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Forex-Report EU vorbereitet – ein Blick auf Piräus - IFO setzt positiven Akzent

Gastautor: Folker Hellmeyer
26.03.2019, 09:43  |  764   |   |   

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1310 (07:32 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1295 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 110.08. In der Folge notiert EUR-JPY bei 124.52. EUR-CHF oszilliert bei 1.1228.    

Das Drama Brexit lieferte in den letzten 24 Stunden nachfolgende Erkenntnisse:
•    PM May hat laut der Zeitung Sun ihren Rücktritt angedeutet.
•    Drei Staatssekretäre der Regierung May sind laut Medien wegen der aktuellen Brexit-Politik Mays zurückgetreten.
•    Gerüchte über Neuwahlen im Sommer kursieren in London.
•    Das britische Parlament darf vorübergehend die Kontrolle über den weiteren Brexit-Prozess übernehmen.

Das Fazit lautet, dass weiterhin alles möglich ist. Aus diesem Grund ist es zu begrüßen, dass die EU gut auf einen möglichen harten Brexit vorbereitet ist. 

Die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexits sei wahrscheinlicher geworden, sagte ein EU-Vertreter gestern. Die 27 EU-Staaten hätten sich auf einen harten Brexit am 12. April eingestellt. Es seien 20 neue Grenzkontrollpunkte für Warentransporte aus dem UK eingerichtet und entsprechend Zöllner eingestellt worden. 

Vor allem große Firmen seien ausreichend vorbereitet. Weniger gut vorbereitet seien einige kleine Firmen, die sich bisher nie um Zollfragen kümmern mussten. Die EU fordert Großbritannien auf, im Falle eines ungeregelten Brexits bis zum 18. April zu klären, ob das Land weiter zu seinen Verpflichtungen für den laufenden EU-Haushalt 2019 steht. Davon werde abhängig gemacht, ob die EU ihrerseits zu Leistungen und Aufträgen an britische Firmen stehe. Unklar sind die genauen Auswirkungen auf die Grenze zwischen dem EU-Land Irland und dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland. Man wolle auch im Falle eines "No Deal" eine harte Grenze und den Bau von Grenzkontrollpunkten vermeiden.

Das Thema Seidenstraße im Rahmen des Projekts One Belt- One Road (OBOR) steht derzeit im politischen und medialen Fokus. Dabei überwiegt einmal mehr ein negativer Zungenschlag, der Skepsis in der breiten Masse und auch in der Wirtschaft forcieren soll. 

Es macht Sinn, sich mit einem der ersten Großprojekte Chinas in der EU und der Eurozone auseinanderzusetzen, um Sachlichkeit im Diskurs zu ermöglichen. Es war der anteilige Erwerb des Hafens in Piräus im Jahr 2009 (weiterer Erwerb 2016).

War dieses Geschäft bisher Ausdruck politischer Einflussnahmen durch China (COSCO)? Das ist absolut zu verneinen. China ist anders als die USA eben nicht bekannt für Regime-Change, sondern dafür, Wirtschaftsprojekte umzusetzen.

Zu den Fakten:
•    Der wirtschaftliche Erfolg dieses Projekts in Piräus ist Atem beraubend. Der Umsatz steigerte sich von 665.000 TEU im Jahr 2009 auf 4.900.000 TEU im Jahr 2018.
•    Im laufenden Jahr 2019 soll Piräus zum umsatzstärksten Hafen des Mittelmeers aufsteigen. 
•    Es wurde massiv investiert, es wurden verbesserte infrastrukturelle Anbindungen geschaffen.
•    Der Staat erhält pro Jahr Pachtgebühren im Bereich von 100 Mio. Euro.
•    Mehr Menschen sind beschäftigt, Steuern fließen und Sozialleistungen werden gezahlt. 

Wo stünde Piräus heute ohne China bei den eingeschränkten Möglichkeiten im öffentlichen Haushalt Athens? 
War ein europäisches Unternehmen bereit, 2009 den Hafen von Piräus zu übernehmen?
Sachlichkeit besticht, asymmetrische Darstellungen dienen regelmäßig Interessen Dritter!

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