwerte (Banken: -1,5%, Finanzdienstleister und Versicherungen: jew. -1,8%) reagierten recht verschnupft auf die geldpolitischen Weichenstellungen der Fed, die Reise & Freizeit-Branche (-2,1%) litt unter den sich weiter befestigenden Ölnotierungen.
Der S&P 500 schloss gestern mit einem Tagesgewinn von 1,1%, das in der laufenden Woche aufgelaufene Plus beträgt damit 1,2%; auf der Gewinnerseite stehen dabei die Sektoren Gebrauchsgüter ( 3,4%), Technologie ( 2,8%) und Energie ( 2,7%), letztere konnten sich damit im Ranking der diesjährigen Performance mit 17,4% auf Platz 2 vorarbeiten (Top-Performer Technologie: 21,1%). Wie auch in Europa stand der Finanzsektor (-2,1%) kräftig unter Druck.

Die asiatischen Leitbörsen schlossen heute Morgen (20.03.) nach einem orientierungslosen Handel nur wenig verändert. Der Nikkei 225 beendete die Handelswoche mit einem Kursgewinn von per Saldo 0,8%, der südkoreanische KOSPI 200 mit 1,2%; der chinesische CSI 300 liegt 2,4% über Vorwochenniveau.

Renten und Währungen:

Während die Schweizer Notenbank nur ihre Inflationsprognose für 2019 nach unten anpasste (e: 0,3% nach zuvor 0,5%, jew. ggü. Vj.), ihren geldpolitischen Werkzeugkasten aber geschlossen hielt, erhöhte die norwegische Zentralbank ihren Leitzins (wie erwartet) um 25 Basispunkte auf 1,0%; zudem signalisierte sie eine weitere Anhebung noch im laufenden Jahr, die norwegische Krone reagierte mit deutlichen Kursgewinnen. Die Bank of England beschloss einstimmig den Leitzins bei 0 ,75% zu belassen . Einer von der BoE erhobenen Unternehmensumfrage zufolge, sehen sich mittlerweile 80 % für einen No -Deal-Brexit gerüstet, im Januar waren es erst 50% gewesen. Die US -Geldpolitik verhalf EWU -Staatsanleihen und dem Euro (aktuell: 1,138 US-$) zu steigenden Kursen.

Edelmetalle und Rohstoffe:

Mit dem Rückenwind stark rückläufiger US-Lagerbestände (-9,6 Mio. Barrel) überschritt Rohöl diese Woche sein Zwischenhoch vom Februar und bewegte sich weiter in Richtung der Marke von 70 US-Dollar (Brent-Future aktuell: 67,9 US-$), Gold (aktuell: 1311 US-$/Unze) profitierte von den geldpolitischen Signalen der US -Notenbank und dem per Saldo schwächeren US-Dollar..

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