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Seriengründer und Tech-Investor Frank Thelen über das Ende klassischer Börsen und seine Kryptos - Seite 2

12.04.2019, 18:08  |  25596   |   |   

wallstreet:online: Auf jeder Seite Ihres Buch scheint Ihr Drang durch, "aus neuen Technologien neue Produkte zu bauen", wie Sie selbst schreiben. Da Sie zudem ein etablierter, erfolgreicher Investor sind, liegt die Frage auf der Hand: In welchen Technologien stecken für Anleger die meisten Rendite-Chancen?

Frank Thelen: Auch hier verweise ich wieder auf den Baukasten der Zukunft aus meinem Buch. Ich gehe davon aus, dass jede dieser Technologien, allen voran KI, E-Mobilität, 3D-Druck und Robotics, unsere Welt zukünftig maßgeblich verändern werden. Dementsprechend birgt jede dieser Technologien große Chancen - aber mit großen Chancen geht immer auch ein hohes Risiko einher. Wir reden hier über so hochkomplexe Technologien, dass sie nur ein kleiner Teil der Bevölkerung weitestgehend versteht und ein noch kleinerer Teil wirklich inhaltlich begreifen und bewerten kann. Daher ist diese Strategie nur etwas für Anleger, die eine hohe Risikobereitschaft haben und im Zweifel schlimmsten Fall einen Totalverlust verkraften können. Wenn man im Bereich Tech investiert, sollte man immer über mehrere Unternehmen und Märkte wie z.B. USa und China diversifizieren.

wallstreet:online: Spannend ist, dass Sie voraussagen, dass die technologischen Grundlagen für die nächste Welle der Disruptionen bereits da sind. Wo denn?

Frank Thelen: Technische Revolutionen wurden schon immer zuerst im "Labor" fertig entwickelt und es dauerte dann teilweise Jahrzehnte bis Sie von der Masse adoptiert wurden. Das Internet ist hier auch keine Ausnahme. Jetzt haben wir KI, Blockchain, 3D-Druck, E-Transportation und 5G, die alle fertig entwickelt sind. Die große Frage ist: Wer nutzt diese Technologien, um daraus ähnlich erfolgreiche Produkte wie das iPhone zu vermarkten? Nehmen wir z.B. den 3D-Drucker - es wurden bereits die ersten Häuser und Autos gedruckt. Es kann also nicht mehr lange dauern, bis diese Disruption einige Industrien radikal ändert.

wallstreet:online: Sie schreiben an einer Stelle in Ihrer Autobiografie, "vielleicht kommt der zukünftige Weltmarktführer für Prozessoren aus Nano-Materialen aus München?" Inwieweit meinen Sie ein oder mehrere Unternehmen? Können Sie uns bitte ein paar konkrete Hinweise geben?

Frank Thelen: Das war nur ein Beispiel. Es hätte genauso gut Berlin oder Bielefeld heißen können. Tatsächlich haben wir uns zu der Zeit, in der ich das Buch geschrieben habe, ein Startup im Bereich Quantum-Computing angeschaut. Dieses kam allerdings nicht aus München und wir haben letztendlich auch nicht zusammengefunden. Trotzdem wünsche ich mir natürlich, dass der zukünftige Weltmarktführer für Quantum-Computer aus Deutschland oder zumindest Europa kommt. Das wäre ein wichtiger Schritt für unsere wirtschaftliche Position gegenüber den USA und China.

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Kommentare

Das beste hat Herr Thelen vergessen, wenn man keine Dispokredite benötigt kann man mittlerweile sogar auf eine reguläre Bank verzichten, deren Kunden eh nur von der Bürokratie überwacht werden !

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