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Unter Dauerfeuer Wirecard: Erneut negative Presse – Bemühen um Normalität

08.04.2019, 17:43  |  20583   |   |   

Zwei neue Presseberichte beleuchten die angespannte Situation von Wirecard in Singapur. Man wird das ungute Gefühl nicht los, dass für das Wirecard-Management noch keine ruhigeren Zeiten anbrechen werden.

Am Freitagabend berichtete "Bloomberg", dass ein Leiter der Wirecard-Buchhaltung in Singapur, der im Zentrum der Betrugsvorwürfe stand, das Unternehmen verlassen habe. "Wir bestätigen, dass Edo K. ab dem 1. April nicht mehr im Unternehmen ist", schrieb eine Sprecherin von Wirecard in einer E-Mail. Die Sprecherin bezog sich laut "Bloomberg" auf Edo Kurniawan, der die Buchhaltung für Wirecard in Singapur führte.

Die Entlassung wirft erneut ein Scheinwerferlicht auf die Vorgänge bei Wirecard in Singapur. Dazu passt ein Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ), der ebenfalls am Freitag veröffentlicht wurde. In ihm wird u.a. die zentrale Rolle von Edo Kurniawan im Wirecard-Wirbel beleuchtet.

Detailliert zeichnen die SZ-Journalisten die Entwicklung bei Wirecard nach, die zum Kurssturz Ende Januar geführt habe. Eine These der Journalisten: "Vor allem in Asien scheint die dortige Finanzabteilung die Kontrolle über die komplexen Geschäfte verloren und zudem zu mehr als unsauberen Methoden gegriffen zu haben", so die SZ-Journalisten.

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Es entsteht der Eindruck, dass die wichtigsten Fragen, wie groß das Ausmaß der Unregelmäßigkeiten in Singapur tatsächlich ist, wie sehr das Vertrauen der Anleger in Wirecard nachhaltig beeinträchtigt wird und ob ungesetzliche Börsenspekulationen für den Kurssturz verantwortlich waren, noch nicht erschöpfend beantwortet wurden.

Als Wirecard-Anleger sollte man den 18. April, an dem das Bafin-Verbot für Leerverkäufe von Wirecard-Aktien abläuft, und auch den 25. April, an dem Wirecard seine Bilanz für das letzte Geschäftsjahr vorlegen will, auf dem Schirm haben. Vielleicht wird nach diesen beiden Terminen deutlich, aus welcher Richtung der Gegenwind für Wirecard bläst.

Unterdessen bemüht sich das Wirecard-Management, die Aufmerksamkeit auf das operative Geschäft zu lenken. Heute gab Wirecard seine Zusammenarbeit mit der Elush Retail Group, laut eigenen Angaben Singapurs größter "Apple Premium Reseller", bekannt. Wirecard werde seinem neuen Partner "über seine vollständig integrierte Financial Commerce Plattform digitale Zahlungsdienste sowohl in den physischen Stores als auch in den Online-Shops anbieten."

Quellen:

Bloomberg

Süddeutsche Zeitung

wallstreet:online

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Wertpapier
AppleWirecard


3 Kommentare

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Kommentare

"Vielleicht wird nach diesen beiden Terminen deutlich, aus welcher Richtung der Gegenwind für Wirecard bläst." Also Gegenwind kommt in der Regel von vorne. So Sinnfrei wie dieser Satz ist der Beitrag auch. 😅😂
Kann man einen Medienbericht der sich auf viel Bekanntes und sozusagen mit dem Inhalt «Vielleicht wird nach diesen beiden Terminen deutlich, aus welcher Richtung der Gegenwind für Wirecard bläst» schliesst, noch als seriös betrachten?
Die Sache ist doch einfacher als gedacht. Erstens haben die short-Attacken nicht aufgehört, weil die Bafin nur die Begründung oder Erhöhung bestehender Positionen untersagt hat und zweitens die shortseller sich außerdem an das Verbot, das von der Bafin nicht überwachbar ist, nicht gehalten haben. Wenn die verbliebenen Hände stark sind, d.h. festhalten, kommen die shortseller früher oder später in einen shortsqueeze und die Aktie geht ab.

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