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Türkei Ausländische Investoren stecken in der Lira fest

27.03.2019, 13:06  |  14502   |   |   

Die Türkei hat es ausländischen Investoren praktisch unmöglich gemacht, die Lira zu verkaufen, so berichtet es "Bloomberg". Hintergrund sind die unmittelbar bevorstehenden Wahlen und Befürchtungen, dass nach dem Ergebnis die Lira kollabiert.

Wenige Tage vor der Kommunalwahl in der Türkei, am 31. März 2019, sind ausländische Hedgefonds in Lira-Deals gefangen, denn türkische Banken stehen unter Druck, keine Liquidität bereitzustellen. Dies berichten vier Insider. So gewann die Währung diese Woche sogar acht Prozent und kehrte damit den Rückgang der vergangenen Woche um.

Rückblick

Viele Investoren waren in den letzten Monaten Fans der Lira geworden. Die Währung wurde zu einem Favoriten unter den ausländischen Fondsmanagern, nachdem die offiziellen Zinssätze in der Türkei im vergangenen September auf 24 Prozent angehoben wurden, was zu Wetten führte, dass die Währung weiter an Stärke gewinnen würde. 

Ausländische Investoren versuchen seit letzter Woche aus türkischen Lira-Beständen auszusteigen. Die Verkaufsempfehlungen kamen von JPMorgan Chase und anderen Banken. Anschließend rutschte die Währung am Freitag - an einem einzigen Tag - um 5,1 Prozent ab. 

Reaktionen aus der Türkei

Türkische Behörden warfen dem in New York ansässigen Kreditgeber vor, "irreführende" und "manipulative" Ratschläge erteilt zu haben. Recep Tayyip Erdoğan warnte am Sonntag, dass Banker, die für Spekulationen gegen die Währung verantwortlich sind, bestraft werden.

Die Drohungen verschärften nur die Verkaufsaufträge, aber ausländische Fonds können keine Trades ausführen, weil sie keine Gegenparteien finden. Als Indikator dafür, wie schlimm die Liquiditätskrise ist, stiegen die Kosten für die Aufnahme der Lira über Nacht auf dem Offshore-Markt in den letzten zwei Tagen um mehr als das Zehnfache - auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise in der Türkei 2001, und lagen am Dienstag bei über 300 Prozent.

Quelle:

Bloomberg

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Wertpapier
USD/TRYTRY/EUR


5 Kommentare

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Kommentare

Gestern und heute ist sehe ich im Tagesverlauf USD/try (forex) "tränen"artige Peaks nach unten. Sind das Versuche mit einzelnen, voluminösen Orden die Lira zu stützen oder wie kommt sowas zustande?
Letztlich sehe ich bei der aktuellen Führung nur als eine Frage der Zeit an wann der Absturz noch heftiger wird.
Wer investiert freiwillig bei 25% Zinzen wenn denen 35% Wertverlust (letzte 12 Monate) entgegenstehen?
Ob 5, 6, 7 oder mehr ver-Lira je Dollar zu bekommen sind entscheidet aus meiner Sicht eher über die verbleibende Zeitspanne als die Talfahrt an sich.
Und die Drohgebärden des Führers bringen vielleicht ein paar Stimmen in - sagen wir - ländlicheren Regionen, dürften aber im Gegenzug Urlauber und immer noch Investoren weiter abschrecken.
ergänze: diesen Despoten ... gewählt habt.

P.S.: Erdogan versteht von Finanzwirtschaft so wenig wie Merkel vom digitalen "Neuland".
Das Desaster habt Ihr Türken Euch ganz alleine eingehandelt, du Schlaumeier, indem ihr nämlich diesen Despoten, der hemmungslos lügt, betrügt und morden lässt (Bombardements von Kurdendörfern, Folteropfer in Gefängnissen, Unterstützung des IS in der Vergangenheit, so dass dieser effektiver seine Verbrechen begehen konnte, etc. etc.).
Dieses Scheusal habt ihr jetzt an der Backe, also beklagt euch nicht, sondern kriegt besser mal was selbst auf die Kette.
Und hört auf, ausländerfeindliche Märchen zu ersinnen.
Was die Finanzmaf....a sich hier gegen eine Unabhängige Nation leistet sollte die ganze Welt wachrütteln statt stillschweigend zuzuschauen was die hier treiben!!! Wo ist hier die frei Marktwirtschaft?? Wer wird das nächste Ziel der USraelischen Finanzdiebe sein?

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