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Der Wind dreht sich! PNE AG: Ergebnisse gewinnen an Nachhaltigkeit! Kaufchance?

Gastautor: Volker Glaser
09.04.2019, 00:09  |  1753   |   |   

PNE hat in 2018 mit gut 236 Megawatt Projekte verkauft, in Betrieb genommen oder befinden sich im Bau. Bei einem angenommenen Investitionsvolumen von rund 1.4 bis 1.8 Mio. Euro pro installiertem Megawatt Nennleistung hat PNE damit Investitionen von rund 330 bis 424 Mio. Euro initiiert. „Unser Geschäftsjahr 2018 ist operativ erfolgreich verlaufen. Wir haben sehr gute Fortschritte gemacht und unsere Prognose sogar übererfüllt“, sagt uns CEO Markus Lesser im Hintergrundgespräch.

Geplant hatte PNE für 2018 ein EBIT von 10 bis 16 Mio. Euro und ein EBITDA von 20 bis 26 Mio. Euro. Ohne einen negativen Einmaleffekt hätte sich das EBITDA auf über 27 Mio. Euro belaufen bei einem EBIT von 18.5 Mio. Euro. Für das Jahr 2018 musste Lesser indes eine Sonderabschreibung von 10.8 Mio. Euro auf Projektvorräte vornehmen. Um diesen Betrag reduzieren sich die vorgenannten Zahlen. An dieser Stelle ist dem Management kein Vorwurf zu machen. PNE hat hier, zumindest vorläufig, Pech gehabt -dank der Politik. Hintergrund der Wertberichtigungen ist eine Neueinschätzung von Projekten auf hoher See (Offshore) auf Basis des per Ende Januar 2019 letztmalig erörterten Entwurfs des Flächenentwicklungsplans 2019 zur Entwicklung der Nord- und der Ostsee. In concreto handelt es sich um die Offshore-Projekte Jules Verne, Nautilus und Nemo in Zone 4 der Ausschließlichen Wirtschaftszone von Deutschland. Auf Basis der derzeitigen regulatorischen Vorgaben ist eine Realisierung dieser Projekte wenig wahrscheinlich. In der Sache betreibt PNE eine Verfassungsbeschwerde, die bereits seit 2017 anhängig ist. In den kommenden 12 Monaten ist von einer Entscheidung auszugehen. Lesser zeigt sich hinsichtlich der Verfassungsbeschwerde zuversichtlich, dass zumindest einem Schadensersatzanspruch stattgegeben wird und PNE das Geld in Höhe der Abschreibung erstattet bekommt. Bei der Verfassungsbeschwerde sind noch andere Firmen involviert; beispielsweise der Baukonzern Strabag. Die Realisierung der Projekte auf hoher See, Atlantis II und III, sind von dieser Thematik übrigens nicht betroffen.

Ganz unabhängig davon entwickelt sich PNE exakt nach Plan. Bekanntlich arbeitet das Management intensiv am Aufbau des Windparkportfolios 2020, welches spätestens Ende 2020 verkauft werden soll. Für dieses Portfolio hat das Unternehmen bereits zwei Windparks in Betrieb genommen. Inzwischen befinden sich für das Vorhaben schon mehr als 70 Megawatt in Betrieb oder im Bau. Das Zielvolumen liegt bei 200 Megawatt. Neben der nationalen und internationalen Projektentwicklung sowie des Aufbaus eines Windportfolios für Dritte, macht das Unternehmen gute Fortschritte bei Umsätzen aus eigener Stromerzeugung, Betriebsmanagement von Anlagen und neuen Service-Produkten. Auf die Stromerzeugung entfallen bereits über 12 Mio. Euro externer Umsätze und auf Services rund 9 Mio. Euro. Immerhin bereits gut ein Viertel des Gesamtumsatzes entfallen auf diese beiden Bereiche. Die von Lesser initiierte Diversifizierung kommt zum Tragen, und auch die erhebliche Verbesserung der internen Strukturen des Unternehmens zahlt sich allmählich aus.

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