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Seriengründer und Tech-Investor Frank Thelen über das Ende klassischer Börsen und seine Kryptos

12.04.2019, 18:08  |  22923   |   |   

"Deutschland fühlt sich heute so an, als würde es die letzten Tage einer Ära erleben", zitiert "Die Welt" aus der brandaktuellen Titelstory der "Businessweek", die den Titel trägt: "Germany’s Fragile Future". Wir haben bei einem nachgefragt, der sich mit Branchen-Umbrüchen und Zukunftstechnologien auskennt. Der Gründer, Investor und TV-Star Frank Thelen zeigt Türen, hinter denen Anleger und Unternehmer neue Chancen finden könnten.

wallstreet:online: Herr Thelen, als Börsenjournalisten haben wir mal gelernt, dass an der Börse die Zukunft gehandelt wird. Ihre Autobiografie "Startup-DNA" ist ein hoffnungsvolles Hoch auf Zukunftstechnologien. Wie finden Anleger Unternehmen, die in der Zukunft besser abschneiden als aktuell?

Frank Thelen: Als Anleger muss ich mich tiefgreifend mit den Unternehmen und den zugrunde liegenden Technologien auseinandersetzen und hinterfragen, wieso ich an den Erfolg des jeweiligen Unternehmens glaube. Was ist der "unfaire" Vorteil des Unternehmens und wird dieser in Zukunft noch mehr Wert generieren? Gerade in der heutigen Zeit sollte man sich vor kurzweiligen Trends in Acht nehmen, ich verfolge eine langfristige Anlagestrategie. In meinem Buch schreibe ich über den Baukasten der Zukunft, in dem sich Technologien wie Künstliche Intelligenz, Quantum-Computing und die Blockchain (DLT) wiederfinden. Das ich an die Zukunft dieser Technologien und eine sehr hohe Marktkapitalisierung in diesen Bereichen glaube, heißt aber noch lange nicht, dass jedes der aktuell an der Börse notierten Unternehmen im Bereich KI Zukunft hat. Früher oder später wird sich in all diesen Technologien ein, manchmal auch wenige mehrere Marktführer etablieren, die dann langfristig sehr hohe Marktkapitalisierungen erzielen werden.

wallstreet:online: Gesetzt den Fall, deutsche Unternehmer würden in Zukunft nicht die nächste große Welle an technischen Innovationen verschlafen. In welchen Bereichen sehen Sie die besten Chancen, dass in Deutschland wieder ein globaler Tech-Riese erwachen könnte.

Frank Thelen: Deutschland hat hervorragende Ingenieure, deshalb sehe ich z.B. sehr gute Chancen im Bereich der Urban Air Mobility. Mit Lilium und Volocopter hat Deutschland hier bereits zwei sehr starke Player hervor gebracht, Lilium ist nach meinem Kenntnisstand technologisch sogar weltweit führend. Nachdem wir die E-Mobilität auf dem Boden verschlafen haben, würde es mich umso mehr freuen, wenn wir bei der E-Mobilität in der Luft wieder vorne mit dabei wären.

wallstreet:online: Auf jeder Seite Ihres Buch scheint Ihr Drang durch, "aus neuen Technologien neue Produkte zu bauen", wie Sie selbst schreiben. Da Sie zudem ein etablierter, erfolgreicher Investor sind, liegt die Frage auf der Hand: In welchen Technologien stecken für Anleger die meisten Rendite-Chancen?

Frank Thelen: Auch hier verweise ich wieder auf den Baukasten der Zukunft aus meinem Buch. Ich gehe davon aus, dass jede dieser Technologien, allen voran KI, E-Mobilität, 3D-Druck und Robotics, unsere Welt zukünftig maßgeblich verändern werden. Dementsprechend birgt jede dieser Technologien große Chancen - aber mit großen Chancen geht immer auch ein hohes Risiko einher. Wir reden hier über so hochkomplexe Technologien, dass sie nur ein kleiner Teil der Bevölkerung weitestgehend versteht und ein noch kleinerer Teil wirklich inhaltlich begreifen und bewerten kann. Daher ist diese Strategie nur etwas für Anleger, die eine hohe Risikobereitschaft haben und im Zweifel schlimmsten Fall einen Totalverlust verkraften können. Wenn man im Bereich Tech investiert, sollte man immer über mehrere Unternehmen und Märkte wie z.B. USa und China diversifizieren.

wallstreet:online: Spannend ist, dass Sie voraussagen, dass die technologischen Grundlagen für die nächste Welle der Disruptionen bereits da sind. Wo denn?

Frank Thelen: Technische Revolutionen wurden schon immer zuerst im "Labor" fertig entwickelt und es dauerte dann teilweise Jahrzehnte bis Sie von der Masse adoptiert wurden. Das Internet ist hier auch keine Ausnahme. Jetzt haben wir KI, Blockchain, 3D-Druck, E-Transportation und 5G, die alle fertig entwickelt sind. Die große Frage ist: Wer nutzt diese Technologien, um daraus ähnlich erfolgreiche Produkte wie das iPhone zu vermarkten? Nehmen wir z.B. den 3D-Drucker - es wurden bereits die ersten Häuser und Autos gedruckt. Es kann also nicht mehr lange dauern, bis diese Disruption einige Industrien radikal ändert.

wallstreet:online: Sie schreiben an einer Stelle in Ihrer Autobiografie, "vielleicht kommt der zukünftige Weltmarktführer für Prozessoren aus Nano-Materialen aus München?" Inwieweit meinen Sie ein oder mehrere Unternehmen? Können Sie uns bitte ein paar konkrete Hinweise geben?

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Kommentare

Das beste hat Herr Thelen vergessen, wenn man keine Dispokredite benötigt kann man mittlerweile sogar auf eine reguläre Bank verzichten, deren Kunden eh nur von der Bürokratie überwacht werden !

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